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Was die Döhrener über den Tunnel-Plan denken

Südschnellweg Was die Döhrener über den Tunnel-Plan denken

Der geplante Tunnel für den Südschnellweg an der Hildesheimer Straße sorgt in Döhren für Diskussionen. Die Meinungen gehen auseinander. Die einen können den Tunnel kaum erwarten, die anderen fürchten die nächste Dauerbaustelle. 

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Ruben Ahrens (24) wohnt direkt an der Südschnellweg-Brücke. Noch mehr Baustellenlärm vor der Haustür will er sich gar nicht vorstellen. 

Quelle: Samantha Franson

Hannover. Der geplante Tunnel für den Südschnellweg an der Hildesheimer Straße war am Mittwoch das Gesprächsthema schlechthin in Döhren. „Ich habe heute Morgen mit meinen Nachbarn gesprochen. Wir können es kaum erwarten“, sagt Martin Imter (52), während er mit kritischem Blick die Hochstraße betrachtet. „Das Monstrum muss weg. Hauptsache, der Bund gibt auch wirklich das Geld dafür aus.“

Tatsächlich: Endgültig entschieden ist noch nichts. Die Signale vom zuständigen Bundesministerium sind laut Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr aber sehr positiv, dass die 300 Millionen Euro für das mehrjährige Bauvorhaben investiert werden. Möglicher Baustart wäre 2022. Zunächst müsste eine provisorische Brücke errichtet werden. Erst dann könnte die aktuelle Brücke abgerissen und durch einen Tunnel ersetzt werden.

„Man findet nicht mal Mieter“

„Hoffentlich erlebe ich das noch“, sagt eine 80-jährige Anwohnerin augenzwinkernd, die sich am Mittwochmittag am Rollator den Weg durch den starken Verkehr unter der Brücke bahnt. Sie besitzt ein kleines Haus an der Schnellweg-Brücke. „Das bekomme ich leider nicht verkauft, weil der Lärm zu stark ist. Man hört jeden Unfall, jedes Hupen, sogar sonntags“, erzählt sie. Einer ihrer Freundinnen gehöre einer der historischen Altbauten direkt gegenüber an der Willmerstraße.

Die Häuser stehen dort seit dem 19. Jahrhundert - seit den Fünfzigerjahren geht der Blick von den Balkonen direkt auf den Schnellweg. „Die Häuser sind doch nichts mehr wert, man findet nicht mal mehr Mieter“, sagt die Rentnerin. „Mit einem Tunnel würden die Häuser wieder an Wert gewinnen und die Immobilrenpreise steigen.“ Ginge es nach ihr, sollten die Bagger besser heute als morgen anrollen.

Das sieht Waschstraßen-Mitarbeiter Ruben Ahrens ganz anders. Der 24-Jährige lebt seit zwei Jahren im elfgeschossigen Wohnhaus direkt an der Hochstraße. „Es ist nur ätzend: Mein Schlafzimmer geht direkt zum Schnellweg raus. Ich kann nie richtig schlafen“, sagt er. Die Bauarbeiten, um die Brücke zu sanieren, hätten ihm schon gereicht. „Ich will mir nicht vorstellen, dass die Bauarbeiten noch über Jahre weitergehen.“ Selbst wenn der Tunnel komme - „bis dahin wohne ich hier garantiert nicht mehr.“

Nicht die nächste Dauerbaustelle

„Wir brauchen hier nicht die nächste Dauerbaustelle“, sagt auch Yvonne Marten (39). Der Verkehrslärm sei schlimm genug. „Für einen Tunnel würde doch die ganze Straße aufgerissen werden. Ohne mich.“ Ihre Freundin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, sieht das anders: „Also ich halte noch eine weitere Baustelle aus - wenn danach Ruhe ist.“

300 Millionen Euro für einen Tunnel - das wirft auch Fragen auf. „Wieso hat man erst Millionen Euro in die Brücke gesteckt, um sie jetzt abzureißen? Das ist doch Schwachsinn“, kritisiert eine 63-Jährige. Andere lärmgeplagte Anwohner sehen das unkritisch: „Ich find es super. Das haben wir uns verdient“, sagt Karin Bahnmeister. Und, so mag man im Stadtgespräch erkennen: Damit ist sie nicht allein.

Von Carina Bahl

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