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Aus der Stadt Schüler erinnern an ermordete Zwangsarbeiter
Hannover Aus der Stadt Schüler erinnern an ermordete Zwangsarbeiter
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18:41 08.05.2012
Von Simon Benne
Über den Gräbern: Schüler überreichen Stephan Weil das Gedenkbuch. Quelle: von Ditfurth
Hannover

Die Liste ist erschreckend lang. Das Verlesen all der russischen und polnischen, der lettischen und niederländischen Namen braucht seine Zeit. Und jeder Name, den die Schüler auf dem Ehrenfriedhof am Maschsee vortragen, steht für ein Schicksal: Genau 386 Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene sind hier beigesetzt, viele von ihnen wurden noch in den letzten Kriegstagen ermordet, als „Hannover auch moralisch auf dem Tiefpunkt seiner Geschichte war“, wie Oberbürgermeister Stephan Weil bei der Gedenkveranstaltung zum Jahrestag des Kriegsendes sagt.

Schüler der St.-Ursula-Schule und der Bertha-von-Suttner-Schule erinnern gemeinsam mit Gästen vom „Gymnasium 192“ aus St. Petersburg an die Toten. Was die Schüler aus beiden Ländern über den Krieg sagen, klingt sehr ähnlich: „Wir dürfen nicht vergessen, was passiert ist“, sagt der St.-Ursula-Schüler Paul Hanemann. „Unsere Urgroßeltern waren im Krieg, das ist lange her“, sagt die 14-jährige Nastya aus St. Petersburg, „aber wir müssen verhindern, dass sich so etwas in Zukunft wiederholt.“

Auch Russlands Konsul Andrey Matvienko und Reinhard Schwitzer von der IG Metall rufen dazu auf, die Erinnerung wach zu halten. Dann tragen Schüler ein Gedenkbuch hinüber zum Neuen Rathaus. Künftig wird es in der Grotte unter der großen Treppe seinen festen Platz haben. Auf den 386 Seiten des Buches stehen die Namen der bislang 161 identifizierten Toten. „Viele Seiten sind noch leer“, sagt Oberbürgermeister Weil. Möglicherweise gelingt es Historikern einst, die anderen Namen zu recherchieren - und so den Ermordeten etwas von ihrer Würde zurückzugeben.

Am Mittwoch um 20.30 Uhr informiert eine Bild-, Ton- und Videopräsentation am Maschsee, Höhe Geibelstraße, über die Bücherverbrennung der Nazis.

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