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Was sich Hannoveranerinnen zum Weltfrauentag wünschen

Gleichberechtigung Was sich Hannoveranerinnen zum Weltfrauentag wünschen

Einst haben Frauenrechtlerinnen am Weltfrauentag für das Wahlrecht gekämpft oder für ihr Recht auf Bildung. Wie sieht es heute aus? Die HAZ hat fünf Hannoveranerinnen befragt – von der Feministin bis zur Bachelor-Kandidatin.

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Wie steht es um die Gleichberechtigung von Mann und Frau heute?

Quelle: HAZ-Montage

Jasmin 
Mittag: „Frauen oft zu schlecht bezahlt“ 

Jasmin Mittag, Aktivistin, Feministin, wünscht sich nicht nur wohlfeile Worte, sondern Gesetze, die dafür sorgen, dass es künftig weniger geschlechtsbezogene Diskriminierung gibt. In Bezug auf Wahlfreiheit oder das Recht von Frauen auf Bildung sei in den vergangenen 100 Jahren „unglaublich viel passiert“, sagt die 38-jährige Hannoveranerin, die die bundesweit gezeigte Ausstellung „Wer braucht Feminismus“ initiiert hat. Jedoch würden Rollenbilder durch die ungleiche Bezahlung ganzer Berufsgruppen heute noch zementiert. Soziale Berufe würden durch die oft viel schlechtere Bezahlung abgewertet: „Ich wünsche mir, dass das aufgebrochen wird.“ jr

Feministin Jasmin Mittag.

Quelle: HAZ

Fabienne 
Gierke: „Es gibt noch Nachholbedarf“

Für die 25-jährige Fabienne Gierke aus Langenhagen, die durch ihre Teilnahme an der RTL-Show „Der Bachelor“ bekannt wurde, ist der Weltfrauentag kein besonderes Ereignis. „Ich muss gestehen, dass ich gar nicht wusste, dass er jetzt ist. Eigentlich setze ich mich nicht so groß damit auseinander.“
Doch bei einigen Themen gibt es im Verhältnis zwischen Mann und Frau doch einigen Nachholbedarf, meint die Kosmetikerin, die sich auch schon für das Männermagazin „Playboy“ ausgezogen hat. „Es gibt noch nicht so viele Frauen in Führungspositionen, außerdem sind die Jobchancen und Gehälter immer noch unterschiedlich.“  ton
     

Die frühere Bachelor-Kandidatin Fabienne Gierke.

Quelle: HAZ

Ninia
 Binias: „Rückkehr in Beruf
 ist oft schwierig“

Ninia Binias, Moderatorin und Poetry-Slammerin aus Hannover, erwartet in diesen Tagen ihr erstes Kind. Die 33-Jährige – auch unter dem Namen Ninia LaGrande bekannt – wünscht sich, dass es Müttern leichter gemacht wird, in den Beruf zurückzukehren. Sie erlebe jetzt selbst, dass eine Schwangerschaft für Selbstständige „nicht easy“ sei, wie sie sagt.
Immer wieder habe sie sich währenddessen gefragt, wie lange sie fit genug zum Arbeiten bleibe. Sie überlege schon jetzt, noch vor der Geburt, wann sie wieder anfangen könne: aus finanziellen Gründen – und damit sie nicht komplett von der Bildfläche verschwinde. Binias wünscht sich zudem für Alleinerziehende mehr Hilfen vom Staat. Sie habe zum Glück einen Lehrer als Partner, der ohne Probleme Elternzeit nehmen könne und ein festes Einkommen habe, sagt sie: „Um wie viel schwerer muss das Leben mit Kindern für Alleinerziehende sein.“ jr     

Slam-Poetin Ninia Binias.

Quelle: HAZ

Monika 
Stadtmüller: „Keine Kochschürzen
 für Mädchen“

„Frauen müssen ihre Mädchen noch selbstbewusster erziehen.“ Monika Stadtmüller, Vorsitzende des hannoverschen Seniorenbeirats, arbeitete sich als alleinerziehende Mutter bis in die Geschäftsführung Altenpflege der Henriettenstiftung hoch. Davon, dass man Mädchen Kochschürzen und Jungen Autos zum Geburtstag schenke, müsse man endlich wegkommen, wünscht die 73-Jährige. jr

Monika Stadtmüller. 

Quelle: HAZ

Christiana Berg: „Den Schritt in die
 erste Reihe wagen“

Polizeichefin Christiana Berg leitet eine Behörde mit mehr als 2100 Mitarbeitern. Die Präsidentin der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen ist die erste Frau in dieser Position – und sie wünscht sich, dass künftig mehr Frauen den Schritt „in die erste Reihe der Polizei wagen“. Dafür bedürfe es keiner zusätzlichen Quoten und Gesetze, sondern eines deutlicheren Bekenntnisses von Frauen zu eigenen Fähigkeiten und Stärken, sagt die 58-Jährige, die ihre Position seit knapp zwei Jahren innehat. Immer noch ordneten sich viele Kolleginnen in der zweiten Reihe ein, sagt Berg, die verheiratet ist und einen erwachsenen Sohn hat. Die Polizei in Niedersachsen habe bewiesen, dass Karriere und Familie gut vereinbar sind. jr

Christiana Berg ist die Chefin der Zentralen Polizeiinspektion Niedersachsen. 

Quelle: Kutter

Aktionen am Weltfrauentag

Zum Frauentag gibt es in Hannover eine Reihe von Veranstaltungen. „99 Jahre Frauenwahlrecht“ heißt eine Festveranstaltung mit Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) von 14 Uhr an auf dem Opernplatz. Vorgestellt wird unter anderem der „3. Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern in Niedersachsen“.
Zu einem Open Mic laden die Grünen auf dem Lister Platz für 11 bis 13 Uhr ein. Frauen und Männern wird ein Forum für einen kurzen öffentlichen Beitrag zum Thema „Ich bin nicht gleichberechtigt“ geboten.
Vernissage, Vortrag und Theaterstück gibt es beim Internationalen Frauentreff La Rosa ab 16.30 Uhr in Linden, Zur Bettfedernfabrik 1. Um 20.15 Uhr startet in der Warenannahme ein Frauenfest mit Disco.
Eine Kunstaktion in der Straßenbahn plant die Künstlerin Ingrid Angelika Rost. Sie will gegen 12 Uhr aus Linden mit der Straßenbahn Richtung Bahnhof fahren.
Das Kollektiv „Frauen*Kampftag“ lädt für 18 Uhr auf dem Ernst-August-Platz zu einer Demonstration gegen Sexismus, patriarchale Strukturen und für mehr Gleichberechtigung ein.
Die niedersächsischen Aidshilfen nutzen den Weltfrauentag für ihren ersten Frauenfachtag: Das Thema Frau und Gesundheit steht heute von 9.30 bis 16 Uhr im Pavillon, Lister Meile 4, im Zentrum.    

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