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„Flüchtlingskinder verstehen kein Wort“

Zu wenige Sprachlernklassen „Flüchtlingskinder verstehen kein Wort“

Hunderte Flüchtlingskinder verteilen sich auf Hannovers Schulen – vielfach ohne jegliche Deutschkenntnisse. Schulleiter beklagen, dass die Zahl der Sprachlernklassen nicht ausreicht. Erst zum Monatsende soll eine Zählung zeigen, wie viele Kinder betroffen sind.

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Schulleiter in Hannover beklagen, dass es zu wenige Sprachlernklassen für Flüchtlingskinder gibt.

Quelle: dpa/Symbolbild

Hannover. Dann könnte über die möglichen weiteren Sprachlernklassen entschieden werden. Wann sie kommen, ist aber unklar, denn es mangelt an ausgebildeten Lehrkräften. Wie jetzt bekannt wurde, sitzen allein an der IGS Vahrenheide-Sahlkamp 35 Schüler ohne Deutschkenntnis im Unterricht. Der zuständige Bezirksrat appelliert in einem Dringlichkeitsantrag an die Stadt, Lösungen zu finden.

„Stellen Sie sich vor, Sie als Deutscher sitzen in einer arabischen Schulklasse, vorne steht ein arabischer Lehrer und gestikuliert, und Sie verstehen kein Wort - den ganzen Schultag lang“, sagt IGS-Schulleiter Wilm Janssen. Genau so, nur sprachlich umgekehrt, geht es den 35 Kindern an seiner Schule. Er ist nicht der einzige Schulleiter, der auf Sprachlernklassen drängt. Niedersachsenweit hat das Land zwar 60 Zusatzklassen eingerichtet und stellt weitere in Aussicht, doch bis die den Betrieb aufnehmen, können Monate vergehen.

Janssen, der zum Schuljahresende in den Ruhestand geht, spricht aus, was viele andere Schulleiter nur hinter vorgehaltener Hand sagen. „Wenn sich die Lehrer vermehrt um Schüler ohne Deutschkenntnisse kümmern, dann leiden darunter unsere anderen Schüler, die aber ja auch einen Schulabschluss anstreben.“ Die Schulen würden mit dem Problem alleingelassen: „Keiner hat eine Lösung, und das Lehrerkollegium muss es ausbaden.“ Wobei sich die Lehrer, das betont er, an allen Schulen große Mühe gäben. An der IGS Vahrenheide-Sahlkamp hat eine Lehrerin eine Sprachlerngruppe eingerichtet, in der an drei Tagen pro Woche Grundkenntnisse vermittelt werden - „aber das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagt Janssen. An der IGS Kronsberg ist eine Sprachlernklasse eingerichtet, doch benötigt werden drei. In der Grundschule Gartenheimstraße (Bothfeld) gibt es zwei Sprachlernklassen für 18 Schüler. „Acht von ihnen müssen aber doppelt gezählt werden, weil sie noch nicht alphabetisiert sind“, sagt Schulleiterin Petra Meyer: „Und es können ständig mehr Kinder werden, weil wir Schüler aus der großen Unterkunft im alten Klinikum Oststadt bekommen.“

In Burgdorf beantragen Schulen beim Land gemeinsam Sprachlernklassen, die Lehrkräfte bieten in Kürze ehrenamtlich Deutschkurse an, damit die Kinder überhaupt etwas verstehen. An der IGS Vahrenheide-Sahlkamp ist die Situation noch kurioser: Die Schule kann beim Land offiziell gar keine Sprachlernklasse beantragen, weil es seit Jahren an Räumen mangelt. „Räume sind die Voraussetzung dafür, dass wir eine Sprachlernklasse bewilligen“, bestätigt eine Sprecherin des Kultusministeriums. Die Stadt hingegen teilte auf Anfrage der HAZ gestern mit, sobald das Land eine Sprachlernklasse bewilligt habe, werde man Räume für die Schule organisieren, zum Beispiel mit Mobilcontainern. „Manchmal beißt sich die Katze in den Schwanz“, sagt Schulleiter Janssen.

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