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So gut ist die GOP-Show "Impulse"

Varieté So gut ist die GOP-Show "Impulse"

Mit "Impulse" zeigt das GOP, wie Varieté im Jahr 2016 nicht nur funktioniert, sondern mitreißt. 

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Da sind sie, die stillen, die schwebenden Momente.

Quelle: Frank Wilde

Hannover. Trommeln ist etwas Bodenständiges. Man macht es im Sitzen oder im Stehen, gut, manche auch im Gehen. Beim Klettern trommelt man eigentlich selten, da braucht man Hände und Füße, damit es planmäßig aufwärts und nicht unplanmäßig abwärts geht. Nun gibt es aber das GOP, und dort ist man ja auch immer ein bisschen für das Unnormale zuständig. Trommeln sind dabei im Georgspalast eher die Ausnahme, meist werden eher körperliche Unmöglichkeiten demonstriert.

Bis zum 13. November 2016 zeigt das Varieté Theater GOP die Tanz-Show "Impulse". 

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Bei Impulse, der neuen Show, lernt der Zuschauer, dass Klettern und Musikmachen kein Gegensatz sein muss. Ganze Wände voller runder Trommeln zieren die Kulisse, bis unters Dach sind sie gestapelt. Wie Derwische hüpfen die Artisten an den Kulissen hoch, und bearbeiten mit ihren Sticks die Felle, sodass langsam ein Groove entsteht, der den Saal ordentlich in Schwingung versetzt. Ohrenstöpsel würden bereitgestellt, haben Werner Buss und GOP-Direktor Dennis Bohnecke vor der Show vorsichtshalber angekündigt.

Buss, langjähriger Chef des Hauses, ist mittlerweile künstlerischer Leiter des GOP-Universums und hat vor ein paar Tagen in Bonn das siebte Haus eingeweiht. Für Impulse ist der in München lebende Buss aber nach Hannover gekommen und genießt den herzlichen Empfang. Dass es Impulse gibt, ist auch seinen Vorstellungen und Visionen zu verdanken, gemeinsam mit Regisseur Nikos Hippler hat er eine Mischung aus Spektakel und schönen Bildern hinbekommen, die bruchlos funktioniert.

Ticket-Info

Die Show "Impulse" läuft bis zum 13. November. Karten gibt es an allen HAZ-Ticketshops.

Wenn es spektakelt, ist es schon laut, aber gut laut, an der Grenze, aber nicht drüber. Die Künstler, die alle trommeln gelernt haben, hängen an den Wänden wie Matrosen in den Wanten und folgen den Vorgaben von Johnny Kay, der das weitverzweigte perkussive Netz zusammenhält. Dass die Show überhaupt ins GOP passt, ist allein schon ein Kunststück, das Bühnenbild ist eigentlich prädestiniert für eine große Halle.

Aber da sind ja noch die stillen, die schwebenden Momente. Denn eigentlich sind die wilden Schlagwerker in ganz anderen Disziplinen zuhause. Was Robert James Webber beispielsweise mit einem Besen macht, hat man so noch nicht gesehen. Aus dem trägen Kehrgerät wird am Körper des Amerikaners ein wirbelnder, tanzender Zauberstab, der mit dem Künstler geradezu verbunden zu sein scheint.

Da ist es wieder, das Unnormale, das man im Varieté heutzutage suchen muss - aber auch immer wieder findet. Bei Impulse gleich mehrfach. Denn eine Jonglage mit Backteig läuft einem auch nicht gerade jede Woche über den Weg. Jimmy Gonzales lässt sich nicht immer neue Bälle zuwerfen, wie man es kennt, er macht sie sich selbst aus seinem Stück Teig, immer kleiner wird das große Stück, immer mehr brötchengroße oder auch winzig kleine weiche Kugeln wirbelt er in schwierigsten Figuren durch die Luft, am Ende ist der Teig wieder ganz. Sein Applaus ist neben dem am Schluss vielleicht der größte.

Der Saal bebt

Was die anderen Artisten nicht abwerten soll. Wie Daniel Sullivan, den irren irischen Steptänzer, der nebenher seine Körpermitte so unglaublich lustig in Wallung bringen kann, dass Frank N. Furter seine helle Freude gehabt hätte.

Mit seinem Federtanz sorgt der schlaksige Dennis MacDao für stilvollen Kitsch. Die hannoverschen Tanzakrobaten Chris & Felice haben bei ihrer schwebenden Performance ein Heimspiel.

Und dann trommeln sie wieder. Dann bebt wieder der Saal. Am Ende vom Applaus und Jubel des restlos begeisterten Publikums. Für eine Show ohne Worte, die vielleicht am weitesten entfernt ist vom alten, moderierten Varieté. In diesem Format muss sich das Genre um die Zukunft keine Gedanken machen.

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