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Aus der Stadt Schwarzfahrer muss lange ins Gefängnis
Hannover Aus der Stadt Schwarzfahrer muss lange ins Gefängnis
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21:33 14.09.2015
Von Tobias Morchner
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

Das Amtsgericht Hannover hat am Montag einen notorischen Schwarzfahrer und Gewalttäter zu einer Haftstrafe von neun Monaten ohne Bewährung verurteilt. Da der 24-jährige Orkan M. allerdings wegen schwerer räuberischer Erpressung, Diebstahls und Betrugs verurteilt und seine Strafe nur zur Bewährung ausgesetzt war, muss der junge Mann jetzt für insgesamt drei Jahre und drei Monate hinter Gitter.

Im jetzt verhandelten Fall ging es um einen Angriff von Orkan M. auf einen Kontrolleur am 6. Februar in der S-Bahn von Hildesheim nach Hannover. Der 24-Jährige hatte zwar eine Fahrkarte dabei, sie war aber lediglich für eine Tarifzone gültig, und der junge Mann bewegte sich außerhalb dieser Zone. Gegenüber dem Kontrolleur soll M., der zuvor Kokain konsumiert hatte, das Problem unverblümt zur Sprache gebracht haben. „Wegen der Zonenüberschreitung machst du aber nichts“, soll er zu dem Kontrolleur gesagt haben.

Trio eilt Schaffner zu Hilfe

Als der Bahnmitarbeiter Orkan M. dennoch aufschreiben wollte, rastete der Schwarzfahrer aus. Zweimal schlug M. den Kontrolleur mit der Faust ins Gesicht. Am Messebahnhof in Laatzen verließ er die S-Bahn. Als der Bahnmitarbeiter ihm auf Gleis 16 folgte, hielt sich M. mit beiden Armen an einer Metallkonstruktion fest und versuchte, seinen Verfolger mit den Füßen zu treten. Im letzten Moment konnte der Kontrolleur sich wegducken. Unmittelbar darauf kamen dem ­S-Bahn-Schaffner drei Männer zu Hilfe - ein Sozialrichter, ein Psychologiestudent und ein Bundeswehrsoldat mit Erfahrung im Nahkampf. Die drei stürzten sich auf Orkan M. und hielten ihn bis zum Eintreffen der Polizei fest. Der Schwarzfahrer setzte sich heftig zur Wehr, biss den Studenten und verletzte ihn leicht.

Der Angeklagte hatte zu Beginn der Verhandlung ein Geständnis abgelegt. Ihm war auch nicht viel anderes übrig geblieben, da die Überwachungskameras seine Taten in scharfen Bildern und aus mehreren Blickwinkeln aufgezeichnet hatten. In der Anklageschrift, die am Montag zu Beginn der Verhandlung verlesen wurde, waren ursprünglich 13 Vergehen wegen Schwarzfahrens aufgelistet. Angesichts der Höhe der zu erwartenden Strafe verurteilte das Amtsgericht Orkan M. allerdings nur wegen sechs Vergehen und Körperverletzung in zwei Fällen.

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