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Aus der Stadt So schmeckt es im Treibhaus in der List
Hannover Aus der Stadt So schmeckt es im Treibhaus in der List
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11:24 10.03.2018
Sarah Hühne mit dem englischen Frühstück Quelle: Schaarschmidt
Hannover

Kaum drinnen, bricht ein Tratschgewitter über uns herein. Obwohl Mittwochvormittag, ist das Treibhaus an der Ferdinand-Wallbrecht-Straße gut besucht, mit bunt gemischtem Publikum: Studenten und Senioren, Frauen mit Kinderwagen und der eine oder andere Anzugträger. Die Sonne scheint durch die Panoramascheiben, Staubkörnchen schweben im einfallenden Licht. Ein schönes Treiben. Im wahrsten Sinne des Wortes. Da sehen wir sogar über den mürrischen Barkeeper hinweg und suchen lieber den Kontakt zu der emsigen Servicekraft. Die Dame schießt zwar wie eine Kurzstreckenrakete zwischen den Tischen umher, findet dabei aber trotzdem die Zeit, uns an einen freien Platz zu begleiten. 

Der Blaubeer-Muffin enttäuscht

Das Gasthaus bedient mit seiner Speise- und Getränkeauswahl – von Cocktails über Burger bis hin zu Schnitzel – zwar eine breite Zielgruppe, wir beschränken uns dieses Mal jedoch auf das Frühstück. Heute soll es das Amerikanische Frühstück (8,80 Euro) sein, das auf drei Tellern serviert wird. Zuerst fällt uns das Rührei auf: Es wurde nicht vollständig verquirlt, die Bestandteile aus Eiklar und Eigelb sind noch zu sehen. Das Gericht hat deswegen ein etwas anderes Mundgefühl, vor allem aber ist ersichtlich, dass das Ei nicht aus dem Tetrapak stammt. Der Speck ist gut gebraten, der American Toast nur lauwarm, aber geschmacklich okay. Die Erdnussbutter ist von guter Qualität. Der Obstsalat ist frisch, die Melone leider noch unreif. 

Das Treibhaus an der Ferdinand-Wallbrecht-Straße ist gut besucht. HAZ-Feinschmecker Hannes Finkbeiner war vor Ort und hat das Frühstück getestet.

Letztlich sind wir an diesem Morgen nur mit dem Blaubeer-Muffin unzufrieden, der gute, hochwertige Fertigware ist. Der Stein des Anstoßes: Das Gebäck wurde mit ziemlicher Sicherheit offen in der Küche gelagert, wahrscheinlich in der Nähe des Herds. Die zucker- und fettgetränkte Oberfläche des Muffins hat dankbar alle Gerüche angenommen. Uns erinnert das Aroma an gebratene Zwiebeln. Oder Knoblauch. Bei aller Liebe für ausgefallene Kombinationen, da haben sich zwei Sachen gefunden, die sich nicht gesucht haben. Dafür schmecken der Becher Café Creme (3,50 Euro), der frische Orangen-Karotten-Ingwer-Saft (4,60 Euro) und der Tee mit viel frischer Minze (3,40 Euro) ganz hervorragend.

Exzellente Pancakes 

An einem Sonnabend probieren wir dann das Käsefrühstück, das Englische und Italienische Frühstück (je 8 Euro). Die Wurst-, Schinken- und Käsewaren sind allesamt von ordentlicher Großhandelsqualität, was bei diesem Preis auch nicht anders geht. Die Eier kommen von vornherein hartgekocht an den Tisch. Die fade und trockene Mozzarella erinnert an Presspappe. Ausgezeichnet schmecken demgegenüber die pikanten, weißen Bohnen und auch die getrockneten Tomaten. Exzellent sind sogar die beiden luftigen Pancakes (3,40 Euro). Die Brötchen sind durchweg von ordentlicher Qualität. 

Auch wenn wir heute mit den Speisen nicht ganz so zufrieden sind wie in der Woche zuvor, so scheinen uns Preis und Leistung immer noch stimmig. Was uns an diesem Tag eher missfällt: der Service. Es passiert nichts, ohne dass wir aktiv Kontakt mit dem Personal aufnehmen. Wir hatten bei unserer Reservierung auch angegeben, dass wir in Begleitung eines Kleinkindes kämen. Trotzdem bekommen wir einen Stehtisch mit Bank und Barhockern zugeteilt. Unserer Bitte, mit einem gleich großen Tisch zu tauschen, der erst etwas später reserviert hat, wird eine Abfuhr erteilt: Es könne ja schließlich sein, dass bei diesen Gästen dann ein Rollstuhlfahrer dabei sei. 

Da denken wir uns doch lieber wieder zurück zum Mittwochmorgen, an dem wir sogar irgendwann kurz die Augen schlossen. Wir rückten auf unserer Bank etwas nach rechts, ließen die Sonne auf unser Gesicht scheinen, genossen eine Weile das Stimmengebrabbel, bevor wir um die Rechnung baten. Innerhalb kürzester Zeit stand die junge Servicekraft neben uns, und wir waren erneut verblüfft: Allein verantwortete sie alle Tische – bei fast 30 Gästen eine kleine Meisterleistung. Wir fragten nach: „Ist das nicht anstrengend?“ Die Dame lächelte. „Lieber so, das macht Spaß, die Zeit geht schneller vorbei, und das Trinkgeld ist besser, macht 20,80 Euro, bitte“, antwortete sie. „Na dann“, entgegneten wir, „machen Sie doch 24.“

Fazit

Gesamtergebnis: 7/10

Angenehmes Flair und ordentliches Frühstück zu angemessen Preisen.

Treibhaus 

Ferdinand-Wallbrecht-Straße 14

30163 Hannover 

Tel: (05 11) 66 44 11 

E-Mail: info@treibhaus-hannover.de

Öffnungszeiten: 
Mo bis Do 9 bis 1 Uhr, Fr und Sa
9 bis 2 Uhr, So 10 bis 0 Uhr. 

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