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"Bei Tagungen ist noch etwas möglich"

Hotelier über Hannovers Tourismus "Bei Tagungen ist noch etwas möglich"

Seit drei Monaten gehört Alexander Rüter zur Geschäftsführung des Central-Hotels Kaiserhof am Ernst-August-Platz. Zusammen mit Bruder Constantin leitet er das Familienhotel in dritter Generation. Ein Gespräch über die Perspektiven des hannoverschen Tourismus.

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Alexander (links) und Constantin Rüter leiten in dritter Generation das Central-Hotel Kaiserhof.

Quelle: Philipp von Ditfurth

Herr Rüter, was muss ein Hotel heute bieten, um bei Gästen gut anzukommen?
Das Preis-Leistungs-Verhältnis muss stimmen. Die Gäste werden, gerade im gehobenen Segment, immer anspruchsvoller. Durch Vergleichsportale im Internet sind die meisten Reisenden gut informiert, was ein Haus verspricht, und wollen das eingelöst sehen.

Was ist Gästen konkret wichtig?
Das variiert natürlich. Businessreisende möchten vor allem ein bequemes Bett und einen zügigen und unkomplizierten Service. Für Tagungsgäste, die viele Stunden im Hotel verbringen, ist auch das Restaurant wichtig. Und Wochenendgäste schätzen besonders ein reichhaltiges Frühstücksbüfett, um mit einem ausgiebigen Frühstück und einer Zeitung gut in den Tag zu starten. All das haben wir bereits im Kaiserhof!

Ihr Hotel liegt direkt gegenüber dem Bahnhof. Wie entscheidend ist die Lage eines Hauses?
Auf der Skala von 1 bis 10 liegt das bei 8,5. Gerade Geschäfts- oder Tagungsreisenden, die oft mit der Bahn unterwegs sind, ist die Bahnhofsnähe wichtig. Die zentrale Ausgangslage ist genauso ausschlaggebend für Privatreisende, die Hannover das erste Mal erkunden möchten.

Checken bei Ihnen vor allem Geschäftsleute ein?
Was die Übernachtungen angeht, ist Hannover eine businessgetriebene Stadt, allein schon durch die Messen. Die am stärksten frequentierten Wochentage sind in der Regel Montag bis Donnerstag. Am Wochenende kann sich das noch besser entwickeln.

Klingt, als seien Ihre 78 Zimmer dann verwaist.
Nein, wir haben insgesamt eine gute Auslastung von über 70 Prozent. Unsere Zahlen steigen, und wir haben ambitionierte Ziele, diese weiter auszubauen.

Was zahlt man bei Ihnen für ein Zimmer?
Wir sind ein Vier-Sterne-Haus. Bei uns beginnt es bei 99 Euro für das Standarddoppelzimmer, Frühstück inklusive.

Sie und Ihr Bruder gehören zur dritten Rüter-Generation, die den Kaiserhof leitet. Kann ein Traditionshaus überhaupt mit modernen Ketten mithalten?
Aber sicher! Dass wir ein Familienhotel sind, ist ein positives Merkmal. Reisende, die gestern in Hamburg übernachtet haben, heute in Hannover sind und übermorgen in Köln, schätzen individuelle Häuser, die nicht nach Schema F, sondern persönlich funktionieren. Und wir sind ein Haus mit Herz und Geschichte und individuellem Service!

Die Zahl der Übernachtungen in Hannover hat sich seit 1999 verdoppelt und lag 2015 allein in der Stadt bei 2,2 Millionen. Das müssen doch goldene Zeiten für Hoteliers sein, oder?
Wir sind durchaus zufrieden. Doch es wäre schön, wenn Hannover langfristig auf sechs Millionen Übernachtungen käme. Die Hannover Marketing und Tourismus GmbH macht einen guten Job, keine Frage. Doch gerade im Bereich Tagungstourismus ist noch Bewegung möglich: Wichtige internationale Entscheider für Meetings kennen Berlin, Hamburg und München, aber Hannover haben sie nicht auf dem Schirm.

Sechs Millionen klingt nicht gerade bescheiden.
Ich denke, dass Hannover das Potenzial hat, die Übernachtungszahlen zu steigern. Zum einen durch Wochenendtouristen, wenn noch bekannter wird, was die Stadt an Attraktionen wie die Herrenhäuser Gärten zu bieten hat. Zum anderen durch den Bereich Gesundheitstourismus, wenn etwa Menschen für Reha-Maßnahmen oder Operationen anreisen. In München macht dieser Tourismus im Sommer einen wichtigen Anteil aus, und die Gäste – etwa aus Saudi-Arabien – sind extrem kaufkräftig.

Nun ist Hannover aber nicht München.
Doch hat die Stadt exzellente medizinische Einrichtungen. In diesem Segment kann und wird sich in Hannover bestimmt etwas entwickeln, werden touristische Angebote entstehen.

Kommen wir zu Ihren Angeboten: Sie und Ihr Bruder Constantin sind seit Kurzem in der Geschäftsleitung. Was wollen Sie am Kaiserhof ändern?
Wir gehen das bedächtig an und wollen uns erst einmal, mit Unterstützung unseres Vaters, in Ruhe einarbeiten. Konkrete Ideen sind einige vorhanden, die wir Schritt für Schritt umsetzen möchten. Mehr kann und möchte ich dazu jetzt noch nicht verraten.

Aber wollen Sie nicht bald eigene Akzente setzen?
Einen Großteil unseres Umsatzes machen wir mit der Gastronomie. Wir sind ein kulinarisches Haus mit viel Tradition, für das sich mein Großvater bereits einen Namen in Hannover gemacht hat. Dieses Erbe wollen wir bewahren und weiter ausbauen. Frei nach dem Motto: „Tradition isst modern“. Dazu wird es beispielsweise bald einen English Afternoon Tea im Café geben.

Für Ihre britischen Gäste?
Nicht nur für die, sondern für alle, die gern etwas genießen möchten. Aber tatsächlich bilden die Briten die stärkste ausländische Gästegruppe, gefolgt von den Amerikanern.

Sind nach dem Besuch von US-Präsident Obama in Hannover die Buchungszahlen aus den USA erkennbar gestiegen?
Es ist toll, das Barack Obama hier war. Ein einziger Besuch eines Präsidenten lockt jedoch nicht plötzlich in Scharen Amerikaner in die Stadt. Dazu müssten wir Hannovers Profil international stärker schärfen.

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