Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Hannovers Öko-Stadtteil wächst weiter
Hannover Aus der Stadt Hannovers Öko-Stadtteil wächst weiter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:19 15.11.2017
Von Michael Zgoll
Neues Wohnquartier im Landschaftsschutzgebiet: So sehen die Planungen für die Erweiterung der Kronsberg-Bebauung aus. Quelle: Simulation: Astoc/West 8
Hannover

Schon jetzt haben sich fast alle namhaften Wohnungsbauunternehmen aus Hannover Grundstücke gesichert, 2019 soll der Wohnungsbau starten. Die Fakten im Überblick:

Bis zu 8000 Bewohner: Auf rund 53 Hektar sind rund 3500 Wohneinheiten für 7000 bis 8000 Bewohner geplant. Das Wohnquartier zwischen Emmy-Noether-Allee im Norden und dem holländischen Pavillon teilt sich in drei Baufelder auf, die von einem bumerangförmigen, vom Kronsberg-Kamm ins Wohngebiet kragenden Landschaftspark unterteilt werden.

Schule, Kitas, Sport und Parks: Zusätzlich zum großen Landschaftspark sind Spiel- und Bolzplätze geplant, eine dreieinhalbzügige Grundschule nebst Sporthalle sowie pro Baufeld zwei Kitas, also insgesamt sechs. Vorgesehen sind 459 Kita-Plätze für Kinder über drei Jahre und 177 Plätze für Kinder unter drei Jahre.

Geschäfte: Nahe der Stadtbahn-Endstation Messe/Ost (Expo-Plaza) ist ein größeres Nahversorgungszentrum mit Läden vorgesehen - das nützt auch den Studenten der nahen Hochschulen. An den vier Quartiersplätzen sind ebenfalls Läden denkbar, dort kann es auch Eltern- und Jugendtreff geben, einen Ableger des Kulturzentrums Krokus, eine Pflegeeinrichtung und ein Quartiersbüro.

Vereinzelt bis zu sieben Geschosse: Die Mehrfamilienhäuser sollen meist vier Geschosse haben, es soll auch einen kleineren Anteil dreigeschossiger Reihenhäuser geben, allesamt mit begrünten Flachdächern. An wenigen exponierten Stellen wird es fünf- oder gar siebengeschossige Gebäude geben.

Ein Viertel preiswerte Wohnungen: 25 Prozent der Wohneinheiten sind für günstige Mietwohnungen reserviert, die auf Basis des kommunalen Wohnraumförderprogramms bezuschusst werden. Eine Ablösung im Austausch gegen andere Areale ist nicht erlaubt.

Alles muss öko sein: Alle Gebäude sind mindestens nach dem KfW-Effizienzhaus-55-Standard zu errichten, gesundheits- und umweltverträgliche Materialien sind Pflicht. Regenwasser soll mithilfe eines Mulden-Rigolen-Systems versickern, wie es in der Expo-Siedlung am Kronsberg schon gut funktioniert. Starkregen soll in bestimmten Straßen nach Süden und Norden abgeleitet werden, sodass die Stadtbahntrasse nicht unter Wasser gesetzt wird.

Verkehr: Autos sollen in erster Linie in Tiefgaragen parken, insgesamt soll es weniger Stellplätze geben als in anderen Neubaustadtteilen. Dafür gibt es ein für Hannover beispielhaftes Bündel an umweltfreundlichen Angeboten. Zehn Prozent der Stellplätze sind mit Ladepunkten für Elektroautos auszustatten, deren Strom aus erneuerbaren Energiequellen stammen muss. Pro Baufeld sollen Car-Sharing-Firmen mindestens zwölf Stellplätze anbieten. Alle Wohnhäuser müssen ein komfortables, teilweise überdachtes Abstellen von Rädern - auch E-Bikes und Lastenrädern - ermöglichen, für 25 Prozent dieser Stellplätze muss eine Stromversorgung vorhanden sein, zudem wird es eine Nord-Süd-Fahrradstraße geben. Die Busse, die eine Verbindung nach Laatzen herstellen, sollen künftig die Stadtbahn-Endstation ansteuern. Die neue Hauptstraße des Gebiets führt von der Kattenbrookstrift zur Lissabonner Allee.

16 Meter hohe Glas-Lärmschutzwände: Westlich vom Wohngebiet liegen die große Arvato-Logistikhalle sowie Betriebe an der Brüsseler Straße, dazu gibt es die Stadtbahntrasse. Die großen Wohnhäuser an der Stadtbahnlinie sollen den Schall abfangen, sie erhalten Lärmschutzfenster. Zwischen den Wohnblöcken werden zudem 16 Meter hohe, gläserne Lärmschutzwände errichtet. Zum Schall von Konzerten auf der Expo-Plaza sagt die Stadt, fünf bis sechs Konzerte pro Jahr seien für die Bewohner von Kronsberg-Süd zumutbar. Zudem könne der Schallpegel durch verschiedene technische Maßnahmen gesenkt werden; spätestens um 23 Uhr muss die Musik verstummen.

Naturschutz: Auf der Baufläche gibt es neun Reviere von Feldlerchen. Für diese gefährdete Vogelart schafft die Stadt im weiteren Umkreis Ersatzflächen. Ein Kalkmagerrasen auf einem früheren Wasserhochbehälter der Stadtwerke wird verlagert. Einen dritten Aussichtshügel am Kronsberghang, der vor Jahren vorgesehen war, wird es nicht geben. Und die Windkraftanlage östlich der Cousteaustraße wird zum 30. September 2019 abgestellt, dann läuft der Vertrag mit dem Betreiber aus.

Der Zeitplan: Der Bezirksrat sowie gestern auch der Umweltausschuss haben die Beratung zunächst vertagt. Nach Auskunft von Stadtplanerin Ulrike Hoff soll der Bebauungsplan aber Anfang 2018 öffentlich ausgelegt werden. Kurz darauf will die Stadt mit dem Bau der Hauptstraße beginnen, außerdem gehen dann die Architektenwettbewerbe über die Bühne. 2019 soll der Bau der ersten Häuser beginnen, die frühestens Ende 2020 fertig sind. Die Grundschule soll bis 2023 bezugsfertig sein. Die Baufelder Nord und Mitte könnten dann bis 2025 abgeschlossen werden, der südliche Bauabschnitt wird erst später fertig.

Mehr zur Planung

Alle bekannten Details zur Planung gibt es auch auf den Seiten der Stadt Hannover nachzulesen: hier und hier.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Erneut ist es zu einem tödlichen Unfall zwischen einem Fußgänger und einer Stadtbahn gekommen: Eine 29 Jahre alte Frau ist am Mittwochnachmittag aus noch unbekannten Gründen am Friedhof Lahe zwischen Bahnsteigkante und Stadtbahn geraten. Sie starb noch an der Unfallstelle.

16.11.2017

Elektronik, die per Sprachsteuerung bedient werden kann, ein automatisches Alarmsystem für Notfälle, eine intelligente Tablettenbox – wie moderne Technik das Wohnen für Senioren angenehmer und sicherer machen kann, können interessierte nun in einer Musterwohnung in Roderbruch erleben.

18.11.2017

Zum dritten Mal haben die Betreiber ihre Leibniz Lounge in der Nordstadt zur Winterlounge umgebaut. Dort gibt es ab sofort Glühwein und andere Getränke zwischen Tannenbäumen und anderem adventlichen Schmuck. Auch eine Eisstockbahn ist aufgebaut.

Susanna Bauch 18.11.2017