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So arbeitet das modernste DHL-Zentrum der Region

8000 Pakete am Tag So arbeitet das modernste DHL-Zentrum der Region

In der Nordstadt hat DHL eine neue Zustellbasis eröffnet - die modernste in der Region. Jeden Tag werden hier 8000 Pakete und Päckchen sortiert, die Tendenz ist steigend.

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Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover . In der riesigen Industriehalle geht es überraschend ruhig zu. Kein Maschinenlärm, keine hektisch umherlaufenden Mitarbeiter. Förderbänder ziehen Pakete surrend durch den Raum, elektronisch gesteuerte Schieber schubsen die Päckchen vom Band, sie rutschen große Rampen hinunter. Zuvor tastet ein automatischer Scanner jedes Päckchen mit roten Lichtstrahlen ab. Menschen sind im DHL-Zustellzentrum in der Nordstadt kaum zu sehen. „Das geht hier alles automatisch“, sagt DHL-Sprecher Jens-Uwe Hogardt.

Das Tochterunternehmen der Post hat am Weidendamm, gleich neben der Feuerwache 1, das modernste Zustellzentrum in der Region Hannover gebaut. Eine automatische Sortieranlage ordnet die Pakete, kein Mensch muss mehr Adressen ablesen. Alle Pakete kommen morgens direkt vom Paketzentrum Anderten. Am Weidendamm werden sie nach Zustelltouren sortiert; vor allem die innenstadtnahen Viertel wie Nordstadt, List, Oststadt und Vahrenwald versorgt das neue Zustellzentrum auf dem ehemaligen Hauptgüterbahnhof.

Jahrzehntelang lag das Grundstück brach, jetzt kurven jeden Tag Kolonnen von gelben Lieferfahrzeugen auf dem Areal. Gleißend gelb streckt sich das Paketzentrum in die Höhe, ein harter Kontrast zur halb abgerissenen Bahnhofshalle. Der Eigentümer des Grundstücks, die Firma Aurelis, verhandelt derzeit mit Unternehmen aus der Lebensmittelbranche über eine Ansiedlung. Der designierte Hauptmieter, der Feinkostgroßhändler Andronaco aus Hamburg, war überraschend abgesprungen.

In der Nordstadt hat DHL eine neue Zustellbasis eröffnet – 8000 Pakete werden hier jeden Tag sortiert. „Wir können die Sortiermenge verdoppeln“, sagt DHL-Chef Lars Borne. Ein Überblick über die Arbeitsschritte.

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Im April 2015 begannen die Bauarbeiten für die Paketbasis, Ende Mai wurde jetzt der Betrieb aufgenommen. Durchschnittlich 8000 Pakete und Päckchen gleiten täglich über die Bänder. „Das ist nur der Anfang, wir können die Sortiermenge verdoppeln“, sagt der DHL-Geschäftsführer für Hannover, Lars Borne.

Das dürfte spätestens zum Weihnachtsgeschäft der Fall sein, wenn die Bestellungen bei Internet-Kaufhäusern wie Amazon und Zalando exponentiell steigen. Schon jetzt freut sich DHL über wachsende Aufträge. Zwischen 8 und 10 Prozent jährlich steigt nach Angaben des Unternehmens die Menge der Pakete. 3,6 Millionen Sendungen befördert allein das Post-Unternehmen. Ein Heer von Zustellern schwärmt jeden Tag aus.
Klaus Schottstädt schaut auf die Uhr. Bis 9.30 Uhr muss er alle Pakete, die die Sortiermaschine für seine Tour ausgespuckt hat, in seinen Lieferwagen laden. „Ich bin erst seit zwölf Tagen im Einsatz und noch in der Findungsphase“, sagt er lächelnd. Viel Zeit zum Plaudern bleibt nicht. Paket um Paket ordnet er in die Regale seines Fahrzeugs ein. Wie in einem Supermarkt ist alles säuberlich sortiert. 140 bis 200 Pakete fährt er jeden Tag durch Hannover und händigt sie den Kunden aus. Seine Tour führt ihn durch die City und die Calenberger Neustadt. Um 16.30 Uhr muss er wieder am Weidendamm sein, auf seiner Rücktour fährt er an Packstationen vorbei, um die nicht abgeholten Pakete in der Nordstadt zwischenzulagern.

Um 10 Uhr stehen die Förderbänder still. Alle Pakete sind abgeräumt. Am nächsten Morgen um 5 Uhr laufen die Maschinen wieder an. Zusteller Schottstädt darf noch ein paar Stunden schlafen, dann geht es für ihn wieder los.

Die Zukunft ist elektrisch

Immer mehr Menschen kaufen im Internet ein, folglich steigt die Menge der Paketzustellungen und damit auch die Zahl der Lieferwagen, die auf den Straßen unterwegs sind. Das ist für Ballungszentren wie Hannover nicht unproblematisch. Nicht nur der Verkehr schwillt an, auch die Luftwerte verschlechtern sich. Hannover kämpft ohnehin damit, die EU-Grenzwerte für Stickoxide einzuhalten. DHL setzt daher auf elektrobetriebene Lieferfahrzeuge, sogenannte Streetscooter. Sie ähneln den VW-Caddys, sind aber nicht zusammen mit Volkswagen entwickelt worden, sondern mit der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen. Inzwischen baut DHL die Elektroautos selbst. Mehr als 100 Streetscooter sind bereits in der Region Hannover im Einsatz, vor allem an den Rändern der Stadt und auf dem Lande. „Bis zum Jahresende rechnen wir mit etwa 200 Fahrzeugen im täglichen Einsatz“, sagt DHL-Sprecher Jens-Uwe Hogardt.
Pakete von Drohnen ausliefern zu lassen, das wird in Hannover noch lange auf sich warten lassen. „In Städten ist das problematisch“, sagt Hogardt. In ländlichen Gebieten sei die Drohne als Paketbote eher vorstellbar, aber noch Zukunftsmusik. Tatsächlich ist die Insel Juist schon erfolgreich von einer Post-Drohne beliefert worden.

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