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Aus der Stadt So risikoreich wird die zweite Liga
Hannover Aus der Stadt So risikoreich wird die zweite Liga
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00:16 13.07.2016
Beim Derby zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig in Hannover im November 2013 hatten die Polizeibeamten allerhand zu tun: In der Stadt sowie vor und im Stadion war es zu teils heftigen Straftaten gekommen. Quelle: Michael Thomas
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Hannover

„In der 2. Bundesliga spielen in der kommenden Saison sehr viele Traditionsmannschaften, die über eine große und sehr aktive Fanszene verfügen“, sagt Markus Kiel, Leiter Einsatz der Polizeiinspektion West, die für die Fußballeinsätze verantwortlich ist, im HAZ-Interview. „Das birgt Potenzial für Konflikte.“

Die größte Herausforderung in der kommenden Spielzeit stellt die Partie gegen Eintracht Braunschweig dar. Als der Erzrivale der 96er vor drei Jahren in die Bundesliga aufgestiegen war, wurden die beiden Hochrisikopartien in Hannover und Braunschweig von einem riesigen Polizeiaufgebot begleitet. Am Spieltag des Hinspiels im November 2013 waren fast 2000 Beamte im Einsatz. Kosten: etwa eine halbe Million Euro. Trotz der strikten Trennung der beiden Fanlager kam es immer wieder zu Zwischenfällen. Fans beider Mannschaften schafften es, Pyrotechnik in die Arena zu schmuggeln und während der Partie zu zünden. Beim Rückspiel in Braunschweig wurde die Zahl der Einsatzkräfte daraufhin verdoppelt.

„Leider wird es in der kommenden Saison in der 2. Bundesliga nicht zu einer Reduzierung der Arbeitszeiten für unsere Kollegen kommen“, sagt auch Christian Hoffmann von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Niedersachsen. „Sie werden wieder unzählige Stunden in Fußballeinsätzen verbringen. Das tut uns leid.“ Neben dem Spiel gegen Eintracht Braunschweig hat die Polizei auch das Aufeinandertreffen von Hannover 96 mit Zweitligaaufsteiger Dynamo Dresden als Hochrisikospiel eingestuft. 2012 hatten vor dem Pokalspiel beider Mannschaften Dresdner Fans das Stadion gestürmt, bei den Krawallen waren mehrere Polizisten verletzt worden. Wenig später war Dynamo nach weiteren Krawallen aus dem DFB-Pokal ausgeschlossen worden.

Straftaten und Polizeieinsätze in Zahlen

Wie viel allein der Fakt ausmacht, dass 96 und Braunschweig wieder in einer Liga spielen, wird bei einem Blick in die Polizeistatistik sichtbar. In der Saison 2013/14, als die Erzrivalen das letzte Mal aufeinandertrafen, verzeichnete die Polizei in Hannover für die 17 Heimspiele 41.685 Personalstunden. In der darauffolgenden Saison, als die Ultras dem Verein ihre Unterstützung versagten, waren es nur 24.300. In der Saison 2013/2014, als 96 und Eintracht Braunschweig in einer Liga spielten, zählte die Polizei insgesamt 527 Straftaten, 453-mal wurden Risikofans festgenommen. Im Jahr darauf sank die Zahl der Straftaten auf 128, die der Festnahmen auf 146.

Auch bei Hannover 96 geht man offenbar nicht von einer Entspannung aus. „Wir bereiten uns auf die Saison in der 2. Bundesliga so vor, als ob wir weiterhin in der 1. Bundesliga spielen würden“, sagt 96-Sprecher Christian Bönig. Dazu gehöre unter anderem, dass der Verein im Vorfeld der Spiele den Ablauf des Spieltages mit der jeweiligen gegnerischen Mannschaft sowie der Polizei bespricht.

Im Hinblick auf die kommende Saison hat die Polizei daher eine noch nie dagewesene Maßnahme ergriffen: Schon vor dem ersten Zweitligaspiel der „Roten“ wurde gegen insgesamt 45 Risikofans ein Aufenthaltsverbot ausgesprochen. Sie dürfen sich an den Spieltagen in Hannover weder in der Innenstadt noch im Bereich des Stadions aufhalten. 39 dieser Verbote sind nach Informationen der Polizei bereits rechtskräftig.

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