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Aus der Stadt Sechs Jahre Haft für Messerangriff
Hannover Aus der Stadt Sechs Jahre Haft für Messerangriff
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21:38 01.07.2011
Nach dem Dafürhalten des Gerichts konnte dem Angeklagten das Mordmerkmal der Heimtücke nicht nachgewiesen werden. Quelle: Dröse
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Hannover

Nur knapp hatte ein Obdachloser einen Angriff mit einem Messer am Güterbahnhof überlebt. Seine Kumpels riefen von der gegenüberliegenden Post einen Rettungswagen. Für die Tat verurteilte das Landgericht Hannover am Freitag den 34 Jahre alten Krzysztof K. wegen gefährlicher Körperverletzung zu sechseinhalb Jahren Haft. Damit widersprach das Schwurgericht der Staatsanwaltschaft, die wegen versuchten Mordes eine neunjährige Freiheitsstrafe gefordert hatte. Der Täter sei von dem Versuch, seinen Kontrahenten zu töten, zurückgetreten, begründete der Vorsitzende Wolfgang Rosenbusch.

Was genau Ende Oktober vergangenen Jahres zwischen Täter und Opfer, die beide der Obdachlosenszene angehören, vorgefallen ist, konnte auch während des Prozesses nicht abschließend geklärt werden. Das Opfer hatte ausgesagt, den 34-Jährigen zu einer Mahlzeit eingeladen zu haben. Danach habe dieser grundlos auf ihn eingestochen. Ein Zeuge hatte erklärt, während des Zwischenfalls geschlafen zu haben. Der Täter selbst schwieg zu den Vorwürfen. Nach dem Dafürhalten des Gerichts konnte dem Angeklagten das Mordmerkmal der Heimtücke nicht nachgewiesen werden.

Auch eine anschließende Sicherungsverwahrung sah die Kammer als unbegründet an und stützte sich damit auf die Expertise des psychiatrischen Gutachters – er hatte den dafür nötigen Hang zu schweren Gewalttaten ausgeschlossen. Krzysztof K. ist zwar wegen Raub- und Diebstahlsdelikten und in einem Fall wegen Körperverletzung vorbestraft, allerdings ließen sich diese Delikte nicht mit der vorliegenden Tat vergleichen.

An den Angeklagten gewandt sagte Rosenbusch: „Sie befinden sich auf einem gefährlichen Weg, wenn Sie so weitermachen, droht Ihnen die Sicherungsverwahrung.“ Die Staatsanwaltschaft prüft Rechtsmittel. Auch K.s Anwalt Marcin Raminski überlegt, in Revision zu gehen – ihm erscheint die Strafe zu hoch.

Sonja Fröhlich

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