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So haben Hannoveraner den Bombentag verbracht

Kulturprogramm So haben Hannoveraner den Bombentag verbracht

Sondervorstellungen im Kino, geöffnete Bibliotheken, freier Eintritt in verschiedenen Museen und Schwimmbädern: Für die Bewohner des Evakuierungsgebiets gab es am Sonntag viele Angebote.

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Viel Programm: Familie Berger erkundet das Historische Museum.

Quelle: Katrin Kutter

Hannover. Um kurz nach 9 Uhr herrscht im Astor-Kino schon Hochbetrieb.Gleich sieben Vorstellungen starten in Kürze. Wer wegen der Bombenentschärfung aus seiner Wohnung musste, bekommt einen satten Rabatt: Tabea Niemeyer und Hans Cramer kontrollieren am Einlass die Personalausweise der Besucher; für Vahrenwalder und Lister aus dem Evakuierungsgebiet gibt es die Kinokarte für 5 Euro.

Ruhig ist es hingegen noch im Lister Bad. Obwohl Anwohner aus dem Sperrgebiet freien Eintritt haben, ist es vielen schlicht zu kühl, um ein paar Bahnen zu schwimmen. „Bisher sind nur die Stammgäste gekommen“, sagt die Kassiererin gegen halb neun.

Wer am Sonntag den Evakuierungsbereich verlassen musste, der war gezwungen sich anderweitig zu beschäftigen. Viele Hannoveraner nutzten den freien Eintritt in den Museen, andere gingen zu vergünstigten Preisen ins Kino.

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Auch viele andere Einrichtungen bieten an diesem Sonntag freien Eintritt oder Vergünstigungen: In den Museen müssen die Gäste gar nichts zahlen, egal, aus welchem Stadtteil sie kommen.

Ungefähr drei- bis viermal so viele Besucher wie sonst strömen in manche Häuser: Gegen 11 Uhr sind es im Landesmuseum schon 200, im Sprengel-Museum sogar 500 - gewöhnlich sind es um diese Zeit 150. Manche nutzen das Museum auch als Aufenthaltsraum, gönnen sich ein Nickerchen oder erledigen im Foyer Schreibarbeiten.

Auch das August-Kestner-Museum ist außergewöhnlich gut besucht. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer der Führung „Palmyra. Was bleibt?“, die die antiken Schätze in der syrischen Oasenstadt und die Zerstörungen durch den sogenannten IS zum Thema hat, kommt aus Vahrenwald und der List und ist wegen der Räumungsanordnung ins Museum ausgewichen. Leiterin Cornelia Skodock kann der Evakuierung durchaus etwas Gutes abgewinnen: „Ich freue mich immer, wenn viele Leute bei meinen Führungen dabei sind.“

Im gut besuchten Historischen Museum hält sich das Interesse an der Familienführung „Leben um 1900“ in Grenzen. Ulrich Berger erkundet die Ausstellungsräume mit Tochter Lilith (9) und Sohn Kasimir (4) auf eigene Faust: Die Familie ist schon seit dem frühen Morgen unterwegs. Vom Frühstück in einem Lister Café ging es über den Spielplatz im Maschpark ins Sprengel-Museum. Nach dem Historischen Museum will die Familie später zum Lister Turm, um dort das üppige Kultur- und Musikprogramm zu genießen. Damit er das Ende der Räumungsfrist nicht verpasst, hat der Vater ein kleines Kofferradio dabei.

Ausnahmsweise hat heute auch die Stadtbibliothek an der Hildesheimer Straße geöffnet: Leiterin Carola Schelle-Wolff erklärt Besuchern, wie es in der Medien-Bereitstellung zugeht. Und auch, wer sonst zu Hause Videospiele zocken würde, kommt auf seine Kosten: Auf der Konsole wird „Fifa-Soccer“ oder „Guitar Hero“ gespielt.

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