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So schön war die letzte Welfenhochzeit in Hannover

Hochadel in der Marktkirche So schön war die letzte Welfenhochzeit in Hannover

Zur Eheschließung von Ernst August und Ekaterina Malysheva kommt der Hochadel nach Hannover – wie zuletzt 1951. Damals gingen Ernst August (1914-1987) und Ortrud, Prinzessin von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, die Ehe ein. Ein Aufsehen erregendes Spektakel.

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Umringt von Menschen: Das Brautpaar in den Herrenhäuser Gärten. 

Quelle: Hauschild, Wilhelm

Hannover. Prinzenhochzeit in Hannover - so titelte die HAZ 1951 auf einer Sonderseite. Ernst August (1914-1987) war den Bund der Ehe eingegangen mit Ortrud, Prinzessin von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg. Tausende säumten die Straßen und den Weg des Brautpaares von der Marktkirche durch die Lindenallee nach Herrenhausen. Landesbischof Hanns Lilje hatte die Trauung in der Marktkirche vorgenommen.

Prinz Ernst August (1914–1987) und Ortrud, Prinzessin von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, gingen 1951 den Bund der Ehe ein. Tausende säumten die Straßen und den Weg des Brautpaares von der Marktkirche durch die Lindenallee nach Herrenhausen.

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Die HAZ notierte damals: „Für ein paar, von schönstem Spätsommerwetter begünstigte Stunden war die Landeshauptstadt Schauplatz eines festlichen Ereignisses, von dem mancherlei Fäden tief zurück in die ehrwürdige Geschichte der Stadt und des Landes führten.“

Könige und Prinzessinnen

Am Wochenende des 8. und 9. Juli wird Ernst August Erbprinz von Hannover, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, Ekaterina Malysheva heiraten. Nicht auf der Marienburg in Pattensen, wo sein Vater 1981 geheiratet hat, sondern mitten in Hannover.

Hochzeit von Prinz Ernst August von Hannover und der Schweizerin Chantal Hochuli 1981 in Pattensen.

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Mehr als 1000 Besucher fasst die Marktkirche, und Kenner gehen davon aus, dass sie voll sein wird mit Ehrengästen. Etliche gekrönte Häupter aus Europas Hochadel werden erwartet. Ernst Augusts Taufpate Felipe VI., Spaniens König, gilt als gesetzt, ebenso Konstantin II. von Griechenland. Aber auch aus Schweden, Dänemark und den Niederlanden werden Abgesandte der Monarchenhäuser erwartet, Hohenzollern und wohl auch Monegassen - als wahrscheinlich gilt, dass Caroline von Monaco kommt, die schließlich Prinzessin von Hannover heißt. Nicht nur gekrönte Häupter machen die illustre Hochzeitsgesellschaft aus. Ekaterina Malysheva hat als Modedesignerin etliche Freunde und Bekannte aus der Londoner Glamour- und Modeszene. So ist es nach Informationen der HAZ nicht unwahrscheinlich, dass Stilikone und Topmodel Kate Moss zur Hochzeitsfeier anreist.

Das glückliche Paar: Ernst August Erbprinz von Hannover seine Verlobte Ekaterina Malysheva.

Quelle: dpa

Noch ist die Gästeliste nicht geschlossen, es sind nicht alle Anmeldungen eingegangen. Im feinen Kastens Hotel Luisenhof sind alle Zimmer reserviert, wie eine Anfrage ergibt - zu welchem Zweck, dazu schweigt die Rezeption.

„Es ist ein wunderbares Ereignis, das Hannover garantierte internationale Aufmerksamkeit beschert“, frohlockt Marketingchef Hans-Christian Nolte: „Es wird Sommer sein, Hannover kann sich von seiner besten Seite zeigen. Medial könnte die Welfenhochzeit den Obama-Besuch toppen, weil es das Ereignis des Jahres in allen Blättern sein wird.“

Sicherheitskonzept noch offen

Ob es ein Public Viewing, eine Übertragung aus der Kirche, geben wird, kann Stadtsprecherin Ulrike Serbent noch nicht sagen. Noch sei nichts geplant, doch man stehe helfend zur Seite, wenn das Welfenhaus anfrage. Auch bei der Polizei habe man bisher nur „Kenntnis, dass eine derartige Veranstaltung geplant ist, aber keine Einzelheiten“, sagt Sprecher Torsten Schiewe. Deshalb sei noch kein Sicherheitskonzept vorbereitet.

Solche Fragen waren auch 1951 schon wichtig. Die Hannoveraner wollten damals „aus Gefühlen der Anhänglichkeit“ das Brautpaar mit Kutschen und Reitern begleiten. „Notwendige Sicherheitsmaßnahmen“ aber verhinderten das - gepaart mit dem Wunsch des Herzogs nach nicht zu viel Pomp. Mal schauen, was Hannover diesmal auf die Beine stellt.

Von Conrad von Meding und Andreas Schinkel

„Die Leute standen Spalier – zwischen Trümmern“

Nachgefragt bei Dieter Tasch (88), damals Jungredakteur der HAZ

Herr Tasch, bei der jüngsten Welfenhochzeit in Hannover 1951 waren Sie 23 und haben für die HAZ berichtet. Was bedeutete die Zeremonie damals für Hannover?

Es war ein Großereignis. Wenn ich mich recht erinnere, stand Hannover Kopf. Der Krieg war gerade einmal sechs Jahre vorbei, Hannover war immer noch eine Trümmerlandschaft. Die Leute hatten große Sorgen: Es gab große Wohnungsnot, die Folgen der Währungsreform waren gravierend, wirtschaftlich ging es zwar aufwärts, aber die Lage am Arbeitsmarkt war schlimm. Und trotzdem sieht man auf den Bildern fröhliche Menschen. Weil es ein Lichtblick in grauer Zeit war. Die Leute standen Spalier zwischen Trümmern, aber sie waren Teil des Ereignisses. Es war wie bei der Hannover-Messe. Die brachte Menschen aus aller Herren Länder nach Hannover, das hat die Stadt international gemacht. Und nun kamen gekrönte Häupter aus ganz Europa zu Besuch. Das war wirklich toll.

Wie haben Sie selbst die Feier erlebt?

Ich war nicht bei der Trauung in der Marktkirche eingesetzt, sondern beim anschließenden Empfang in der Orangerie. Was sicherlich anders war als heute: Ich konnte mich völlig frei zwischen den Gästen bewegen. Ich weiß noch, dass ich mich mit den Vertretern der Habsburger Monarchie unterhalten habe und mit dem griechischen König Paul und seiner Frau Friederike Luise, die ja aus Hannover stammte. Und natürlich mit Victoria Luise, der Mutter des Bräutigams. Sie war eine sehr aufgeschlossene Frau, ich habe später öfter Kontakt zu ihr gepflegt und sie noch in Braunschweig besucht, nachdem sie die Marienburg verlassen musste.

Was herrschte für eine Stimmung in der Orangerie?

Es war alles sehr festlich, aber es gab aus meiner Erinnerung keine Reden, keine Musik. Die Frauen waren ausgesprochen schick in langen Kleidern. Was mich erstaunte: Viele Herren hatten Hemden mit abgestoßenen Kragen an. Als ich nachfragte, hieß es, dass Understatement damals Trend bei den männlichen Adeligen gewesen sei. Aber auch das wird sicherlich bei der Hochzeit in diesem Jahr anders sein.

Interview: Conrad von Meding

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