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Aus der Stadt Senioren erfüllen sich einen Lebenstraum
Hannover Aus der Stadt Senioren erfüllen sich einen Lebenstraum
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00:16 28.08.2017
Schräge Vögel: Mit dem Geländewagen bewältigen die Tester Geröllstrecke und Wasserfall. Quelle: Clemens Heidrich
Hannover

Der Kommunale Seniorenservice der Stadt erfüllt seinen Bürgern seit 20 Jahren Lebensträume. Es waren spektakuläre Aktionen darunter. Die Ruheständler durften Baggerfahrer, Busfahrer oder Chefredakteur sein, U-Boot fahren oder auf einer Gala Walzer tanzen. Gestern war weniger Taktgefühl gefragt, eher Abenteuerlust und ein Quantum Mut. Die drei Auserwählten, gut zwei Dutzend hatten sich beworben, durften ein Off-Road-Fahrzeug über das Gelände des ADAC-Fahrsicherheitszentrums steuern. Nicht irgendeinen SUV, sondern den Klassiker unter den Offroadern, den Land Rover Defender. Detlef Kehe, Fahrsicherheitstrainer des ADAC in Laatzen, hatte zwei echte Arbeitstiere besorgt, ausgerüstet für den Wüsteneinsatz mit zusätzlichen Wassertanks und Zweimannzelt auf dem Dach.

Einmal offroad unterwegs sein: Senioren erfüllen sich Lebenstraum.

Erst auf den Beifahrersitz...

Zunächst stand eine Erkundungsfahrt mit dem Profi Kehe auf dem Programm, damit die Senioren auf Beifahrersitz und Rückbank einen Eindruck gewinnen konnten, was sie auf dem Gelände erwartet: Kamelbuckel, Maulwurfshügel, Baumstammverschränkungen, Geröllstrecke mit 45 Grad Steigung und ein Wasserfall. Die wichtigste Regel für die Off-Road-Neulinge: Auf keinen Fall die Kupplung treten. Wenn es bergab geht, macht der Defender mit seinen Differentialsperren eigentlich alles allein.

...dann ans Steuer

Als Erster durfte Wilhelm Lawischus auf den Rundkurs. Der 63-Jährige ist sozusagen Halbprofi. Sein erster Geländeeinsatz liegt allerdings ein wenig zurück. 1974 hat er bei der Bundeswehr einen Jeep gesteuert. Inzwischen fährt er einen SUV aus Wolfsburg. Nach seiner Rundfahrt war er begeistert: „Klasse. Wo kann man so was sonst erleben? Heute darf man doch nirgendwo ins Gelände fahren und alle Kiesgruben sind gesperrt.“ Seinen Lebenstraum hat der Seniorenservice jedenfalls erfüllt.

Mit 77 Jahren noch mutig unterwegs

Ein glückliches Lächeln hatte auch Horst Dammann im Gesicht, als er aus dem Defender kletterte, mit 77 Jahren der Älteste unter den Teilnehmern der Aktion. Den Parcours hatte auch er unfallfrei hinter sich gebracht. Für ihn war es reines Vergnügen und nur einen Moment lang hat er ein wenig geschwitzt: „Wenn man oben auf der Kuppe des Bergs steht und die Abfahrt erst nicht sieht, ist das schon ein komisches Gefühl.“ Und Dammann hat noch eine weitere Erkenntnis von dieser Abenteuertour aus Laatzen mitgenommen: „Meinem eigenen Auto würde ich diese Tortur nicht zumuten wollen.“

Lässig durch den Parkour

Ganz lässig fasste Swarnhild Fischer ihre Eindrücke zusammen: „Hat Spaß gemacht.“ Angst hatte sie weder oben auf dem Berg, noch bei der Abfahrt über das rutschige Gestein des Wasserfalles. Wie sie sagt. Schließlich war sie schon einmal im Urlaub mit einem Geländewagen in Paraguay unterwegs. Wer Südamerika kennt, den kann Laatzen nicht schrecken.

Nächste Traumerfüllung 2018

Den nächsten Lebenstraum wird der Seniorenservice im kommenden Frühjahr erfüllen. Er fällt weniger gefährlich aus. Die Kandidaten dürfen dann einmal Fernseh-Maskenbildner beim NDR sein.

Hans-Peter Wiechers

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