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Skulptur würdigt Judentum

Landeskirchenamt Skulptur würdigt Judentum

Das Kunstwerk ist ein echter Blickfang: Zwischen Neustädter Kirche und Landeskirchenamt wurde jetzt die Bronzeskulptur "Twins - Zwillinge" des belgischen Künstlers Johan Tahon aufgestellt. Sie lädt zum Nachdenken über das Verhältnis von Kirche und Judentum ein.

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Wie Zwillinge: Der Künstler Johan Tahons hat in seiner Skulptur Twins Kirche und Synagoge porträtiert.

Quelle: Benne

Hannover. Es ist eine Begegnung auf Augenhöhe. Doch wer ist wer? Die beiden Frauengestalten, die Kirche und Synagoge symbolisieren, sind kaum zu unterscheiden - und beide halten eine Art (Himmels)leiter in der Hand. Die Bronzeskulptur "'Twins - Zwillinge" des belgischen Künstlers Johan Tahon, die jetzt Zwischen Neustädter Kirche und Landeskirchenamt aufgestellt wurde, lädt zum Nachdenken über das Verhältnis von Christentum und Judentum ein, ohne einfache Antworten vorzugeben.

"Die Skulptur ist auch der Schlussstein einer jahrzehntelangen Auseinandersetzung unserer Kirche mit der Schuld, die sie in der NS-Zeit auf sich geladen hat", sagt Stephanie Springer, Präsidentin des Landeskirchenamts. Die Rote Reihe sei ein "idealer Ort" für das Kunstwerk, sagt Springer: Schließlich stand hier auch die Synagoge, welche die Nazis in der Reichspogromnacht niederbrannten.

In der Kunstgeschichte hat das Motiv von Kirche und Synagoge eine lange Tradition. "Oft zeigte sich darin der herabsetzende Blick der Kirche auf das Judentum", sagt Prof. Ursula Rudnick vom Haus Kirchlicher Dienste. Inzwischen sei an die Stelle der Diffamierungen jedoch eine "Theologie des Respekts" getreten. Die Landeskirche hatte 2013 sogar ihre Verfassung geändert und darin eine Wertschätzung des Judentums verankert.

"In den vergangenen Jahren hat es im Dialog große Fortschritte gegeben", sagt Rabiner Gabor Lengyel: "Diese Skulptur ist ein weiterer positiver Schritt." Lengyel hatte der Jury angehört, die das Kunstwerk ausgewählt hatte. Rund 50000 Euro brachte die Landeskirche dafür auf - wobei der Künstler auf sein Honorar verzichtete: "Dies Werk ist das wichtigste, das ich bislang geschaffen habe", sagt der 52-Jährige, der bei Gent lebt. Es sei schwer, angesichts der Zerstörung der nahen Synagoge Worte zu finden: "Gerade deshalb war es mir wichtig, dort ein Objekt zu platzieren", sagt der Bildhauer. Bewusst habe er die Frauengestalten einander ähnelnd geschaffen: "Im Grunde", sagt Tahon, "sind alle Menschen gleich."

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