Irgendwie sind sie alle Titelverteidiger: Deutschland, Australien, Italien, Schweden und China. Sie alle haben in einem der vergangenen Jahre den Feuerwerkswettbewerb in den Herrenhäuser Gärten gewonnen, und nun treten sie gegeneinander an – und bei dieser 20. Auflage des Wettbewerbs kann es nur einen Sieger geben. Am Sonnabend versuchten die Schweden von Göteborgs „FyrverkeriFabrik“, Eindruck auf die Juroren zu machen, als Letztes werden das die chinesischen Kollegen tun. Dann wird man mehr wissen. Um den Thron der Himmelskünstler zu besteigen, müssen die Feuerwerker eine Pflicht und eine Kür absolvieren.
Die schwedische Kür wird an diesem immerhin trockenen Sonnabendabend von Franz von Suppés Stück „Leichte Kavallerie“ untermalt, und wer etwas Phantasie aufbringt, der kann im Knallen der Raketen vielleicht das Hufgetrappel der Pferde hören – oder die Schüsse Hunderter Musketen. Ansonsten aber haben die Lichter der Göteborger nichts mit grimmigen Kampfhandlungen gemein. Stattdessen malen die Schweden auf dem hannoverschen Nachthimmel mit bunten Farben wie auf einer großen, schwarzen Schiefertafel. So gekonnt tun sie das, dass es die Gäste an diesem Abend herzlich wenig interessierte, ob am Ende die Schweden die besten Maler gewesen sein werden oder die Deutschen, Italiener, Australier oder Chinesen.
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