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Schule sieht erheblichen "Gesprächsbedarf"

Plan für neue Flüchtlingsunterkünfte Schule sieht erheblichen "Gesprächsbedarf"

In der Käthe-Kollwitz-Schule gibt es nach Informationen der HAZ reichlich „Gesprächsbedarf“ über den Plan der Stadt, zwei Turnhallen als Unterkünfte für Flüchtlinge zu nutzen. Die ebenfalls betroffene Sophienschule indes will die Idee der Verwaltung mittragen.

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„Reichlich Gesprächsbedarf“: Die Außenstelle der Lister Käthe-Kollwitz-Schule soll Flüchtlingsunterkunft werden.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Die Sophienschule im Zooviertel, deren Turnhallen wie berichtet als zusätzliche Flüchtlingsunterkünfte im Gespräch sind, hat auf den entsprechenden Vorstoß der Verwaltung mit Zustimmung reagiert. „Wir unterstützen die Stadt in ihrer derzeitigen Notlage, kurzfristig Unterkünfte für Flüchtlinge bereitstellen zu müssen“, heißt es in einem Brief des Ernrats an die Schulelternschaft, der der HAZ vorliegt.

Der Elternrat merkt jedoch kritisch die Wahl des möglichen Zeitpunkts für den Einzug der Flüchtlinge an. In den Ferien erfolge der Umbau der Halle, zum Schulbeginn stehe man dann „vor vollendeten Tatsachen“. Da die Sophienschule jedoch den Titel „Schule gegen Rassismus“ anstrebe, sei dies nun eine Möglichkeit zu zeigen, wie ernst man es damit meine, heißt es.

Sieben Sporthallen in Hannover dienen derzeit als Notunterkünfte für Flüchtlinge, voraussichtlich kommen jetzt noch vier - die der Sophienschule sowie zwei in der Außenstelle der Käthe-Kollwitz-Schule hinzu. Das sind wenige im Vergleich zu einer Gesamtzahl von mehr als 150 Sporthallen in Hannover. Dennoch wird die Geduld mancher Vereine und auch der betroffenen Schulen auf eine harte Probe gestellt.

In der Käthe-Kollwitz-Schule, deren zwei Hallen belegt werden sollen, gibt es nach Informationen der HAZ reichlich „Gesprächsbedarf“ mit der Stadt Hannover. Offenbar ist ein Grund dafür, dass nicht nur die Gymnasiasten betroffen wären. Auch die Kinder der Grundschule Groß-Buchholzer Kirchweg nutzen die Halle. Für alle Schüler müsste die Stadt eine Ersatzsportstätte finden.

Auch der Stadtsportbund (SSB) versteht die Not der Verwaltung, Unterkünfte zu finden. SSB-Präsidentin Rita Girschikowsky erwartet aber, dass im nächsten Jahr alle Turnhallen wieder geräumt sind. „Ab Herbst sollen ja neue Wohncontainer zur Verfügung stehen“, sagt sie. Zugleich fordert sie, dass keine Containerdörfer auf Sportplätzen aufgestellt werden, die noch in Betrieb sind. Damit spielt sie auf zwei Standorte für mögliche Flüchtlingsunterkünfte an, die die Stadt für das nächste Jahr ausgewählt hat. Zum einen sollen Wohncontainer auf einen Sportplatz in Isernhagen Süd gestellt werden, zum anderen haben die Stadtplaner eine Tennisanlage an der Podbielskistraße nahe der Corinthstraße auserkoren.

„Aus sportlicher Sicht habe ich kein Problem mit Wohnmodulen auf dem Sportplatz in Isernhagen Süd“, sagt Bezirksbürgermeister Harry Grunenberg (SPD). Auf der grünen Wiese stünden nur zwei provisorische Holztore, Jugendliche träfen sich dort zum Bolzen. „Aber der Standort ist weit von den nächsten Stadtbahn- und Bushaltestellen entfernt“, sagt Grunenberg. Auch Einkaufsmöglichkeiten liegen fern. In der SPD-Ratsfraktion gibt es andere Meinungen. „Ein Großteil der Flüchtlinge sind junge, alleinstehende Männer. Für sie dürften etwas weitere Fußwege kein Problem sein“, sagt eine Genossin. Randbereiche der Stadt sollten bei der Suche nach neuen Standorten nicht ausgespart werden.

Der mögliche Containerstandort an der Podbielskistraße ist jetzt noch eine Tennisanlage und wird vom Verein SC Schwarz-Gold betrieben. „Wir haben bisher keine Nachricht von der Stadt bekommen“, sagt der Vorsitzende Heinrich Rothenhöfer. Das liege daran, sagt Stadtsprecher Alexis Demos, dass es sich um eine „potenzielle“ Fläche handele. Selbstverständlich werde man sich rechtzeitig mit dem Verein ins Benehmen setzen, sobald eine Bebauung erforderlich sein sollte.

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