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Schüsse lösen sich aus Maschinenpistolen der Polizei

Vorfall in Hannover Schüsse lösen sich aus Maschinenpistolen der Polizei

Zwei Mal haben sich in dieser Woche Schüsse aus Maschinenpistolen von Polizisten gelöst, die auf den Weihnachtsmärkten für Sicherheit sorgen sollen. Verletzt wurde niemand. Die Polizei ermittelt.

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Seit der Eröffnung der Weihnachtsmärkte in Hannover sichern Polizisten mit Maschinenpistolen neuralgische Punkte der Stadt.
 

Quelle: Rainer Dröse

Hannover. Mit Maschinenpistolen bewaffnete Polizeibeamte sollen in diesem Jahr auf den Weihnachtsmärkten für zusätzliche Sicherheit für die Besucher sorgen. Doch jetzt sind möglicherweise die Waffen selbst zum Sicherheitsrisiko geworden. Zweimal löste sich in dieser Woche aus einer Maschinenpistole eines Beamten aus bisher ungeklärter Ursache je ein Schuss. Der erste Vorfall ereignete sich am Montagnachmittag in der Altstadt, der zweite am Mittwoch nach dem Weihnachtsmarkteinsatz auf dem Gelände der Zentralen Polizeidirektion (ZPD) Niedersachsen in der Tannenbergallee. Verletzte gab es zum Glück nicht. Ein Sprecher der ZPD bestätigte beide Vorfälle auf Anfrage der HAZ.

Zwei Mal haben sich in dieser Woche Schüsse aus Maschinenpistolen von Polizisten gelöst, die auf den Weihnachtsmärkten für Sicherheit sorgen sollen. Verletzt wurde niemand. 

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Mündung zeigte nach unten

Die erste „unbeabsichtigte Schussabgabe“, wie es im Jargon der Sicherheitsbehörden heißt, ereignete sich am Montagnachmittag am Rand des Weihnachtsmarktes in der Altstadt. Gegen 16.50 Uhr wollte ein Beamter an der Ecke Knochenhauerstraße/Goldener Winkel seinem Kollegen die Maschinenpistole übergeben. Dabei löste sich der Schuss aus der Waffe. „Die Mündung zeigte dabei, wie in den Tragevorschriften zur Waffenhandhabung vorgeschrieben, schräg nach unten“, sagte ZPD-Sprecher Karsten Wolff. Das Projektil schlug in den Asphalt. Die Polizisten blieben unversehrt. Besucher des Weihnachtsmarktes seien nicht gefährdet gewesen, weil sie zum Zeitpunkt des Vorfalls, nach Angaben der Behörde, mehrt als 50 Meter entfernt von den Polizisten standen.

Waffen werden überprüft

Die Maschinenpistole MP 5 vom Hersteller Heckler & Koch wurde von der Zentralen Polizeidirektion unmittelbar nach dem Vorfall eingezogen. „Die Umstände der Schussabgabe werden derzeit in der ZPD geprüft, die Waffe wird diesbezüglich einer technischen Prüfung unterzogen“, sagte Thorsten Schiewe von der Polizeidirektion Hannover.

Zwei Tage später kam es zum zweiten Vorfall. Nach dem Einsatz auf dem Weihnachtsmarkt wollte ein 23-jähriger Polizeikommissar auf dem Gelände der ZPD in der List im sogenannten Entladebereich der Behörde seine Maschinenpistole entladen und sichern. Dabei löste sich ebenfalls ein Schuss. Auch in diesem Fall richtete das Projektil keinen Schaden an. Die Kugel drang ins Erdreich ein, weil der Beamte die Waffe vorschriftsmäßig mit dem Lauf und der Mündung nach unten gehalten hatte. Auch diese MP 5 wurde umgehend eingezogen und soll untersucht werden. „Wir können derzeit in beiden Fällen weder einen technischen Defekt noch mögliche Handhabungsfehler ausschließen“, sagt ZDP-Sprecher Karsten Wolff.

MP 5 gilt als „populär“

Die Maschinenpistole MP 5 von Heckler & Koch, Kaliber neun Millimeter,  gilt nach Angaben des Herstellers als „populärste Maschinenpistole“. Sie wird von Sicherheitsbehörde weltweit eingesetzt. Es gibt sie inzwischen in 100 Varianten. Grundsätzlich gilt: Um einen Schuss aus dieser Waffe abgeben zu können, sind drei Schritte nötig. Die Maschinenpistole muss zum einen durchgeladen und zum anderen entsichert werden. Zudem muss der Abzug der MP 5 betätigt werden. Was in den beiden aktuellen Fällen schließlich zur unbeabsichtigten Schussabgabe geführt hat, müssen die Ermittlungen ergeben. Wann sie abgeschlossen sein werden, ist noch offen.

Die ZPD weist darauf hin, dass die sichere Handhabung der MP 5 seit der Absage des Karnevalszugs in Braunschweig und des Fußball-Länderspiels in Hannover im Jahr 2015 in der Aus- und Fortbildung der Einsatzeinheiten eine besondere Rolle spiele. „Nach den Vorfällen in dieser Woche wurden alle Verantwortlichen und alle Einsatzkräfte der Behörde noch einmal gezielt im Umgang mit der Waffe sensibilisiert“, sagt Karsten Wolff.

Von Tobias Morchner

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