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Aus der Stadt Keine Chance auf Wahlsieg? Gabriel irritiert die SPD
Hannover Aus der Stadt Keine Chance auf Wahlsieg? Gabriel irritiert die SPD
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21:30 31.08.2017
Außenminister Sigmar Gabriel. Quelle: dpa
Hannover

 Kurz vor dem Fernsehduell zwischen SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wächst in den Parteien die Nervosität. Für Irritation sorgte am Donnerstag ein Interview, das Außenminister Sigmar Gabriel dem „Spiegel“ gab. Es hinterließ den Eindruck, der frühere Parteichef habe den Glauben an einen Wahlsieg seiner SPD bei der Bundestagswahl aufgegeben.

Der Außenminister hatte einer möglichen Großen Koalition nach der Bundestagswahl eine Absage erteilen wollen, das aber missverständlich formuliert: „Eine große Koalition ist deshalb nicht sinnvoll, weil damit die SPD nicht den Kanzler stellen kann“, sagte Gabriel - und argumentierte so mit den Kräfteverhältnissen. Nach letzten Umfragen liegt die SPD mindestens 11 Prozentpunkte hinter der CDU. Den Kanzler kann die SPD in einer Großen Koalition nur stellen, wenn sie am 24. September stärker als CDU und CSU zusammen wird.

Am Mittag versuchte Gabriel, den Eindruck zu entkräften, er glaube nicht mehr an den Wahlsieg. Diese Interpretation sei „Unsinn“. Das Rennen um das Kanzleramt sei völlig offen: „50 Prozent der Wähler haben sich nicht entschieden, und beim TV-Duell wird es 20 Millionen Zuschauer geben. Martin Schulz und die SPD haben alle Chancen, weil Angela Merkel bei diesem Duell nicht mehr ausweichen kann“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Schulz selbst nahm Gabriel gestern in Schutz. Der habe doch nur eine Banalität ausgesprochen: „Martin Schulz kann nicht unter Angela Merkel Kanzler werden. Deshalb wollen wir sie ja ablösen“, sagte Schulz dem RND. „Mein Ziel ist und bleibt es, Kanzler der Bundesrepublik Deutschland zu werden, mit der SPD als stärkster Partei.“

In der niedersächsischen SPD reagierte man zurückhaltend auf die Frage, ob die vielen Interviews des Außenministers derzeit hilfreich sind. „Sigmar Gabriel ist Sigmar Gabriel - und wird Sigmar Gabriel bleiben“, sagte SPD-Landesgeschäftsführer Georg Brockmeier. Die Niedersachsen-SPD sei bereit zur Aufholjagd, meinte Generalsekretär Detlef Tanke. „Ein zweiter Schulz-Effekt ist denkbar und über Koalitionen redet man erst nach einer Wahl.“ Andere meinten, es wäre besser, wenn Gabriel derzeit weniger Interviews gäbe und etwas zurückhaltender aufträte. Auch bei einem gemeinsamen Auftritt mit Martin Schulz Anfang dieser Woche in Salzgitter habe der Außenminister dem SPD-Kanzlerkandidaten die Schau gestohlen. Das müsse vielleicht nicht sein.

Gabriel selbst betonte in dem einstündigen Interview, das live im Internet übertragen wurde, dass er es für notwendig halte, sich in Krisensituationen als Außenminister zu äußern. „Meine Rolle ist nicht, so zu tun, als gäbe es mich nicht.“

Von Andreas Niesmann und Michael B. Berger

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