Dass sie etwas ganz Besonderes ist, scheint „First Lady“ noch gar nicht so recht bemerkt zu haben. Am Donnerstag zeigte sich das am 4. Juni im Zoo Hannover geborene Karibu-Baby zumindest ganz ohne Divenallüren und mümmelte völlig unprätentiös an Moos, Gras und Flechten. Dabei ist das cremefarbene Kalb mit der braunen Augen- und Nasenpartie und dem weichen Fell eine wahre Sensation: Seit 1945 ist „First Lady“ der erste Karibu-Nachwuchs in ganz Europa.
Erst zu Beginn vergangenen Jahres hatte der Zoo eine kleine Herde der nordamerikanischen Wildrentiere für ihre Alaska-Landschaft Yukon Bay aus Quebec importiert. Entsprechend groß ist der Stolz über „First Lady“. Und so wurde dann auch schnell eingriffen und zugefüttert, als Mutter Takkini nach 228 Tragezeit ihr Junges nicht so recht annehmen wollte. Mittlerweile jedoch sind die Sorgen Schnee von gestern: Das Kalb, dessen Vater Karibu-Männchen „Carter“ ist, hat sich prächtig entwickelt, wiegt ganze zwölf Kilogramm, springt und grunzt fröhlich herum. „Takkini ist eine so gute Mutter geworden, dass ,First Lady’ eine richtige Leibwächterin hat“, meint Zoochef Klaus-Michael Machens.
von Julia Sellner
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