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12-Jährige missbraucht: Student muss in Haft

Urteil in Hannover 12-Jährige missbraucht: Student muss in Haft

Das Landgericht hat einen 26-Jahre alten Studenten zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt, der ein Mädchen 22 Mal sexuell missbraucht hat. In drei Fällen geht es um schweren Missbrauch.

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Der Angeklagte Sebastian F. verbirgt sein Gesicht, Anwalt Bastian Quilitz ist einer seiner Verteidiger.

Quelle: Michael Zgoll

Hannover. Auch als Richterin Monika Thiele am Freitag um 12.30 Uhr das Urteil verkündet, verzieht Sebastian F. keine Miene. Regungslos hört er zu, wie die Richterin das Strafmaß verkündet: vier Jahre und drei Monate Haft dafür, dass er ein zwölfjähriges Mädchen mehr als 20 Mal sexuell missbrauchte. Zudem muss er der Familie seines Opfers 5000 Euro Schmerzensgeld bezahlen und die Kosten des Verfahrens tragen. "Darüber hinaus fordern und erwarten wir von dem Angeklagten, dass er sich in Therapie begibt und seine psychischen Krankheiten behandeln lässt", sagte Thiele.

Am Tag zuvor hatte der 26-jährige Lehramtsstudent, der bereits als Aushilfslehrer an einer Hamburger Schule arbeitete , gestanden, ein zwölfjähriges Mädchen drei Mal in Waldstücken in der Region Hannover sexuell missbraucht zu haben. Zudem soll er das Kind in Chats und am Telefon in 19 Fällen gezwungen haben, an sich selbst sexuelle Handlungen vorzunehmen und sich dabei Schmerzen zuzufügen. "Er hat sich das Kind zu einem Sexwerkzeug herangezogen", sagte Rechtsanwältin Antje Heister, die die Familie der Zwölfjährigen vertritt.  "Dafür nutzte er sein pädagogisches Vorwissen, um seine sexuellen und sadistischen Neigungen zu befriedigen." In ihrem Schlussplädoyer bewertete sie die Taten als besonders schwer, weil der Angeklagte sie nicht nur vorsätzlich sondern absichtsvoll begangen habe.  Heister forderte sechs Jahre und drei Monate Haft für F.. Der Staatsanwalt beantragte fünf Jahre und acht Monate, weil er dem Angeklagten anrechnete, dass dieser noch nicht vorbestraft ist und seine Taten gestanden hatte.

"Bei der Milde des Urteils kam auch zu tragen, dass der Angeklagte seinem Opfer eine Aussage vor Gericht ersparte", sagte Richterin Thiele. Dieses Argument nutzte auch dessen Verteidigung. Zudem baten die Anwälte von Sebastian F. das Gericht, beim Urteil zu beachten, dass F. seine ganze Zukunft zerstört habe.  "Seine ganze Ausbildung ist wertlos, weil er nie wieder in dem Beruf arbeiten können wird, den er erlernt hat", so sein Anwalt Karsten Ringe. Nicht nur wegen seines gesundheitlichen Zustands - F. leidet an der chronischen Darmerkrankung Morbus Crohn - sei der 26-Jährige haftunfähig. "Sexualtäter rangieren in der JVA auf der untersten Hierarchieebene bei den Insassen", sagte Ringe. Es bestehe also jederzeit die Gefahr von Angriffen auf F.. Dieser wolle  sich aber einer Therapie unterziehen, um seine Probleme in den Griff zu bekommen, wie Rechtsanwalt Bastian Quilitz betonte.

Ob diese großen Erfolg habe, bezweifelte der Staatsanwalt bereits in seinem Plädoyer. "Der Gutachter, den wir vor Gericht hörten, bestätigte zwar eine Sexualangst des Angeklagten", so der Staatsanwalt. "Er konnte bei den Gesprächen mit F. jedoch keine verminderte Einsicchts- oder Steuerungsfähigkeit feststellen." Das sei auch daran zu erkennen, wie er die Verlustängste seine Opfers ausnutzte, die selbst unter einem Borderline-Syndrom leidet. Bei den Treffen und den Gesprächen über das Internet sei er sehr planvoll vorgegangen. "So ließ er das Opfer die Chatverläufe regelmäßig löschen, um Spuren zu verwischen", erklärte der Staatsanwalt. Bei den drei persönlichen Treffen lotste er die Zwölfjährige in Waldstücke, wo er sich abseits der Blicke von Passanten an ihr verging. Auf dem Weg dorthin wies er sein Opfer an, sich als seine Schwester auszugeben, falls sie gefragt würden.

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