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Aus der Stadt Schüler für Erinnerungsarbeit ausgezeichnet
Hannover Aus der Stadt Schüler für Erinnerungsarbeit ausgezeichnet
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06:15 28.03.2012
Von Volker Wiedersheim
Im Gespräch (v. li.): Ewald Wirth von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit mit Mary Sofer, Landesbischof Rolf Meister und Politiker Wolfgang Scheel. Quelle: Herzog
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Hannover

Fünf Stolpersteine in der Südstadt erinnern an die jüdische Familie Jacobs aus der Simrockstraße. Vor rund siebzig Jahren wurden die Schwestern Ursula Helene und Eva Ruth, ihre Eltern Lucie und Siegfried Jacobs sowie ihre Großmutter Fanny Bloch deportiert und von den Nationalsozialisten in Konzentrationslagern ermordet. Schüler der St.-Ursula-Schule hatten im vergangenen Jahr das Schicksal der Familie erforscht und im Herbst die Stolpersteine gespendet.

Unter anderem dafür wurden die Schüler des Gymnasiums im Regionshaus bei der Feier zu 60 Jahren "Woche der Brüderlichkeit" der Gesellschaft für Christlich-Jüdischen Zusammenarbeit in Hannover geehrt. Mit der "Woche der Brüderlichkeit" will der Verein den Dialog zwischen Christen und Juden öffentlichkeitswirksam fördern. Die Schüler erhielten die Abraham-Plakette, die in diesem Jahr zum ersten Mal verliehen wurde. Außerdem wurde auch Schülern der Humboldtschule die Plakette überreicht. Sie hatten unter anderem im vergangenen Dezember mit 1001 Kerzen in Form eines Davidsterns vor dem Rathaus auf die aus Hannover verschleppten Juden aufmerksam gemacht. Der Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Hannover, Ewald Wirth, sagte bei der Übergabe, dass in der Vergangenheit die fehlenden Kontakte der jüngeren Generation zur Woche der Brüderlichkeit beklagt worden sei. Auch deshalb sei mit der Auszeichnung etwas neues geschaffen worden.

Oberbürgermeister Stephan Weil lobte die Arbeit in den Schulen der Landeshauptstadt. "Es ist eine Freude zu sehen, dass junge Menschen die Erinnerungsarbeit aufgreifen", sagte er. Weil zeigte sich zufrieden über das "vielfältige jüdische Leben" in Hannover.

Die stellvertretende Regionspräsidentin, Doris Klawunde, vertrat vor den rund 400 Gästen der Feierstunde die Auffassung, dass religiöse und kulturelle Unterschiede die Menschen wachsen ließen. Daher baue die Region die Gedenkstätte Ahlem auch zu einer Bildungsstätte um, erläuterte Klawunde. In seinem Festvortrag hob Landesbischof Ralf Meister das besondere Verhältnis zwischen Christen und Juden hervor. "Die Gemeinschaft mit dem jüdischen Volk ist Teil unseres Glaubensverständnisses", sagte er. Die Kirche habe trotzdem Schuld auf sich geladen, weil sie sich zur Zeit des Nationalsozialismus nicht vor die verfolgten Juden gestellt habe.

Zwar gebe es derzeit viele Herausforderungen für die Kirche, sagte der Landesbischof. Als Beispiel nannte er das Gespräch mit dem Islam. "Aber all dies darf niemals die intensive Auseinandersetzung mit dem Glauben des Judentums und seiner Bedeutung für die christliche Theologie und ihren Glauben verdrängen", sagte Meister.

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