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Aus der Stadt Sechs Schüler bei Einsturz von Klettergerüst verletzt
Hannover Aus der Stadt Sechs Schüler bei Einsturz von Klettergerüst verletzt
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18:32 04.09.2017
Von Bärbel Hilbig
Betreten verboten: Reste des Klettergerüsts.  Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Die Freude der Kinder war deshalb groß, als Schulleiter Norbert Junker am Freitag vor einer Woche bei strahlendem Wetter feierlich ein rotes Band durchschnitt. Etliche Schüler stürmten begeistert das ausgefeilte Turngerät in Form eines Raumschiffs. Doch was dann geschah, ließ manche Augenzeugen an einen schlechten Film denken: Nach einer Minute sackte das teure Gerät wie in Zeitlupe in sich zusammen.

„Alle haben sich erschreckt“, berichtet Schulleiter Junker. Das Gerüst soll sich leicht verschoben haben, dann brachen zwei Querverstrebungen aus Metall aus der Halterung. Fünf Schüler trugen beim Hinabfallen Beulen oder Blessuren am Knie davon. Ein Kind erlitt eine leichte Gehirnerschütterung und kam zur Beobachtung in ein Krankenhaus. „Es gibt keine Begrenzung der Nutzerzahl. Sonst hätten wir es nicht genommen“, betont der Schulleiter.

Junker will der Lieferfirma des futuristisch gestalteten Klettergerüsts keine Vorwürfe machen. Das Unternehmen untersucht aktuell, ob ein Montage- oder ein Materialfehler Ursache für den Zusammenbruch war. Das zertifizierte Gerät ist seit fast 20 Jahren auf dem Markt, die Firma Kompan selbst soll einen guten Ruf haben und hat bereits andere Schulen in Hannover ausgestattet. „Das Modell steht von Sydney bis Helsinki, und es hat noch nie so einen Unfall gegeben“, sagt Sprecher Thomas Stormanns. Nach der Reparatur des Gerüsts wird ein externer Gutachter die Standsicherheit prüfen, so ist es vereinbart. Aktuell steht nur noch ein abgesperrter Teil des Gerüsts auf dem Schulhof.

Für das Gymnasium ist die Situation misslich. 50 000 Euro hat die Schule für das Gerät inklusive Aufbau gezahlt. Die Schüler veranstalteten dafür zwei Sponsorenläufe. Schulträger, Eltern und die schuleigene Stiftung gaben Geld, weil sie den Schülern angesichts des kleinen Schulhofs eine zusätzliche Bewegungsmöglichkeit bieten wollten. Drei Jahre lang hatten Geldbeschaffung und Suche nach dem geeigneten Modell gedauert, nun verlängert sich die Wartezeit. Abgeschreckt hat der Zusammenbruch die Schüler jedoch nicht. „Die Kinder fragen mich jeden Tag, wann sie klettern können“, sagt Schulleiter Junker.

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