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Aus der Stadt So hat der HAZ-Sommereinsatz Vereinen geholfen
Hannover Aus der Stadt So hat der HAZ-Sommereinsatz Vereinen geholfen
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07:06 07.11.2017
Hannover

Die Geschichte des Volkssportverein (VSV) Hohenbostel war sicher eine der bewegendsten der dritten Saison des „Sommereinsatz“. Erneut haben sich HAZ-Redaktion und die STIFTUNG Sparda-Bank Hannover zusammengetan, um in den Sommer- und Spätsommermonaten kleine Vereine in der Region Hannover mit einer Finanzspritze bei einem Handwerkereinsatz zu unterstützen. Und noch nie war so ein Einsatz vielleicht so dringend nötig wie am Sportgelände an der Heerstraße. Am 1. Mai 2016 war dort das Vereinsheim der Tennissparte niedergebrannt. 92 Feuerwehrleute und Sanitäter bekämpften den Brand, das Heim war aber nicht zu retten. „Das Feuer hat uns Trainingsmaterialien genommen, Urkunden, Pokale. Alle Erinnerungen sind weg“, sagt Heidemarie Gritz vom Verein. „Ich war einfach nur sprachlos, schockiert, traurig“, ergänzt Spartenmitglied Axel Heyerhorst. Doch der Verlust schweißte die Teammitglieder zusammen. Unternehmen und Privatpersonen halfen beim Wiederaufbau. Um die Terrasse kümmert sich am Ende der „Sommereinsatz“. Ende September wurde das neue Vereinsheim nun eingeweiht. „Wir sind allen Unterstützern sehr, sehr dankbar“, sagt Heyerhorst.

Neue Boulebahn in Bennigsen

Der mitunter schwierige Kampf um die Ausstattung und Attraktivität von Sportvereinen zog sich durch die komplette Saison des „Sommereinsatz“. Beim TV Bennigsen zum Beispiel wurde eine Boulebahn mit gleich 500 Kilogramm Feinsplitt und einer Lastwagenladung Steinmehl erneuert. Das Sporthaus des TSV Groß Munzel wurde renoviert und lädt nun als gemütlicher Treffpunkt ein. Beim Nordstädter Turn-Verein von 1909 Hannover wurde die Clubgaststätte gestrichen. Und beim SV Eintracht Hiddestorf ging es darum, ein Dach so abzudichten, dass der Verein auch noch weitere Jahrzehnte Erfolge im Clubheim feiern kann. Immer wieder wurde deutlich, wie wichtig Vereinsheime als sozialer Treffpunkt für Gemeinden sind. „Unser Verein ist unglaublich wichtig für das Dorfleben. Hier wird geknobelt, diskutiert und natürlich auch gefeiert“, sagt zum Beispiel Jürgen Mensching vom TV Bennigsen. „Groß Munzel hat nicht so viel zu bieten. Das Vereinsheim ist so ziemlich die einzige Möglichkeit, die es hier noch gibt, um sich zu treffen“, sagt Edelgard Bock vom TSV Groß Munzel.

Profis helfen Kitas in der Stadt

In der Stadt waren es in der aktuellen Saison vor allem Kindertagesstätten, die um Hilfe baten. So wurde in der Krabbelgruppe „Michel & Ida“ in der List ein Schimmelbefall festgestellt. Wände waren nicht betroffen, aber ein passender Teppich musste her. Den beschaffte ein Schimmelexperte, beim Verlegen packten auch die Väter kräftig mit an. Der Elterninitiative Einsteinstraße half der „Sommereinsatz“ dabei, ein altes Pfarrhaus in einen Kindergarten zu verwandeln. Ein Malermeister und viele ehrenamtliche Helfer verbrauchten 30 Liter Wetterschutzfarbe und spachtelten Fassadenrisse zu. Und auch in der Kita Teeny Weenies auf dem Expo-Gelände packten viele Eltern mit an. Dort galt es, einen Zaun zwischen dem Kita-Gelände und einem Autohändler aufzustellen - immer wieder waren zuvor beim Spielen Fußbälle in Richtung der Nobelwagen geflogen.

Auch im Umland wurde Kinder- und Schülergruppen geholfen. In Bevensen wurde ein Spielplatz durch einen Unterstand für einen steinernen Grill ergänzt. Und in Holtensen bekamen die Natur-Ranger Unterstützung. Der Verein baute sich ein Fundament für einen neuen Tank, der Regenwasser speichert und die Toiletten der Naturfreunde mit Nutzwasser versorgt.

Weitere Einsätze führte das „Sommereinsatz“-Team zum Beispiel nach Lehrte. Dort wurden die Räumlichkeiten der Drogenberatungsstelle Drobel durch einen Durchbruch zum Hof ergänzt. Suchtkranke und bedürftige Menschen können so künftig besser betreut werden. Um bessere Betreuung ging es auch bei einem Malereinsatz beim Verein Violetta. Die Räumlichkeiten der Anlaufstelle für Opfer sexueller Gewalt im Zooviertel bekamen einen neuen Anstrich. Und selbst einem Schäferhunde-Vereine konnte geholfen werden. Rettungshunde trafen sich in Lehrte zu einer Landesmeisterschaft. Bei den notwendigen Zaunreparaturen half die Initiative „Sommereinsatz“.

Hilfe kommt bei Bedürftigen an

Nach der dritten Saison sind die Initiatoren sehr zufrieden mit dem Verlauf der Hilfsaktion. „Es freut uns, dass die Hilfe bei denen ankommt, die sie wirklich brauchen“, sagt der stellvertretende HAZ-Chefredakteur Felix Harbart.

Und die Einsätze sind auch nachhaltig erfolgreich. In Landringhausen half das „Sommereinsatz“-Team 2015 zum Beispiel, eine Boulebahn zu bauen. Im Oktober lud der Verein der Plattfüße dort zur Einweihung einer neuen Dorfmitte. Neben der Boulebahn stehen auf dem Platz heute eine Holzhütte und Sitzgelegenheiten. Ein alter Torbogen wurde aufgestellt und ein Schutzhäuschen im Fachwerkstil für einen Backofen aufgebaut. Im Ofen wurde zum Fest Krustenbraten zubereitet. Die Verschönerungsarbeiten sollen fortgesetzt werden - wie der „Sommereinsatz“ im nächsten Jahr.

Das ist die Initiative „Sommereinsatz“

Die HAZ und die STIFTUNG Sparda-Bank Hannover helfen seit drei Jahren kleinen Vereinen bei handwerklichen Arbeitseinsätzen. Etliche Fassaden wurden gestrichen, Hecken geschnitten, Dächer abgedichtet. Die finanziellen Mittel für die jeweiligen Ein-Tages-Aktionen stellt die STIFTUNG Sparda-Bank zur Verfügung, die HAZ koordiniert die Einsätze. Insgesamt hat die STIFTUNG Sparda-Bank in der aktuellen Saison fast 20?000 Euro in die unterschiedlichen Projekte investiert. 

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