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Aus der Stadt So schützen Sie sich vor Zecken
Hannover Aus der Stadt So schützen Sie sich vor Zecken
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09:23 26.05.2015
Nach dem Aufenthalt in der Natur sollte man die Kleidung komplett ablegen und den Körper gründlich nach Zecken absuchen. Quelle: dpa (Symbolbild)
Hannover

Die Gefahr lauert in feuchtem Laub, in hohem Gras, in Wäldern und Gebüschen. Unter freiem Himmel hockt der Holzbock – wie sich die hinterlistige Zecke in der Fachsprache nennt – faul auf Halmen im Unterholz und wartet auf sein Opfer. Kühle acht Grad Celsius reichen den Spinnentieren aus, um sich auf die Suche nach einem Wirt zu machen. Je höher die Temperaturen steigen, desto größer wird auch die Lust der Blutsauger, zuzustechen – das Risiko, sich beim sonntäglichen Spaziergang durch Wald und Wiesen eine Zecke einzufangen, ist dann extrem hoch.

Je weniger Haut freiliegt, desto besser

Da Zecken häufig Erreger  Mit in sich tragen und diese bei einem Stich an den Wirt weitergeben, empfiehlt das Gesundheitsamt der Region Hannover, geschlossene Kleidung zu tragen und Socken über die Hosenbeine zu ziehen. Es gilt: je weniger Haut freiliegt, desto geringer ist auch die Angriffsfläche für die Tiere. Haben diese einmal zugestochen, ist das aber trotzdem noch kein Grund zur Panik. Um sich vor den Borreliose-Erregern zu schützen, sollte die Zecke allerdings so zügig wie möglich entfernt werden. Am besten zieht man das Tierchen mit einer Pinzette möglichst nah am Kopfbereich vorsichtig und gerade heraus.

Wurde die Zecke nicht sofort entdeckt und haben es die Borreliose-Erreger doch in den menschlichen Organismus geschafft, gilt Vorsicht. Oft treten spätestens ein paar Tage nach dem Stich Haut­rötungen auf, zudem leiden die Infizierten meist unter grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen oder geschwollenen Lymphknoten. „Manchmal bleibt die Rötung aber auch aus“, warnt Hans-Peter Reiffen, Landesarzt der Johanniter. Umso wichtiger sei es deshalb, bei den geringsten Anzeichen einer Infektion einen Arzt aufzusuchen.

Risikoreduzierung

Schnelles Handeln schützt dagegen beim Stich einer FSME-infizierten Zecke nicht. Gelangt das Virus, das eine lebensgefährliche, fieberhafte Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute zur Folge haben kann, erst einmal in den Blutkreislauf, sind die Erreger nicht mehr aufzuhalten. Einzig eine prophylaktische Impfung macht gegen jegliche Art von FSME immun.

Johanniter-Arzt Reiffen gibt Verhaltenstipps, mit denen sich das Risiko reduzieren lässt. So sind nach längerem Verweilen im Grünen gründliche Kontrollen das A und O: „Nach dem Aufenthalt in der Natur sollte man die Kleidung komplett ablegen und den Körper gründlich absuchen. Das gilt insbesondere für Kinder, die sich bevorzugt draußen aufhalten“, sagt Reiffen. Hauptsächlich stechen Zecken in Achselhöhlen und Kniekehlen, an Hals und Kopf zu. Dort ist es angenehm warm, und der Holzbock kann ungestört seiner Mahlzeit nachgehen.

Von Nadja Neqqache

Betäubung lässt den Wirt im Ungewissen

Auch wenn eine Zecke ihre Mundwerkzeuge in die Haut versenkt sprechen Fachleute von einem Zeckenstich. Mit einem Stechrüssel dringt die Zecke in die Haut und das hautnahe Gewebe des Wirtes ein. Dabei helfen zwei relativ kleine, bewegliche, scharfkantige „Finger“. An der Spitze der Mundwerkzeuge schneiden sie mit ihrer Bewegung Haut und Gewebe an und bahnen dem Rüssel so den Weg ins Gewebe.
Im Unterschied etwa zur Stechmücken sticht die Zecke nicht ein einzelnes Blutgefäß an. Vielmehr schafft sie eine relativ große Wunde, in die Blut, Lymphe und Zellflüssigkeit einsickern. Dieser Flüssigkeitsmix wird von der Zecke aufgenommen.

Dass ein Zeckenstich nicht ebenso schmerzt wie ein Bremsenstich und unter Umständen sogar unbemerkt bleibt, rührt daher, dass die Zecke den Einstich mit ihrem Speichel betäubt. Nur so hat sie die Chance, vom Wirt unbemerkt ihre Blutmahlzeit über mehrere Tage erfolgreich zu Ende zu bringen. nan

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