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Aus der Stadt Maschinenpistolen-Streifen für Marathon und Schützenfest
Hannover Aus der Stadt Maschinenpistolen-Streifen für Marathon und Schützenfest
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19:16 09.03.2017
Von Andreas Schinkel
Quelle: dpa (Symbolbild/Archiv)
Hannover

Hannovers große Sport- und Volksfeste finden künftig unter erhöhtem Polizeischutz statt. Beim Marathon, dem Schützenfest und beim Maschseefest werden Polizeistreifen, die mit Maschinenpistolen bewaffnet sind, ihre Runden drehen. „An diesen Anblick werden wir uns gewöhnen müssen“, sagte der Leitende Polizeidirektor Uwe Lange am Donnerstag bei der Präsentation des Sicherheitskonzepts im Rathaus. Zudem stellt die Polizei eine mobile Wache am Rand der drei Großveranstaltungen auf.

Auch die Stadtverwaltung will ihren Sicherheitsaufwand erhöhen. Den Schützenausmarsch wird sie weiträumiger absperren und eine Zone schaffen, in die Lastwagen, die nichts mit dem Ausmarsch zu tun haben, nicht mehr fahren dürfen. Auch beim Maschseefest werden an Tagen mit hohem Besucherandrang Straßen rund um die Festmeile gesperrt, etwa Teile des Rudolf-von-Bennigsen-Ufers, Culemannstraße, Willy-Brandt-Allee und Arthur-Menge-Ufer.

Anlass ist der Schutz vor islamistischen Terroranschlägen, wie sie auf den Weihnachtsmarkt in Berlin und auf die Festmeile in Nizza verübt wurden. „Seit dem abgesagten Länderspiel in Hannover ist die abstrakte Gefährdungslage höher geworden“, sagt Polizeipräsident Volker Kluwe.

Stadt und Polizei wollen bei allen Genehmigungen von Festen künftig genauer hinschauen, wie es um die Sicherheit bestellt ist. „Wir müssen alles in unserer Macht stehende tun, um ein möglichst hohes Maß an Sicherheit zu schaffen“, sagt Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD). Zugleich müsse man sich noch möglichst uneingeschränkt im öffentlichen Raum bewegen können.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Schützenfest, das die Stadt in diesem Jahr federführend organisiert. So soll ein Sicherheitsdienst an den Zugängen zum Schützenfest Taschen kontrollieren. „Wir durchsuchen zwar nicht jede Tasche, aber es wird auch nicht nur Stichproben geben“, sagt der städtische Eventmanager Ralf Sonnenberg. An den Mehrkosten für den Schutz des Schützenfests von insgesamt 173 000 Euro sollen sich auch die Schausteller beteiligen. Ihre Standmiete erhöht die Stadt um 7,5 Prozent. Die Schausteller nehmen das hin. „Unsere Besucher sollen sich sicher fühlen“, sagt Klaus Wilhelm, Vorsitzender des Niedersächsischen Schaustellerverbands. Man versuche, die Preise für die Kunden stabil zu halten. „Aber das wird immer schwieriger“, sagt Wilhelm.

Polizei analysiert jede Veranstaltung

Die Kosten für Sicherheit steigen – das dürfte nicht nur für Hannovers Großveranstaltungen gelten, sondern auch für große Stadtteilfeste, etwa das Fährmannsfest und das Lister-Meilen-Fest. Beim Schützenfest will die Stadtverwaltung einen Zuschuss von gut 100.000 Euro geben, um die Mehrkosten für Sicherheit zu stemmen. Die Mitglieder des Oberbürgermeister-Ausschusses haben dem Ansinnen mehrheitlich zugestimmt.

Die CDU wirft aber die Frage auf, wie man mit anderen Festen umgehen wolle. „Wenn sich herausstellt, dass ein Veranstalter mehr Geld für Sicherheit ausgeben muss, aber Schwierigkeiten hat, die Summe aufzubringen, dann müssen wir über eine Zuwendung nachdenken“, sagt der Leiter des OB-Büros, Frank Herbert.

Der CDU ist das als Antwort nicht genug. „Was ist mit anstehenden Festen wie dem Frühlingsfest? Soll sich die Stadt daran beteiligen?“, fragt CDU-Wirtschaftsexperte Jens-Michael Emmelmann. Er vermutet, dass die Stadt einen Haufen Zuschussanträge auf den Tisch bekomme. Insofern greife das Sicherheitskonzept, das Stadt und Polizei vorgelegt haben, zu kurz.

Verwaltung und Polizei haben sich auf ein Verfahren geeinigt, wie die Sicherheit von Festen schon bei der Genehmigung beurteilt werden kann. Etwa 1000 Feste pro Jahr muss die Stadt genehmigen. Künftig wird die Polizei eine „Risikoanalyse“ erarbeiten, bevor die Stadt ihren Stempel draufdrückt. Dabei ist ausschlaggebend, wie symbolträchtig eine Veranstaltung ist und ob sie als Anschlagsziel für islamistische Terroristen infrage kommt. Höchste Sicherheitsstufe für ein Fest bedeutet, dass das Gelände eingezäunt wird, Teilnehmer durchsucht werden, der Verkehr weiträumig ausgesperrt wird. In Ausnahmefällen können auch schwere Betonpoller („Nizza-Sperren“) eingesetzt werden.

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