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Aus der Stadt Schüler diskutieren über Muslimfeindlichkeit
Hannover Aus der Stadt Schüler diskutieren über Muslimfeindlichkeit
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00:24 21.12.2015
Dozent Mehmet Bilekli grenzt mit den Schülern islamistischen Terror vom Islam ab (oben). Beim Plenum am Ende kommt viel Lob von den Lehrern (li.). Quelle: Katrin Kutter
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Hannover

Wie typische Tagungsteilnehmer sahen die rund 150 Schüler nicht aus, die am Freitag mit Kapuzenpullis, Schirmmützen und Turnschuhen durch die Gänge der Volkshochschule im Burgweg streiften. Doch dafür ging vielen das Themenfeld, das sie in Workshops bearbeiteten, besonders nahe. Wie beeinflussen sich Muslimfeindlichkeit in der Gesellschaft und islamistischer Terror, wie er von Gruppen wie dem Islamischen Staat ausgeübt wird? Diese Frage hatten die Veranstalter gestellt. „Ich finde es voll schade. Der Islam ist eine schöne Religion und wird durch solche Leute in den Dreck gezogen“, meinte dazu der 14-jährige Siyar Rollas.

Der Achtklässler gehört zu einer Gruppe von rund 20 Jugendlichen aus der Integrierten Gesamtschule Badenstedt, die die Tagung mitorganisiert haben. Terroristische Anschläge in Paris, Gräueltaten des IS in muslimischen Ländern: Jugendliche, die selbst Muslime sind, sehen sich oft unter Rechtfertigungszwang. „Es kommt die ganze Zeit in den Medien, man redet in der Bahn und überall darüber“, erklärt Siyar. Deshalb war den Schülern eine Auseinandersetzung besonders wichtig.

Die Organisatoren vom Verband Niedersächsischer Bildungsinitiativen e.V. haben bewusst junge Dozenten eingeladen. Mehmet Bilekli, Student und Mitarbeiter am Institut für Islamwissenschaften der Uni Göttingen, geht mit den Schülern geduldig und systematisch die Aussagen durch, die IS-Terroristen verbreiten. Lassen sich Selbstmordattentate und Sklavenhandel wirklich aus dem Koran ableiten? Für die Achtklässler aus Haupt-, Real- und Gesamtschulen ist diese historisch-kritische Schriftinterpretation nicht ganz einfach. „Es kommt bei einem Zitat auch darauf an, was davor und danach geschrieben steht“, sagt Achtklässler Enis. Welche Brisanz hinter dem Thema steckt, wird an manchen Schülerfragen besonders deutlich. Ein Junge wundert sich, warum einer der Attentäter von Paris sich in die Luft sprengte, sein Pass soll aber von den Ermittlern gefunden wurde. Verschwörungstheorien sind schnell bei der Hand. „Es erscheint Jugendlichen unglaublich, was im Namen des Islam geschieht“, erklärt Bilekli später. Manche schlussfolgerten darum, verantwortlich müssten doch andere sein, die dem Islam damit schaden wollten. „Der IS will die Gesellschaft spalten. Und das geht leider auf“, sagt Bilekli.

Emine Akbaba, die auch schon für die HAZ als Fotografin gearbeitet hat, stellt auf der Tagung eigene Fotos aus. Sie hat in einem Projekt eine geflohene syrische Familie in der Türkei begleitet. „Viele Jugendliche hier wissen nicht, was wirklich dort passiert. Für die Kinder ist es deshalb wichtig, Personen zu begegnen, die ihnen berichten können“, sagt sie.

Von Bärbel Hilbig

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