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Aus der Stadt Schützenfest 2016 wird nostalgisch
Hannover Aus der Stadt Schützenfest 2016 wird nostalgisch
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13:20 04.04.2016
Von Bärbel Hilbig
Luft nach oben: Richtig voll ist es auf dem Schützenplatz selten geworden. Quelle: Thomas
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Hannover

Richtig gut besucht war das hannoversche Schützenfest angesichts der extremen Wetterkapriolen in diesem Jahr nicht. Doch ob es nächstes Jahr Besserung bringt, die 775-Jahr-Feier der Stadt auf den Platz zu verlegen, ist fraglich. Oberbürgermeister Stefan Schostok hat dies am Sonntag angekündigt. In einer nicht repräsentativen Onlineumfrage der HAZ zum Thema spricht sich mehr als die Hälfte der Leser für ein eigenständiges Fest zum Stadtjubiläum aus. Immerhin haben knapp Tausend Bürger ihre Meinung geäußert. Nur 20 Prozent halten die 775-Jahr-Feier während des Schützenfests für eine gute Idee. Selbst für eine Zusammenlegung mit dem weit weniger traditionsreichen Maschseefest plädieren mehr Umfrageteilnehmer (24 Prozent).

Die Stadt weist in Bezug auf dieses Stimmungsbild darauf hin, dass die Planungen zur Feier „775 Jahre Hannover“ längst nicht abgeschlossen seien. Zum Stadtjubiläum werde es sehr unterschiedliche Aktivitäten geben, betont Stadtsprecher Andreas Möser. Klaus Timaeus, Geschäftsführer des Vereins Hannoversches Schützenfest, kann sich eine Verknüpfung von Stadtgeburtstag und Schützensause naturgemäß gut vorstellen. „Ich fände es toll, weil wir schließlich das hannoversche Traditionsfest ausrichten.“

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Das Schützenfest selbst feiern die Hannoveraner nach offizieller Zählung in dieser Form bereits im 486. Jahr. Die Tradition der Bruchmeister reicht sogar bis ins Mittelalter zurück. Timaeus hat sich auch bereits Gedanken gemacht, wie sich das Stadtjubiläum auf dem Schützenfest niederschlagen kann. „Wir setzen nächstes Jahr auf eine nostalgische Gestaltung.“

Auf dem Platz sollen sich alte Karussells drehen und traditionelle mechanische Orgeln erklingen, und beim Ausmarsch wollen die Schützen historische Kostüme tragen. Auch die Infrastruktur zum Feiern – ein großes Festzelt – sei vorhanden. „Es ist wenig sinnvoll, zwei Großveranstaltungen nacheinander anzubieten. Noch viel mehr Feste verträgt die Stadt nun wirklich nicht“, sagt Timaeus, der als städtischer Eventmanager einst half, einige dieser Feiern erst zu etablieren.

Gute Noten für Hannover

Neben dem Wetter haben diese Veranstaltungen wie die Ideenexpo mit kostenlosen Konzerten dem Fest womöglich Publikum abgezogen. Klagen über familienunfreundlich hohe Preise, wie sie Leser auf HAZ.de äußern, weist Schausteller-Sprecher Arthur Armbrecht zurück. „Die großen Karussells sind hochtechnisierte, kostenaufwendige Anlagen. Wir kriegen ja keine Zuschüsse.“

Extreme Hitze am ersten Sonnabend, Sturm und Regengüsse haben den Schaustellern zugesetzt. „Nach den ersten Tagen dachten wir, das wird eine Nullnummer“, sagt Kevin Kratzsch, dessen Familie mehrere Gastrostände betreibt. Das relativierte sich später, aber so stark wie im Vorjahr wurden die Umsätze nicht mehr. „Natürlich haben wir das gespürt“, sagt auch Armbrecht. Kratzsch lobt aber deutlich, dass der Versuch einer Revitalisierung des Fests gelinge.

„Seit zwei Jahren kehren die Hannoveraner zurück. Und dieses Mal war der Platz so attraktiv wie nie mit Großanlagen wie der Indoor-Achterbahn Höllenblitz, die bundesweit im Jahr nur vier Plätze anfährt. Einer davon waren wir.“ Michael Burghard, der mit seinem Riesenrad Roue Parisienne seit vier Jahren aus Dortmund anreist, gibt Hannover ebenfalls gute Noten. „Es lohnt sich für uns, denn in den Zelten können die Besucher richtig feiern.“

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