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Schwester gewürgt - Täter kommt frei

Gerichtsprozess Schwester gewürgt - Täter kommt frei

Überraschender Ausgang im Sicherungsverfahren gegen einen 49-Jährigen, der wegen versuchten Totschlags an seiner älteren Schwester angeklagt war: Das Schwurgericht lehnte den Antrag ab, Andreas D. in einer psychiatrischen Klinik unterzubringen. 

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Symbolbild.

Quelle: dpa

Hannover. Auch muss der Mann, der sein Opfer im Februar dieses Jahres bis zur Besinnungslosigkeit strangulierte, nicht ins Gefängnis. Die Kammer unter Vorsitz von Richter Wolfgang Rosenbusch kam zu dem Urteil, dass D. zur Tatzeit aufgrund einer starken Psychose schuldunfähig war - dass er jedoch nach knapp neunmonatigem Aufenthalt im Regionsklinikum Wunstorf sowie geplanten Veränderungen in seiner Wohnsituation keine Gefahr mehr für die Allgemeinheit darstellt.

Nach Überzeugung des Schwurgerichts hatte D. nicht vor, seine vier Jahre ältere Schwester umzubringen, sondern sie nur „ruhigzustellen“; dies sei als gefährliche Körperverletzung zu werten. Laut Staatsanwalt war D. auf dem elterlichen Hof in Mardorf völlig unvermittelt über die Frau hergefallen, hatte sie in den Schwitzkasten genommen und ihr immer wieder Mund und Nase zugedrückt, sodass sie mehrmals bewusstlos wurde. D. selbst hatte vor Gericht ausgesagt, dass ihn die Schwester ihrerseits angegriffen habe; er habe sie in den Schwitzkasten genommen, damit ihre „Aggressivitätsschübe“ abklingen. Die Anklagebehörde ging davon aus, dass der gelernte Fernmeldetechniker unter paranoider Schizophrenie sowie Wahnvorstellungen leidet und an jenem Februartag nicht zurechnungsfähig war.

Das sah das Gericht letztendlich genauso, erkannte bei D. aber keine Wiederholungsgefahr. Die Tat hänge in starkem Maße damit zusammen, dass der 49-Jährige längere Zeit mit Mutter und Schwester unter einem Dach gelebt habe. Da er nun nicht mehr auf den Hof zurückkehren wolle, sei diese Konstellation aber nicht mehr gegeben.

Einen Anspruch auf Entschädigung für den Aufenthalt in der Wunstorfer Psychiatrie billigte die Kammer D. allerdings nicht zu. Die mehrmonatige Unterbringung sei zu Therapiezwecken zwingend notwendig gewesen.

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