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Aus der Stadt Student gesteht Sex mit Zwölfjähriger
Hannover Aus der Stadt Student gesteht Sex mit Zwölfjähriger
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00:15 31.01.2016
Der Angeklagte mit seinem Anwalt beim Prozessauftakt vor drei Wochen. Quelle: Rainer Surrey (Archiv)
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Hannover

Obwohl er seine Taten in Teilen gesteht, sagt Sebastian F. am Donnerstag kein Wort. Selbst als Richterin Monika Thiele ihn noch einmal fragt, ob er der Erklärung zustimmt, die seine Anwälte vor der 2. Großen Jugendkammer verlesen  haben, nickt er lediglich. Dennoch wirkt es für die Besucher des Landgerichts nicht, als ob der 26-Jährige große Reue zeigt.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, ein zwölfjähriges Mädchen im vergangenen Jahr dreimal sexuell missbraucht zu haben. Zudem soll er das Mädchen an 19 Tagen über Facebook-Chats sowie mit Handyanrufen zu sexuellen Handlungen vor ihrem Computer überredet zu haben. Zwischen März und Juli soll der Anklage sein Opfer unter anderem in Hauptbahnhof Hannover getroffen haben und das Kind dann in die Eilenriede gelotst haben, wo er sie im Unterholz entkleidete und missbrauchte. Ähnliches passierte in Waldstücken nahe den S-Bahnhöfen Holtensen-Linderte und Bennigsen.

„Unser Mandant räumt ein, sexuelle Handlungen an einer unter 14-Jährigen durchgeführt haben“, erklärte am Donnerstag einer das Anwälte des Studenten. Dabei habe sein Mandant jedoch nicht gewusst, dass das Kind erst zwölf Jahre alt war, dies aber billigend in Kauf genommen. Warum er sich dem Mädchen gegenüber dann aber offenbar als 16-Jähriger ausgab, lässt der Rechtsanwalt im Unklaren. Stattdessen zeichnet er ein grobes Bild von dem Innenleben seines Mandanten. Für ihn sei das Mädchen zunächst nur eines von vielen im Internet gewesen. „Zu dieser Zeit saß unser Mandant jeden Tag lange Zeit an dem Computer und chattete mit diversen Mädchen und Frauen, darunter auch Volljährige“, so der Anwalt.

Irgendwann konzentrierte er sich dann aber immer mehr auf sein späteres Opfer. Das junge Mädchen, das schon seit Jahren unter Depressionen leidet, sich in diesem Zusammenhang auch selbst Schmerzen zufügte, indem sie sich ritzte, habe Sebastian F. den Eindruck vermittelt, wichtig zu sein und gebraucht zu werden, sagte sein Anwalt. Das ging soweit, dass der Student die Zwölfjährige in Chats und am Telefon überredete, an sich selbst sexuelle Handlungen vorzunehmen, die dem jungen Mädchen Schmerzen bereiteten. „Unser Mandant redete sich ein, so einen Ersatz für das Ritzen zu schaffen und dem Kind damit zu helfen."

Durch das Geständnis will der Angeklagte nach Aussage der Verteidigung dem Opfer eine Aussage vor Gericht ersparen. „Er bedauert das Leid, das er ihr und ihrer Familie zugefügt hat“, so ein Anwalt, der ankündigte, sich mit der Nebenklage über ein Schmerzensgeld einigen zu wollen. „Ich befürchte, dass wir das Verfahren nicht so verschlanken können“, sagte jedoch die vorsitzende Richterin Monika Thiele. Nach dem, was sie in der Erkläung gehört habe, habe sie noch einige Fragen an die Verteidigung.

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