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Aus der Stadt Das war die Generalprobe von "Rigoletto"
Hannover Aus der Stadt Das war die Generalprobe von "Rigoletto"
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10:09 21.07.2017
Von Michael Zgoll
Quelle: Dröse
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Hannover

Pünktlich auf die Minute um 21.30 Uhr haben Streicher und Bläser ihren Einsatz, fünf Minuten später verschaffen sich auch die Sänger Gehör: Zum vierten Mal hat der NDR zum Klassik-Open-Air in den Maschpark geladen. Es sind – dem unbeständigen Wetter geschuldet – nicht die 15.000 Besucher, die 2016 der Generalprobe zu „La Traviata“ beiwohnten, doch 2000 Zuhörer vor der Bühne und 6000 im Park sind es auch dieses Jahr, die Giuseppe Verdis „Rigoletto“ lauschen wollen. Einen ungewohnten Hintergrund bietet dieses Mal das Rathaus, dessen eingerüstete Fassade mal in Bonbonfarben zwischen Gelb, Orange und Violett changiert, mal in kühlem Blau aufleuchtet.

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Generalprobe: Beim Klassik Open Air sehen die Zuschauer im Maschpark Verdis "Rigoletto".

Schon um 15.15 Uhr haben Cordula Fiedler aus Empelde und Friedrich Knostmann aus Bothfeld Quartier gemacht für ihre Freunde aus Glückstadt. Genau gegenüber der „Rigoletto“-Bühne im Maschpark, das hannoversche Vorzeige-Rathaus in der Mitte, die Leinwand für den Blick auf Sänger und Musiker zur Rechten. Zwölf Stühle sind gegen 18 Uhr aufgebaut, ein üppig bestückter Picknicktisch mit Salaten und Fingerfood verspricht einen genussvollen Abend. „Für uns steht nicht so sehr die Oper im Vordergrund, sondern mehr das tolle Ambiente“, erzählt Cordula Fiedler. Doch mit dem Ambiente ist das so eine Sache: Um halb sieben beginnt’s zu schauern, da sind Regencapes und Plastikplanen gefragt.

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Worum geht es eigentlich bei "Rigoletto"?

Immerhin – nach acht wird’s doch noch bilderbuchmäßig. Sonnenlicht ergießt sich über feucht glänzendes Wiesengrün, Enten watscheln malerisch am Teichufer entlang, und die Picknicker können nun alles auftischen, was Körbe und Kisten hergeben. Die Stuhl-Fraktion ist dieses Jahr deutlich in der Überzahl, es hat halt nicht jeder eine beschichtete Decke im Fundus. Der Andrang vor der Leinwand am Landesmuseum ist merklich größer als nahe der Culemannstraße, dabei kann man von dort sogar einen unmittelbaren Blick aufs eingerüstete Rathaus erhaschen. Den meisten Zaungästen gefallen LED-Technik und angestrahlte Kronleuchter. „Das Gerüst stört überhaupt nicht, man denkt, das gehört dazu“, meint Sibylle Lindenberg aus Glückstadt.

Wetter, Verkehr, Sitzplätze

Alles, was Sie zur Freiluft-Oper "Rigoletto" im Maschpark wissen müssen.

Almuth Schaper aus Fischerhude hockt auf einem Regiestuhl, so wie die meisten Umsonst-und-draußen-Sitzer. Die 74-Jährige bezeichnet sich selbst als Gelegenheits-Fan klassischer Klänge. Um Giuseppe Verdi besser folgen zu können, hat sie den „Rigoletto“ per Reclam dabei. „Deutsch und italienisch“, sagt sie stolz. Den lauen Sommerabend mit seinen feuchten Einsprengseln genießt sie gemeinsam mit ihrer Schwester, und am Sonnabend – wenn der NDR die Oper überträgt – wird sie vor dem Fernsehgerät sitzen.

Geradezu enthusiastisch ob des Musikevents am Rathaus äußern sich Gundula und Peter Kröger aus Isernhagen. Die Opernfans, die bereits Luciano Pavarotti auf dem Expo-Gelände haben singen hören und regelmäßig zu den Bregenzer Festspielen reisen, loben die Atmosphäre im Maschpark über den grünen Klee. „Dieses friedliche Miteinander, dieses zwanglose Zusammensein sind einfach toll“, meint die 68-Jährige.

So 
klingt der „Rigoletto“

Von Stefan Arndt

Ein solches Gewitter ist selten. Krachende Donner und grelle Blitze, die die Dunkelheit danach nur undurchdringlicher erscheinen lassen. Zum Glück gab es das gestern Abend nach Beginn der Aufführung nur auf der Bühne. Ein bisschen furchteinflößend wirkte es trotzdem noch, wie die NDR Radiophilharmonie eines der verheerensten Unwetter der Musikgeschichte zum Klingen brachte: Im Finale von Verdis „Rigoletto“ deckt ein Gewitter einen furchtbaren Mord, und Dirigentin Keri-Lynn Wilson, die zum dritten Mal beim Klassik-Open-Air alle Fäden fest in der Hand hält, lässt es hier ordentlich krachen.

Regisseur Michael Valentin schickt den Mörder zu Beginn der Oper mit Sonnenbrille und Mafia-Hut schnurstracks aus dem Rathaus auf die Bühne. Ein kleiner Scherz in einer ansonsten sehr ernsten Oper um einen Hofnarren. Wie in den vergangenen Jahren reichen ein Wandbild, ein Leuchter und andere wenige Requisiten, um die Handlung auf der Bühne anzudeuten. Die Kulissen von Park und Rathaus sind ansonsten stimmungsvoll genug. Dass das Orchester hier Teil des Bühnenbildes ist, hat diesmal sogar zusätzlichen Nutzen – so können die Musiker die von Verdi vorgesehene Bühnenmusik gleich selbst spielen.

Das tun sie von einigen wenigen der Probensituation angemessenen Wacklern – vor allem im heiklen Zusammenspiel mit dem Chor – sehr souverän, und auch die Verstärkung funktioniert wieder bestens. Davon profitieren auch die Sänger: Ludovic Tézier zeichnet mit dezenten Gesten und sehr souveränen Bariton ein eindringliches Porträt des Titelhelden, Stephen Costello ist ein eleganter Herzog, ohne auf Kraft und Schmelz eines echten Tenors verzichten zu müssen, und Nadine Sierra ist eine wunderbare Gilda, die mädchenhaft erscheinen und doch zulangen kann. Viel Beifall – auch schon nach den Arien.     

In diesem Jahr werden sich Besucher des Maschseefestes auf neue Verkehrsbedingungen einstellen müssen. Polizei und Stadtverwaltung wollen aus Sicherheitsgründen den gesamten Norden des Sees, Hauptanziehungspunkt des Fests, an vier Tagen in der Woche zu unterschiedlichen Zeiten weiträumig absperren.

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