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Schulwegpläne: Worauf Eltern achten sollten


Seit diesem Jahr gibt 
es für alle Grundschulen Schulwegpläne, die
 Gefahrenstellen
aufzeigen. Polizei und HAZ erklären, was 
Eltern beachten sollten.
Verkehrssicherheitsberater der Polizei Gerd Schöler (57), Erika Fischer (47) mit Sohn Sam Fischer (8) schauen sich die Gefahrenstellen des zukünftigen Schulwegs

Verkehrssicherheitsberater der Polizei Gerd Schöler (57), Erika Fischer (47) mit Sohn Sam Fischer (8) schauen sich die Gefahrenstellen des zukünftigen Schulwegs.

© Nico Herzog

Am kommenden Sonnabend ist es soweit. Dann geht auch der siebenjährige Sam zur Schule – so, wie rund 10 000 weitere hannoversche Kinder, die in diesen Tagen ihrem ersten Schultag entgegenfiebern. Sams Mutter Erika Fischer jedoch sieht dem Tag auch mit Sorge entgegen. Sorge, dass ihrem Sprössling auf dem Schulweg in der List etwas passieren könnte. Um Sam auf den täglichen Gang zur Grundschule Mengendamm optimal vorzubereiten, hat sich die 47-Jährige über den Schulweg gründlich Gedanken gemacht. Geholfen hat ihr dabei auch ein Schulwegplan, den es seit diesem Jahr für alle hannoverschen Grundschulen und Schulen mit besonderem pädagogischen Profil gibt.

Schon vor den Sommerferien haben die Fischers Post von Sams künftiger Schule bekommen. In einem Umschlag befand sich ein Umgebungsplan, auf dem besonders gefährliche Stellen ausgewiesen sind. Verschickt werden die Pläne von den Schulen und können zudem auch im Internet heruntergeladen werden. „Das ist schon eine große Hilfe“, sagt Fischer, die sich auf der Karte den sichersten Schulweg für Sam ausgesucht hat.

„Das oberste Gebot bei der Schulwegplanung ist es, sichere Überwege zu suchen“, erklärt der Verkehrsberater der Polizei, Hauptkommissar Gerd Schöler, der zu den Fischers gekommen ist, um mit Mutter und Sohn den Schulweg einmal abzugehen. „Für eine Ampel oder einen Zebrastreifen sollten dabei durchaus auch Umwege in Kauf genommen werden.“ Wenn der sichere Schulweg gefunden sei, sollten die Eltern die Strecke mit ihren Kindern dann mehrmals abgehen und einüben, meint der Verkehrsexperte. „Dabei ist es wichtig, dass die Erwachsenen immer wieder erzählen, warum die ein oder andere Stelle so gefährlich ist und was die angehenden Schüler genau beachten müssen.“ Sinnvoll sei es zudem, wenn die Kinder in den ersten Wochen gemeinsam mit anderen Schülern und in Begleitung eines Elternteils zur Schule gehen, sagt Schöler. „Dann können sich die Erwachsenen auch abwechseln und müssen nicht jeden Morgen mit ihren Kindern los.“

Der Schulweg, den Erika Fischer für Sam ausgesucht hat, ist ziemlich einfach. „Im Grunde musst du nur gerade ausgehen“, erklärt sie ihrem Sohn. Gefährlich wird es für den Schulanfänger allerdings an zwei Ampeln, die auf den viel befahrenen Lister Kirchweg münden. Abbieger erschweren das sichere Überqueren. „Hier musst du besonders aufpassen und nicht gleich loslaufen, wenn es Grün wird“, sagt Schöler. „Die Regel heißt: Bei Rot stehen, bei Grün sehen – und erst wenn nichts kommt gehen.“ Sam nickt eifrig und verspricht, dass er immer aufpasse. Erika Fischer muss darüber schmunzeln. „Es ist beruhigend, zu wissen, dass Sam vorbereitet ist“, meint sie.

Karten zum Herunterladen

Seit diesem Jahr stehen Schulwegpläne für alle hannoverschen Grundschulen und Förderschulen sowie für die Integrierte Gesamtschule (IGS) Roderbruch zum Herunterladen auf der Internetseite www.hannover.de bereit. Zu finden sind die Karten über die Rubriken Bildung & Arbeit, Schulen, allgemeinbildende Schulen. Die Pläne im PDF-Format kennzeichnen sichere Überwege wie Ampeln oder Zebrastreifen und markieren Stellen, an denen erhöhte Aufmerksamkeit erforderlich ist, mit einem Augensymbol. Die Karten wurden auf Initiative von Stadt, Polizei und ADAC als Reaktion auf eine im Mai 2008 veröffentlichte Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen entworfen. Sie hatte ergeben, dass in der niedersächsischen Landeshauptstadt im Vergleich mit ähnlich großen Städten überdurchschnittlich viele Kinder verunglücken, Der Studie, in der Hannover einen unrühmlichen ersten Platz einnahm, lagen die Verkehrsunfallstatistiken der Polizei aus den Jahren 2003 bis 2005 zugrunde

Von Stephan Fuhrer

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  • Steuerverschwendungen Ralph A. – 03.08.09
    Was hier von der Stadt Hannover als Schulwegplan angepriesen wird ist lächerlich. Der Plan ist für Autofahrer geeignet, aber nicht für Kinder bzw. deren Eltern. Hier fällt es an allem, wie z.B. einem empfohlenen Schulweg, Beschreibung der Gefahrenpunkte, Gehwege, usw. Die Steuergelder zur Erstellung dieser Witzpläne hätte man deutlich besser verwenden können! Vor dem Hintergrund, dass es ein privatwirtschaftliches Hannoveraner Projekt namens SchulwegPlaner.de gibt, welches das gleiche Problem deutlich kostengünstiger und sinnvoller gelöst hätte, muss ernsthaft die Frage stellen, warum hier Steuergelder verschwendet wurden. Zumal der Stadt das von der Landesverkehrswacht und Conti initiierte Projekt SchulwegPlaner.de bekannt war/ist.

    Gleichwohl muss man auch die HAZ hinterfragen, warum dieser ganze Kampagne so löblich unterstützt wird? Denn die Schulwegpläne sind wirklich nicht brauchbar und werden an dem Ziel sicherer Schulwege deutlich vorbeigehen. Schade, hier wurden große Chancen verpasst und man kann nur hoffen, dass die Stadt doch noch zeitnah umschwenkt und die Pläne mit dem SchulwegPlaner neu erstellt.

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