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Aus der Stadt Viel Geld fürs Schützenfest - andere gehen leer aus
Hannover Aus der Stadt Viel Geld fürs Schützenfest - andere gehen leer aus
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00:15 23.03.2017
Von Andreas Schinkel
Die Stadt bezuschusst den Schützenrummel. Das ruft Kritik der Konkurrenz hervor. Quelle: Thomas Dröse
Hannover

Die Stadt hat kürzlich die Ausrichtung des Schützenfests übernommen und zahlt einen Zuschuss von 125.000 Euro, um das Fest attraktiver zu gestalten, das in den vergangenen Jahren unter Besucherschwund gelitten hatte. Jetzt kommt noch ein jährlicher Zuschlag von 106.000 Euro aus der Stadtkasse hinzu, um die Sicherheit auf dem Platz zu erhöhen. „Warum wird diese in die Jahre gekommene Veranstaltung privilegiert, und wir müssen alles selbst zahlen?“, fragt etwa Peter Holik, Organisator des Fährmannsfests in Linden.

In der Festhalle Marris haben sich die Schützen zum Festessen auf dem Schützenfest getroffen.

Große Feste in Hannover zu veranstalten wird immer kostspieliger, weil mehr Geld in Sicherheitsvorkehrungen investiert werden muss. Seit der Massenpanik bei der Loveparade in Duisburg vor einigen Jahren sind die Bestimmungen schärfer geworden. Hinzu kommt jetzt der Schutz vor Terroranschlägen wie auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin und auf der Promenade in Nizza. Festveranstalter stöhnen und legen die steigenden Ausgaben zum Teil auf die Standmieten für Buden-Betreiber um, wie etwa beim Lister-Meilen-Fest.

Musikmeile, Partymeile, Spieleparadies für Kinder, Genießertreff und Flaniermeile sowieso: Nach einer verregneten Woche haben 2016 rund 250.000 Besucher auf dem Lister-Meilen-Fest die Sonne genossen.

Beim Schützenfest dagegen trägt die Stadt einen Teil der Kosten. Allein 80  000 Euro lässt sich die Stadt eine Sicherheitsfirma kosten, die die Taschen der Besucher kontrolliert. Zusätzliche Licht- und Lautsprecheranlagen werden auf dem Schützenplatz installiert. „Jahrelang hat man nichts für die Sicherheit des Schützenfests getan, und jetzt nimmt die Stadt viel Geld in die Hand“, moniert ein privater Veranstalter. Dazu müssen die Standbetreiber einen Mietaufschlag von 7,5 Prozent bezahlen, um den Aufwand für Sicherheit zu stemmen.

Die städtischen Subventionen lösen bei Fest-Organisatoren Kopfschütteln aus. Fährmannsfest-Veranstalter Holik beantragt in diesem Jahr zum ersten Mal einen Zuschuss von 10 000 Euro bei der Stadt, um das Kinderfest, eine etablierte Sparte seiner Veranstaltung, zu finanzieren. 6000 bis 7000 Euro müsse er aufwenden, um die Sicherheitsbestimmungen für das Musikfestival am Weddigenufer zu erfüllen. Da bleibe nichts mehr übrig, um das Kinderfest beizubehalten. „Überall werden uns die Daumenschrauben angesetzt“, findet Holik.

Fotostrecke Hannover Aus der Stadt: Tausende feiern beim Fährmannsfest am Samstag

Unmut herrscht auch bei den Maschseefest-Machern. „Wir kommen langsam in Erklärungsnöte, wie der ganze Sicherheitsaufwand zu finanzieren ist“, sagt Hans Nolte, Chef der Hannover Veranstaltungsgesellschaft (HVG). In den vergangenen Jahren habe die HVG bereits viel Geld in netzunabhängige Licht- und Lautsprecheranlagen investiert. Allein der Aufbau des Festes mitten in einem Gartendenkmal sei sehr kostspielig. Eine sechsstellige Summe fließe allein in Sicherheitsvorkehrungen, sagt Nolte. Vier Standbetreiber hätten in diesem Jahr abgesagt, weil sie eine Sicher-
heitsumlage befürchteten. „Wie viel Fest können wir uns noch leisten?“, fragt Nolte.

Das Maschseefest gibt es seit mehr als drei Jahrzehnten. Viele schwärmen vom besonderen Geist am Seeufer – dabei hatte es das Fest anfangs schwer.

Die Veranstalter des Lister-Meilen-Fests müssen Sicherheitsbestimmungen im Umfang von 30 Seiten beachten. 10 000 Euro hat der Kaufleute-Verein Aktion Lister Meile im vergangenen Jahr ausgegeben, um alle Auflagen zu erfüllen. 7000 Euro habe der Verein von der Stadt als Zuschuss bekommen, eine einmalige Zahlung, berichtet Klaus Eberitzsch, Sprecher der Aktion Lister Meile. In diesem Jahr sei man gezwungen, die Standbetreiber stärker zur Kasse zu bitten. „Das ist misslich, weil es für Besucher möglicherweise teurer wird“, sagt Eberitzsch. Eigentlich wolle man keine Luxusparty auf der Meile geben.     

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