Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Todesschütze von Vahrenheide weiter flüchtig
Hannover Aus der Stadt Todesschütze von Vahrenheide weiter flüchtig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 17.03.2016
Das SEK verlässt die Wohnung des Verdächtigen an der Lerchenstraße in Burgdorf. Quelle: Uwe Dillenberg
Anzeige
Hannover

Bei der Hochzeitsfeier eines kurdischen Paares ist am späten Sonntagabend eine 21 Jahre alte Frau tödlich verletzt worden. Nach Informationen der Polizei wurde sie Opfer eines 22-Jährigen, der gezielt mit einer Waffe auf sie schoss. Bei dem Täter und dem Opfer, die beide offenbar als Gäste auf der Feier in einer Veranstaltungshalle in Vahrenheide waren, handelt es sich nach Informationen eines weiteren Besuchers der Feier um Sefin N. und seine Cousine. Der Täter befindet sich seitdem auf der Flucht. Gegen ihn wurde ein Haftbefehl wegen Mordes erlassen. Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei durchsuchte am Montag zwar eine Wohnung in Burgdorf, „der Mann wurde dort aber nicht angetroffen“, sagte Staatsanwältin Kathrin Söfker. Am Tatort stellten die Ermittler die mutmaßliche Tatwaffe sicher. Zu den Hintergründen der Tat will sich Söfker jedoch nicht äußern. Ob der Kurde aus dem Irak seine Cousine aus Eifersucht oder wegen einer Familienstreitigkeit erschoss, ist weiter unklar.

Fest steht, dass die Hochzeitsfeier des Brautpaares, das nach Informationen der HAZ ebenfalls in Burgdorf wohnt, gegen 17 Uhr im Star Event Center an der Straße Alter Flughafen begann und zunächst friedlich verlief. „Wir hatten schon andere kurdische Hochzeitsgesellschaften hier, bei denen es nicht so entspannt zuging“, sagt Irfan Gürek, Geschäftsführer des Star Event Center. „Die Feier am Sonntag war aber sehr harmonisch.“ Gegen 22.20 Uhr kippte dann offensichtlich die Stimmung.

22-Jähriger soll plötzlich Waffe gezogen haben

Nach Aussagen von Zeugen zog der 22-Jährige unvermittelt eine Waffe und feuerte gezielt auf die 21-Jährige, die daraufhin schwer verletzt zusammenbrach. Ein Rettungswagen brachte sie noch in eine Klinik, dort konnten die Ärzte das Leben der jungen Frau aber nicht mehr retten. Insgesamt soll der Mann fünf Schüsse abgegeben haben. Kurz darauf kam es nach Information der Polizei zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen mehreren anderen Gästen der Feier, von denen einige ebenfalls verletzt wurden. „Bisher können wir noch nicht abschließend sagen, ob diese mit dem Angriff auf die 21-Jährige in Zusammenhang stehen oder nicht“, sagt Polizeisprecher André Puiu.

In Vahrenheide sind Schüsse auf einer Hochzeitsfeier gefallen, eine 21-Jährige starb.

Als die Schüsse fielen, gerieten viele der Gäste in Panik. Sie versuchten, die Halle zu verlassen, um sich in Sicherheit zu bringen. Mit einem Großaufgebot schaffte es die Polizei jedoch, viele der Hochzeitsgäste aufzuhalten und ihre Personalien aufzunehmen. Den Täter konnten die Beamten zunächst nicht identifizieren und festsetzen. „Im Rahmen der Vernehmungen der Zeugen rückte dann der 22-Jährige in den Fokus der Kriminalpolizei“, sagt Staatsanwältin Söfker. Der Mann befindet sich jedoch weiterhin auf der Flucht.

Vielen der mehr als 300 Gäste der Hochzeit steckt der Schrecken am Tag nach der Tat noch in den Knochen. „Als ich und mein Team die Schüsse hörten, dachten wir zuerst, jemand hätte Böller gezündet, um die Frauen zu erschrecken“, sagt Hochzeitsfotograf Diler Hori, der auf der Feier arbeitete. Als sich herausstellte, was wirklich passiert war, reagierte er darauf und nahm zwei Videos und ein Foto, die er auf der Hochzeit gemacht und noch während der Feier auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht hatte, wieder aus dem Netz. Darauf sind das Brautpaar und viele der Gäste zu sehen, wie sie ausgelassen miteinander tanzen. „Man muss fast sagen, dass wir Glück hatten“, sagt Hori sichtlich betroffen. „Wenn der Schütze um sich geschossen hätte, wären sicher noch viele andere Menschen verletzt, wenn nicht sogar getötet worden.“

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Da ist nicht viel Luft nach oben: 50 Prozent der Hannoveraner leben nach einer Umfrage „sehr gern“, 41 Prozent „gern“ in ihrer Stadt. Die Befragten finden die öffentlichen Verkehrsmittel, die Grünflächen oder die medizinische Versorgung besonders gut, die Parkmöglichkeiten schlecht.

Andreas Schinkel 17.03.2016

Eine Schachtel mit Werbeprospekten hat am Montagnachmittag einen Polizeieinsatz am Hauptbahnhof ausgelöst. Entschärfer der Bundespolizei gaben aber wenig später Entwarnung, alle Sperrungen wurden wieder aufgehoben.

17.03.2016
Aus der Stadt Krankenhaus soll 2017 fertig sein - Grundstein für neue Sophien-Klinik gelegt

Der Grundstein wurde gelegt und 2017 soll die neue Sophien-Klinik fertig sein. 30 Millionen Euro kostet der Neubau - zwei Drittel der Summe zahlt das Land Niedersachsen. Die Klinik sei eine wichtige Schnittstelle zwischen ambulanter und stationärer Versorgung, so Sozialministerin Cornelia Rundt.

Juliane Kaune 17.03.2016
Anzeige