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So ärgern sich Leser über den Paketdienst DHL

Reaktionen auf HAZ-Bericht So ärgern sich Leser über den Paketdienst DHL

Eine Rentnerin aus Buchholz hat monatelang keine Pakete erhalten, weil der Paketbote bei ihr weder geklingelt noch Benachrichtigungskarten in den Briefkasten geworfen hatte. Nach einem HAZ-Bericht hat sich die Post nun gemeldet und Besserung gelobt. Indes erreichten uns zahlreiche Hinweise von Lesern, die ein Lied vom Warten auf Pakete singen können.

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Nicht immer liefert der Paketbote so gewissenhaft.

Quelle: Symbolbild

Hannover. Monatelang hat sich Ingrid Hübsch über den Paketdienst DHL der Deutschen Post geärgert. Jetzt, nachdem sie ihrem Ärger in der HAZ Luft gemacht hat, ist die 77-Jährige wieder hoffnungsfroh, dass es mit der Paketzustellung bei ihr wieder funktioniert. Denn bei der Rentnerin aus Buchholz hat sich ein Mitarbeiter der Post aus dem Verteilzentrum Anderten gemeldet, der sich rund eine Stunde lang den Ärger von Hübsch angehört und sich „Notizen in sein großes Buch“ gemacht hat, wie die Rentnerin berichtet.

Dann sei auch noch eine Postbotin mit einem Paket aufgetaucht, die Hübsch berichtet hatte, die Zusteller sollten in ihrem Haus jetzt nach dem Klingeln ein bisschen länger auf eine Reaktion der Bewohner warten. Dort wohnen überwiegend ältere Menschen. „Vielleicht ändert sich jetzt etwas, das wäre sehr schön“, sagt die 77-Jährige.

Wie berichtet, hatte Hübsch monatelang keine Pakete erhalten, weil der Paketbote bei ihr weder geklingelt noch Benachrichtigungskarten in den Briefkasten geworfen hatte. Dabei ist die 77-Jährige auf die Post dringend angewiesen: Genauso wie ihr Mann ist die Rentnerin stark gehbehindert, sie kommt nur noch mühsam aus dem Haus und bestellt daher vor allem Bekleidung aber auch Geschenke aus Katalogen. Oftmals waren dann an Hübsch adressierte Pakete wieder an den Absender zurückgeschickt worden, weil sie gar nicht erfahren hatte, dass Pakete für sie angekommen waren.

Von Mathias Klein, HAZ

Reaktionen von Lesern des HAZ-Berichts:

Reklamationen werden nicht beantwortet

Der Artikel hat bei uns Seufzer der Erleichterung ausgelöst: „Wir sind nicht die Einzigen, bei denen das geschieht ...!“ Die von ihnen geschilderte Situation der Dame kennen wir, meine Mitbewohnerin und ich, zur Genüge. Da meine Mitbewohnerin von zu Hause aus arbeitet, aufgrund ihrer Tätigkeit sehr viele Pakete erhält und wir uns darüber hinaus rühmen können, wohl Hannovers schrillste Klingel unser Eigen nennen zu dürfen, wären die Bedingungen für eine erfolgreiche Zustellung eigentlich ideal. Trotzdem bekommen wir bei zehn Zustellungen nur einmal einen DHL-Boten zu Gesicht. Immerhin können wir uns nicht über fehlende Benachrichtigungszettel beklagen. Die werden jedes Mal korrekt an der Haustür hinterlassen, jedoch nahezu immer zu Zeitpunkten, an denen definitiv jemand zu Hause war. Anfängliche Reklamationen wurden nicht beantwortet. Da wir – im Vergleich zu der älteren Dame über die Sie berichten – jung und fit genug sind, um den Weg zur Poststelle auf uns zu nehmen, haben wir uns mittlerweile mit der Situation arrangiert. Uns ist klar, dass es nicht unbedingt am Unwillen der Boten liegen muss, sondern vermutlich an den engen Zeitvorgaben, die sie haben. Trotzdem haben wir den Verdacht, dass in der Regel nicht einmal geklingelt wird. Wir hoffen nun, dass Ihre Berichterstattung vielleicht dazu beiträgt, dass DHL sich dieses Zustands annimmt.

Philipp Bösenberg und Carly Quinn,  Hannover

Problem taucht auch bei anderen Unternehmen auf

Frau Hübsch aus Buchholz ist leider genauso wenig ein Einzelfall, wie sich das Problem auf DHL beschränken lässt. Wir wohnen in der vierten Etage eines Altbaus ohne Fahrstuhl am Stephansplatz und haben negative Erfahrungen sowohl mit DHL, als auch mit Hermes und DPD gesammelt. Wir haben eine freundliche Nachbarin im Erdgeschoss, die Päckchen immer wieder für uns annimmt und seitens eines Hermes-Zustellers auf Nachfrage sogar mit der Aussage konfrontiert wurde, dass er „keine Lust“ habe „immer in den 4. Stock gehen zu müssen“. Dass Zustellkarten nur noch in den Briefkasten geworfen werden, ohne dass geklingelt wird, kommt ebenfalls immer wieder bei uns vor. Wir haben uns einmal telefonisch bei Hermes beschwert, aber ob solche Beschwerden aus einem irgendwie besetzten Callcenter überhaupt an die richtigen Stellen weitergeleitet werden, ist nicht nachzuvollziehen.  Bitte bleiben Sie an dem Thema dran und bitte unterstützen Sie Frau Hübsch. Für gehbehinderte Menschen ist dieser Zustand noch weniger hinnehmbar als für andere.

Mario Bekeschus, Hannover

Armutszeugnis für die Post

Ich kann die Verärgerung von Frau Hübsch sehr gut verstehen, weil es mir mehrfach genauso ergangen ist. Anhand der Paketverfolgungsnummer bin ich allerdings in der Lage, jeden Schritt der Zustellung im Internet zu verfolgen. Nützen tut auch das nicht. Denn obwohl DHL die Zustellung innerhalb eines bestimmten Zeitraums, zum Beispiel zwischen 11 und 15:30 Uhr, angekündigt hatte, unterblieb sie. In einem Fall wurde die Sendung am nächsten Tag zugestellt. Der Fahrer erklärte mir, er hätte am Tag zuvor um 17 Uhr im Depot sein müssen und deswegen nicht alle Sendungen zustellen können. Es kann nicht sein, dass den DHL-Zustellern, die offenbar unter großem Zeitdruck stehen, die Entscheidung darüber überlassen wird, welche Kunden beliefert werden. Benachteiligt sind dadurch besonders ältere Menschen, die eine postalische Zustellung von Waren ja nicht aus Bequemlichkeit nutzen, sondern weil sie oftmals keine andere Möglichkeit haben. Ich habe mich per E-Mail mehrfach bei der Post über diese Vorkommnisse beschwert. Ich bekam postwendend Antwort mit dem Versprechen, man werde sich um die Angelegenheit kümmern. Auch das zeigt, dass Betroffene, die online ihren Unmut äußern können, klar im Vorteil gegenüber jenen sind, die – wie Frau Hübsch – Beschwerdebriefe schreiben. So etwas kann und darf nicht sein und ist ein Armutszeugnis für die Post.

Eckhard Pollak , Hannover

Via Facebook und Twitter:

Susanne Fliss: Das ist doch absolut nichts Neues. Ich habe vergangene Woche zwei Tage lang für nichts zu Hause gesessen und auf ein großes Paket gewartet.

Noa Noyi: Davon können wir auch ein Lied singen. Ich habe öfter schon den Boten am Briefkasten gesehen wie er gerade eine Karte einwerfen wollte.

Salar Yawari: Bevor hier gleich alle auf die Zusteller schimpfen, bedenkt bitte, dass der Hund woanders begraben liegt. Die armen „Schweine“ haben ein geradezu unmenschliches Zeitfenster für ihre Touren und sind praktisch im Dauerstress.

Stephanie Kelm: Es ist ein echtes Problem. Man kann sich bei keinem beschweren oder wird nicht erhört.

Melanie Winternacht: Mein DHL-Zusteller klingelt immer. Und alles ist bisher problemlos angekommen ...

Yvonne Becker: Viele Paketzusteller klingeln maximal nur im Erdgeschoss. Es kommt jeden Tag wer anders. Früher kannte man seinen Paketzusteller.

(Hinweis der Red.: Die oben stehenden Beiträge sind keine redaktionelle Meinungsäußerung)

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