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Schulcontainer drohen zur Dauerlösung zu werden

Raumnot an Grundschulen Schulcontainer drohen zur Dauerlösung zu werden

An 16 Grundschulstandorten gibt es bereits Schulcontainer, acht weitere kommen im Sommer dazu. Die Stadt setzt stark auf die so genannten "mobilen Raumeinheiten". Allerdings sollten diese eigentlich innerhalb von zwei Jahren wieder abgebaut werden. Das aber klappt nicht überall.

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Trister Anblick: Die Unterrichtscontainer an der Grundschule an der Feldbuschwende.

Quelle: Samantha Franson

Hannover. In Hannover gibt es von Jahr zu Jahr mehr Kinder. Aber dieser Zuwachs ist in den Stadtteilen ungleich verteilt, manche Grundschulen sind stark belastet, andere weniger. Ohne „mobile Raumeinheiten“, wie Container in der Verwaltungssprache der Stadt heißen, wird es künftig an den Grundschulen nicht mehr gehen, an Gesamt-, Ober- und Realschulen sowie Gymnasien ist dies im großen Stil noch nicht nötig, höchstens übergangsweise in Umbauphasen.

Mehr Schüler, Inklusion und Zuwanderung - die Platznot wächst

An 16 Standorten gibt es schon mobile Raumeineinheiten, an acht weiteren werden demnächst neue Container aufgestellt. Im Süden Hannovers bietet sich ein differenziertes Bild. Während die Grundschulen An der Feldbuschwende (Bemerode) und Wasserkampstraße (Kirchrode), die über Jahre Container hatten, demnächst weniger Schüler haben werden, ist an der Grundschule Tiefenriede (Südstadt) der Bedarf weiterhin groß. Dort wird im Sommer ein Container errichtet, der erstmal für zwei Jahre stehen bleiben soll. Die Grundschule Beuthener Straße in Döhren hat schon seit vergangenem Sommer ein Klassenzimmer in Leichtbauweise, das bis 2018 benötigt wird.

Ansonsten werden vor allem Grundschulen im Osten und Westen mit Containern ausgestattet oder sind es bereits. Die Stadt setzt zunehmend auf mobile Lösungen, um nicht umständlich und lange Gebäude zu planen, die in einigen Jahren möglicherweise gar nicht mehr benötigt werden. Andererseits benötigen Grundschulen heutzutage ohnehin generell viel mehr Platz als noch vor einigen Jahren. Durch die Umstellung auf den Ganztagsbetrieb, aber auch durch den gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung brauchen die Schulen Rückzugsräume für Kinder. Hinzu kommen in einigen Stadtvierteln ein massiver Zuzug von jungen Familien oder Flüchtlingen. Auch für Schüler ohne Deutsch- oder nur mit geringen Sprachkenntnissen sind zusätzliche Räume nötig, in denen ungestört die neue Sprache lernen können. Ohne Anbauten wird es wohl nicht gehen.

Ein Container kann innerhalb von neun Monaten aufgestellt werden. Dies ist deutlich schneller als ein Anbau entsteht. Eigentlich sollten diese Notlösungen nicht länger als zwei Jahre stehen, aber mancherorts sind sie schon fast zur Dauerlösung geworden. Mobile Raumeinheiten seien ein effektives und geeignetes Mittel, um auf einen kurz- und mittelfristigen Raumbedarf zu reagieren, sagte Bildungsdezernentin Rita Maria Rzyski jetzt im Schulausschuss der Stadt. 16 Grundschulen haben schon Container, acht weitere Standorte kommen im Sommer hinzu. Mal gibt es dort schon welche wie an der Grundschule Wettbergen und der Grundschule Mühlenberg, mal werden sie erstmals aufgestellt wie an der Kurt-Schumacher-Schule in Anderten, der Grundschule Tegelweg im Sahlkamp und an der Grundschule Tiefenriede in der Südstadt, die schon seit Langem über Platznot klagen.

Notlösung darf kein Dauerzustand werden

An der Fridtjof-Nansen-Schule in Vahrenheide hat man zusammen mit der Stadt die Zwischenlösung besonders liebevoll bunt gestaltet - zum Wohlfühlen von innen und außen. „Mobile Raumeinheiten sind Lösungen für den Moment, eigentlich will niemand Container, aber wir haben sie zu einem Lebens- und Lernraum gemacht, in dem sich Kinder und Lehrer wohlfühlen“, sagt Schulleiter Karsten Heilmann. Vorteilhaft sei auch, dass die Grundschule über ein großes Gelände verfüge und die Container nicht wertvollen Raum zum Toben auf dem Schulhof wegnähmen.

Natürlich dürfe aus der schön gestalteten Notlösung kein Dauerzustand werden. An der Grundschule An der Feldbuschwende am Kronsberg werden die beiden Container, die seit 2014 dort gestanden hatten, Ende Juni schon wieder abgebaut. Morgen wird dort der neue Anbau mit Mensa und Freizeitbereich eröffnet - mit prominenten Besuch: Als Gäste sind Oberbürgermeister Stefan Schostok und Kultusministerin Frauke Heiligenstadt angekündigt. Durch die veränderten Schulbezirksgrenzen wird die Schule laut Leiterin Ellen Albrecht künftig auch eher kleiner als größer werden.

Wegen zurückgehender Schülerzahlen werden auch an der Kirchröder Grundschule Wasserkampstraße die Container zum Ende des Schuljahres wiederabgebaut.

Schulen brauchen richtig Platz

Neubaugebiete, Flüchtlingsheime und nicht mehr Platz an der Grundschule – man muss kein Mathematiker sein, um festzustellen, dass diese Gleichnung kaum aufgehen kann. Diese Fehlplanung ist offensichtlich, und Container ohne Waschbecken und Toilette können kaum die Lösung sein. Genausowenig wie eine daueroffene Schule, in die Besucher unkontrolliert ein- und ausgehen können. Die mobilen Klassenzimmer können durchaus eine veritable Zwischenlösung sein, denn mit Bauarbeiterbuden haben diese Container wahrlich nichts gemein. Von außen sehen sie zwar meist ziemlich trist aus, von drinnen ist es aber ein ganz normales Klassenzimmer. Neue Container finden Schüler oft sogar besser als die Klassenzimmer im alten Schulgebäude.

Zumindest solange sie sauber und frisch gestrichen sind. Es ist gut, dass Bildungsdezernentin Rita Maria Rzyski das Thema Schulentwicklungsplanung jetzt endlich ernsthaft anpacken will. Es wird aber auch höchste Zeit. Denn da ist in der Vergangenheit so einiges schiefgelaufen. Nicht alles war so überraschend, wie es die Stadt mitunter gern darstellt. Wer Neubaugebiete ausweist, muss mit Familien rechnen. Dass Inklusion, Ganztag und Abitur nach 13 Jahren Raumnot bedeutet, war auch schon lange klar.

Ein Kommentar von Saskia Döhner

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