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So schwer ist die Suche nach einer Dezernentin

Personalie im Rathaus So schwer ist die Suche nach einer Dezernentin

Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) hat erneut Mühe, die gesamte SPD-Ratsfraktion hinter sich zu scharen. Sein Personalvorschlag für die Stelle der Sozialdezernentin, Konstanze Beckedorf, trifft nicht bei allen Genossen auf Wohlwollen.

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Schostoks Vorschlag für die neue Sport- und Sozialdezernentin kommt nicht bei der ganzen Partei gut an.

Quelle: Holger Hollemann/dpa

Hannover. Erneut versagen Teile der SPD-Ratsfraktion Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) die Rückendeckung bei einem wichtigen Thema – und erneut geht es um eine Personalentscheidung. Anlass ist die bevorstehende Wahl von Hannovers künftiger Sozial- und Sportdezernentin Konstanze Beckedorf aus der Wedemark. „Schon wieder keine Dezernentin mit Parteibuch, und die Leidenschaft fehlt auch“, heißt es bei Mitgliedern der SPD-Ratsfraktion. Sie sprechen das nur hinter vorgehaltener Hand aus, doch sichtbar wird der Unmut unter den Genossen am schlechten Ergebnis der fraktionsinternen Abstimmung vor einigen Tagen. Fünf von 26 Mitgliedern stimmten in geheimer Wahl gegen den Personalvorschlag ihres Oberbürgermeisters, drei Genossen enthielten sich. Das bedeutet eine Zustimmung von nur 69 Prozent. Zwar dürfte Beckedorf damit bei der entscheidenden Abstimmung im Rat am Donnerstag, 25. Februar, kaum durchfallen. Doch wieder ist es Schostok nicht gelungen, alle Fraktionsmitglieder hinter sich zu scharen.

Ein Jahr ist es her, dass es zur Machtprobe zwischen dem OB und seiner Fraktion kam. Damals hatte Schostok seine Pläne zur Umorganisation der Verwaltung vorgestellt. Die Dezernate sollten neu zugeschnitten werden. In der Fraktionssitzung kam es zum Eklat, die Genossen verweigerten Schostok die Zustimmung. Erst im Nachgang kehrte Ruhe ein. Zähneknirschend votierten die Fraktionsmitglieder für Schostoks Entwurf. „Wir fühlen uns bei wichtigen Entscheidungen nicht mitgenommen“, hieß es.

Diesen Vorwurf erneuern nun einige Sozialdemokraten. Schostok habe lange Zeit nur einem kleinen Kreis mitgeteilt, dass seine Wahl auf die 55-jährige Beckedorf gefallen sei, kritisiert ein Genosse. Zwar sei es verständlich, dass Personalfragen vertraulich behandelt werden – doch etwas mehr Transparenz sei wünschenswert.

Der Unmut über Schostoks Dezernentenvorschlag entzündet sich vor allem daran, dass Beckedorf kein SPD-Parteibuch besitzt. Die Sozialdezernentin in der Wedemark gehörte früher der CDU an, jetzt ist sie parteilos. „Wenn die SPD schon das Vorschlagsrecht für einen Dezernenten hat, dann sollte sich das auch in der Parteizugehörigkeit widerspiegeln“, sagt ein anderer Genosse. Schließlich seien Dezernenten nicht nur Verwaltungsmitarbeiter, sondern auch politische Beamte, die gestalten sollen. „Wir haben sie daher nach ihrer sozialdemokratischen Grundhaltung abgeklopft.“ Nicht bei allen Genossen hat Beckedorf den Test bestanden. Schostok hingegen ließ durchblicken, dass aus seiner Sicht kein Grund bestehe, an ihren politischen Wertvorstellungen zu zweifeln.

Ein SPD-Parteibuch hat in der Dezernentenriege tatsächlich nur noch Kämmerer Marc Hansmann. Die kürzlich zur Bildungsdezernentin ernannte Rita Maria Rzyski ist parteilos, ebenso der wiedergewählte Baudezernent Uwe Bodemann. Beide stehen aber den Sozialdemokraten nahe. Ohne Parteibuch versieht auch Kultur- und Personaldezernent Harald Härke seinen Dienst, er ist verheiratet mit der ehemaligen Grünen-Ratsfrau Ingrid Wagemann.

„Bei der Vorstellung Beckedorfs ist der Funke nicht übergesprungen“, sagt ein Mitglied der SPD-Fraktion. Er habe Leidenschaft und Herzblut vermisst – aber am Ende für die 55-Jährige gestimmt. Beckedorf verfüge über genügend Verwaltungserfahrung, findet er.

Von Andreas Schinkel

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