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Schüler unzufrieden mit Bedingungen an BBS

Unterschriftenliste für bessere Bildung Schüler unzufrieden mit Bedingungen an BBS

Veraltete Technik, kaputte Toiletten, unzureichende räumliche Kapazitäten, nicht behindertengerechte Gebäude, Lehrer, die thematisch nicht auf der Höhe der Zeit seien und hoher Stundenausfall – 71 Prozent der Schüler an berufsbildenden Schulen in Niedersachsen sind unzufrieden und haben am Montag in Hannover protestiert.

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13.000 Unterschriften für besseren Unterricht an den Berufsschulen: Staatssekretärin Erika Huxold (Mitte) nimmt die Wünsche der Jugendlichen entgegen.

Quelle: Frank Wilde

Hannover. Bei einer Umfrage der IG Metall haben 71 Prozent der Befragten angegeben, dass der Unterricht sie nicht oder nur unzureichend auf die betriebliche Praxis vorbereitet, 57  Prozent klagten über massive Unterrichtsausfälle und 52 über eine mangelnde technische Ausstattung der Schulen.

Am Montag wurde bei einer Protestkundgebung vor dem Kultusministerium in Hannover unter dem Motto „BBS ohne Stress“ eine Liste mit 13 000 Unterschriften für bessere Bedingungen an den Berufsschulen an Staatssekretärin Erika Huxold übergeben. „An veralteten Maschinen kann man nicht für die Zukunft ausbilden“, sagte IG-Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine. „Das ist, als ob man mit einem Festnetztelefon den Umgang mit dem Smartphone lernen will. Das funktioniert nicht.“ Auch die personelle Situation an den Schulen lasse zu wünschen übrig.

Eine Unterrichtsversorgung von 80 Prozent sei skandalös: „Ein Fünftel des vorgesehenen Unterrichts kann damit von vornherein gar nicht erteilt werden.“ In der Öffentlichkeit werde viel über die Abschaffung der Haupt- und Realschulen, die Unterrichtsbelastung an den Gymnasien, G 8 oder G 9 diskutiert, aber kaum über die Bedingungen an den Berufsschulen, sagte Meine. Das müsse sich ändern, die Übergabe der Unterschriften sei ein erster Schritt dazu.

Nachwuchsproblem bei Berufsschullehrern

Ganz so schwarz wie die mehr 150 jugendlichen Demonstranten vor dem Kultusministerium sehen die berufsbildenden Schulen in Hannover und im Umland, die in der Trägerschaft der Region sind, ihre Lage nicht. „Durch die Nähe zur Universität, wo die Lehrer ausgebildet werden, haben wir wenig Nachwuchsprobleme“, sagte Uwe Backs, Leiter der BBS-ME. Die Werkzeugmaschinen würden nach und nach auf den neuesten Stand gebracht, und die Lehrer gingen regelmäßig auf Fortbildung, um damit auch umgehen zu können. Mit einer Unterrichtsversorgung von rund 90 Prozent stünde man nicht schlecht da.

Ähnlich äußerte sich Marina Poppe von der BBS Neustadt, wo Schüler in Automatisierungstechnik und Robotik ausgebildet werden: „Unsere technische Ausstattung ist super, die Gebäude wurden saniert.“ Sehr wohl zeichne sich aber bei den Berufsschullehrern ein Nachwuchsproblem ab.

An der BBS Burgdorf ist es im Bereich Fahrzeugtechnik schon da. „Ich finde keine Pädagogen, die ich einstellen kann“, sagt Schulleiter Gerhard Klaus. Von der Ausstattung her sei die Schule aber auf dem aktuellsten Stand. In den Klassenräumen gebe es keine Kreidetafeln, sondern nur noch interaktive White Boards. Die Region habe in den vergangenen sechs Jahren mindestens 10 Millionen Euro in die BBS Burgdorf investiert.

Staatssekretärin Erika Huxold sagte, die Stärkung der beruflichen Bildung sei ein Schwerpunkt der Landesregierung. Ziel sei es, Ausbildungsangebote für alle zu schaffen – für leistungsstarke Jugendliche genauso wie für diejenigen, die es schwer hätten, den Einstieg in die Ausbildung zu finden. 2014 seien 546 Berufsschullehrer eingestellt worden, so viele wie lange nicht.     

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