Hannover. Die Leitung der psychiatrischen Fachklinik in Wunstorf hat offenbar erste Konsequenzen aus den Vorfällen um die unwürdige Behandlung demenzkranker Patienten gezogen. „Uns wurde berichtet, dass im Regelbetrieb jetzt eine Nachtwache mehr im Einsatz ist und das Meldesystem verbessert wurde“, sagt Regionspräsident Hauke Jagau, der das Klinikum Wunstorf am Freitag gemeinsam mit der Finanzdezernentin und designierten Aufsichtsratsvorsitzenden Andrea Fischer besucht hatte. Mit den Nachtwachen könne schneller auf einen erhöhten Betreuungsaufwand regiert werden. „Ich denke, dass die Klinikleitung den Vorfall ernst nimmt und alles tut, um im Sinne der Patienten zu handeln“, sagt Fischer.
Wie berichtet, hatte eine Landeskommission bei einer Überraschungskontrolle im Januar 13 demenzkranke Senioren angetroffen, die die Nacht statt in ihren Zimmern bei Neonlicht in einem Aufenthaltsraum verbringen mussten. So wurde Betreuungspersonal gespart.
Nach Bekanntwerden der Vorfälle hatten Jagau und Fischer die Geschäftsführung des Regionsklinikums, zu dem die Psychiatrie gehört, zum Gespräch einbestellt und einen 13 Punkte umfassenden Fragenkatalog übergeben. Die Verantwortlichen sollen sich jetzt detailliert zu Personalausstattung, Personalentwicklung und dem Zahlenverhältnis von Patienten und Beschäftigten äußern.
Der Verband der Ersatzkassen Niedersachsen (vdek) fordert unterdessen eine Nachweispflicht über Stellenbesetzungen für psychiatrische Kliniken. „Die Kliniken müssen das Personal, für das sie Geld von den Kkassen bekommen, auch tatsächlich für die Patientenversorgung einstellen“, sagt vdek-Landesvertretungschef Jörg Niemann. „Wir müssen verhindern, dass sich erschreckende Zustände wie in Wunstorf, die möglicherweise auch einer zu dünnen Personaldecke geschuldet sind, anderswo wiederholen.“
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