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Aus der Stadt So sieht der Masterplan für die MHH aus
Hannover Aus der Stadt So sieht der Masterplan für die MHH aus
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00:16 18.02.2017
Von Felix Harbart
Planungsfehler sollen bei der MHH in Zukunft Geschichte sein. Quelle: Martin Steiner
Hannover

Man kann sich das nur schwer vorstellen: Da baut das Land Niedersachsen auf dem Gelände der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ein zentrales Laborgebäude für 30 Millionen Euro - und dann steht es mehr als zwei Jahre lang ungenutzt da. Weil die Stromversorgung nicht ausreichend ist. Oder: Da plant die Hochschule eine neue Radiologie, sechs Jahre lang. Gebaut wird: nichts. Kosten: knapp mehr als eine Million Euro.

Wie kann das passieren?

Vielleicht steht die Antwort zwischen den roten, blauen, grünen und grauen Kästchen eines Schaubildes, das die planerischen und genehmigungstechnischen Abläufe beim Bau einer landeseigenen Klinik zeigt. Eine der Farben steht für das niedersächsische Wissenschaftsministerium. Eine, Rot natürlich, für das Finanzministerium. Eine weitere steht für die MHH und eine ist mit „Amt“ beschriftet. Gemeint ist das staatliche Hochbauamt, das im Auftrag des Landes Bauprojekte wie eine Radiologie oder ein Laborgebäude an der MHH koordiniert. Koordinieren soll. Koordinieren sollte. Zwischen allen Kästchen gehen Pfeile hin und her, vor, seitwärts und zurück, und jeder Pfeil symbolisiert das, was einer Demokratie lieb und teuer ist: Kontrolle. Nur kommt dabei die Frage auf, ob man es in Niedersachsen mit dem Kontrollieren ein bisschen übertreibt - und ob man sich zwischendurch nicht besser öfter gemeinsam an einen Tisch gesetzt hätte.

Wo liegt der Fehler?

Seit Ende Januar sind die großen planerischen Fehler an der MHH nun öffentlich bekannt. Seither läuft auch die Diskussion darüber, wie sie zu erklären sind, nicht mehr nur hinter verschlossenen Türen. Im Groben gibt es dazu zwei Lesarten, je nachdem, wen man fragt. Doch wie auch immer man die Sache dreht: Die Diskussion lässt den Außenstehenden nachdenklich zurück.

Die erste Lesart geht so: Da die MHH ein Landesbetrieb und nicht beispielsweise eine eigenständige Stiftungs-Uni ist, gibt sie sozusagen beim Land eine Bestellung ab. Sehr verkürzt gesagt bittet sie Wissenschaftsministerium und Staatliches Baumanagement etwa um den Bau eines Laborgebäudes - das Ministerium um das Geld, die Baufachleute um die Umsetzung. Dabei, so geht diese Variante, hat sie relativ wenig Mitspracherecht. Während aber die Landesbürokratie ihren Weg durch die bunten Kästchen aus Anträgen, Anhörungen, finanziellen Überprüfungen und politischen Entscheidungen einschlägt, dreht sich die Welt weiter. Die Medizintechnik entwickelt sich, und wenn man Pech hat, passt die zwei Jahre alte Planung nicht mehr auf die neuen Anforderungen. Und dann kann es sein, dass der Strom nicht reicht. Und man das zu spät merkt.

Die zweite Variante kommt auf einem anderen Weg zum selben Ergebnis. Sie besagt, dass MHH-Ärzte alles Mögliche können, nur eben nicht Bauten planen. Und dass sie die, die die Gebäude für sie zu bauen haben, nicht mit den notwendigen Informationen versorgen. Am Ende steht also im Kern die Frage: Hat das Staatliche Baumanagement schlecht gebaut, oder hat die MHH schlecht vorgeplant? Das zuständige Ministerium mag sich dazu nicht festlegen - schließlich ist ja selten nur einer schuld.

Die Konsequenzen?

Ministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne) jedenfalls steht unter Druck - auch deshalb, weil das Land ein Sondervermögen von 2 Milliarden Euro lockermacht, um die UniKliniken in Hannover und Göttingen mit je einer Milliarde zu neuen, zeitgemäßen Gebäuden zu verhelfen. Wie aber soll das klappen, fragen Kritiker, wenn nicht mal der Bau eines Laborgebäudes unfallfrei über die Bühne geht? Also gibt sich Heinen-Kljajic resolut: Die vorhandenen Prozesse würden der Komplexität eines solchen Projektes nicht gerecht, sagt sie. „Wir werden sicherstellen, dass wir zu einer Verfahrensvereinfachung kommen. Es muss eine zentrale Verantwortung geben.“ Das heißt: Von den vielen bunten Kästchen müssen einige verschwinden - ohne, dass danach jeder macht, was er will.

Für Rot-Grün gibt es an der MHH aber noch ein ganz anderes Problem, das sich an einer weiteren Planungspanne festmachen lässt: Seit 2010 plant die Hochschule an einer neuen, bitter notwendigen Notaufnahme. In diese Überlegungen sind bis heute, inklusive einiger umgesetzter, provisorischer Maßnahmen, rund 3,8 Millionen Euro geflossen. Umgesetzt wird diese Planung nie, denn jetzt plant das Land mit seiner Milliarde ja den großen Wurf. Die alten Planungen waren zwar gut und richtig - nur hatte nie jemand beim Land die Finanzierung sichergestellt. Denn eine stringente Planung für die Hochschule habe es unter der alten, schwarz-gelben Landesregierung nie gegeben. Nicht ohne Spott zeigen die nunmehr Verantwortlichen daher darauf, aus welchen Jahren die Planungspannen stammen - nämlich sämtlich aus der Zeit vor der rot-grünen Regierung, die seit 2013 das Sagen hat.

Jetzt kommt der Masterplan

Das alles soll nun besser werden - mit einer groß angelegten Planung für die gesamte MHH. Das Wissenschaftsministerium hat drei externe Firmen beauftragt: Eine berechnet den Flächenbedarf für Forschung und Lehre, eine den für den klinischen Bereich, und eine macht ein Gutachten, wie all das logistisch zu machen ist - samt aller notwendiger Interimslösungen. „Es braucht einen Masterplan aus einem Guss“, sagt Heinen-Kljajic. Für beide Kliniken, Hannover und Göttingen, sollen gleiche Standards gelten - das mache die Planung einfacher und billiger. Mitte 2017 soll der Flächenbedarf ermittelt und ein Vorschlag für die Finanzierung fertig sein, Ende des Jahres „bauliche Realisierungsstufen mit Zeit- und Investitionsplanung“ festgelegt.

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