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Aus der Stadt So läuft das mit 96-Spielen in Kneipen
Hannover Aus der Stadt So läuft das mit 96-Spielen in Kneipen
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00:15 08.08.2016
Zeigt auch in der neuen Saison die Spiele von Hannover 96: Wirt Ralph Klemke vom Meiers Lebenslust. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Der Zeitpunkt ist - jedenfalls am Freitagabend - gewohnt, die Spielklasse nicht: Wenn Hannover 96 um 20.30 Uhr in Kaiserslautern die Saison der 2. Bundesliga eröffnet, sitzen auch in Hannover wieder Tausende Fans in Kneipen und schauen beim Bezahlsender Sky genau hin, wie die „Roten“ das Unternehmen Wiederaufstieg angehen. Abgesehen vom Eröffnungsspiel werden sich Fans und auch Wirte buchstäblich an neue Zeiten gewöhnen müssen. Freitags wird künftig um 18.30 Uhr gespielt, sonnabends um 13 Uhr, sonntags um 13.30 Uhr, und ein Spiel trägt die 2. Liga regelmäßig am Montagabend um 20.15 Uhr aus - live übertragen auch im frei empfangbaren Fernsehen auf Sport 1.

„Wir schauen mal, wie sich das entwickelt“, sagt Ralph Klemke vom Meiers am Aegi. Er hat für die kommende Saison die Zahl seiner Sky-Bildschirme verringert, sodass nur noch im hinteren Bereich der geräumigen Gaststätte gegenüber der Nord/LB die Spiele gezeigt werden und nicht mehr auch vorn an der Theke oder oben in der Raucher-Lounge. 1100 Euro koste ihn das Sky-Abo im Monat trotzdem noch, sagt der Wirt. Dafür werde es an manchen Sonnabenden auch ein Vollprogramm geben - schließlich ist ja auch nach wie vor die 1. Liga mit im Paket. „Wenn mittags 96 spielt, danach die Bundesliga-Konferenz läuft und um 18.30 Uhr noch ein Topspiel wie Bayern gegen Dortmund, dann zeigen wir alles“, kündigt Klemke an und hofft auf viele Fußballfans, die nicht nach dem Zweitliga-Kick aufstehen und zahlen, sondern bleiben.

Rainer Knorr von der Nordkurve am Stadion rechnet auch damit, dass die Verweildauer der Fans in der Fußballkneipe künftig länger sein wird. Bei Heimspielen der „Roten“ könnten die Anhänger aus dem benachbarten Stadion sogar halbwegs pünktlich zur Bundesliga-Konferenz in der Kneipe sein. Die Nordkurve öffnet auch bei den frühen Ansetzungen eine Stunde vor Anpfiff bei Auswärtsspielen, zwei Stunden vorher bei Heimspielen und drei Stunden vorher bei Top-Heimspielen wie gegen Eintracht Braunschweig.

Das Shakespeare im Gutenberghof wird auch alle Zweitligaspiele der „Roten“ zeigen, aber: „Das ist schon eine Umstellung“. Sagt Betreiber Bernd Rodewald. „Bei einem Sonntagsspiel, das um 13.30 Uhr beginnt, müssen wir jetzt deutlich früher öffnen, weil wir ja eigentlich immer erst um 17 Uhr aufmachen. Da müssen wir intern auch beim Personal umschichten.“ Er will eine Art verspäteten Frühschoppen mit belegten Brötchen anbieten. Wie die Leute auf die anderen Uhrzeiten reagierten, müsse man erst sehen, sagt Rodewald und fügt als guter Gastronom hinzu: „Also, meine Zeit ist das jedenfalls nicht.“ Klar ist aber: „Wir werden alle Zweitliga-Spiele von Hannover 96 zeigen.“

Michael Solms vom Gig am Lindener Marktplatz freut sich auf die Saison - „wegen der ,Roten‘, das ist eine sehr sympathische Mannschaft“. Wirtschaftlich dagegen habe er „große Skepsis“, ob sich die Zweitligaspielzeit für ihn lohne.Auch im Gig werde es alle 96-Spiele zu sehen geben, aber die Preise, die der Bezahlsender für die Übertragungsrechte aufrufe, seien horrend, und in dieser Hinsicht sei er über die frei empfangbaren Montagsspiele verärgert, denn „wenn ich schon so viel Geld bezahle, dann will ich die Spiele auch exklusiv haben“. Allerdings währt dieser Zustand nach Solms‘ fester Ansicht nur ein Jahr, denn „96 steigt sofort wieder auf“.

Von Juliane Kaune 
und Uwe Janssen

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