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Das wird die neue Bahnzentrale in Hannover

Neubau am ZOB Das wird die neue Bahnzentrale in Hannover

Die Bahn baut sich eine neue Zentrale an ihrem wichtigsten Knotenpunkt - in Hannover. Der Bezug soll schon 2018 sein. Die Kosten für den Neubau sollen sich auf 64 Millionen Euro belaufen.

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Lichte Büros, großzügiger Eingangsbereich: Der geänderte Entwurf vom Büro Hascher Jehle aus Berlin.

Quelle: Hascher Jehle

Hannover. Bei diesem Bahn-Projekt ist Pünktlichkeit gefragt. Am Freitag war Grundsteinlegung für den Neubau der norddeutschen Bahn-Zentrale hinterm Hauptbahnhof, aber schon im Herbst 2018 soll der Umzug der 950 Mitarbeiter beginnen. Ein wirklich eng getakteter Zeitplan, aber fast alternativlos: Zum Jahresende läuft der bisherige Mietvertrag in der Joachimstraße aus. Da war diese Kuriosität gestern mehr als eine Rand-Anekdote: Der Architekt des Neubaus reiste zur Grundsteinlegung aus Berlin an - mit der Bahn. Es kam wie es kommen musste, die ganze Veranstaltung ging mit rund einer halben Stunde Verzögerung los. Veranstalter und Gäste nahmen es mit Humor.

Ein großzügigeres Erdgeschoss und klarere Strukturen in der Fassade – so sehen die überarbeiteten Pläne für den Neubau des Bahn-Verwaltungsbaus am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) aus. Am Montag wurde in der Bauverwaltung eine Ausstellung eröffnet, die den Siegerentwurf zeigt.

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Dabei ist dieser Neubau für die Bahn etwas ganz Besonderes. „Hannover liegt am Schnittpunkt der beiden Eisenbahnmagistralen Berlin-Ruhrgebiet und Hamburg-Frankfurt“, sagt der Bahn-Konzernbevollmächtigte Ulrich Bischoping. „Es gibt kaum eine große Stadt in Deutschland, die für Bahnreisende zentraler liegt und besser erreichbar ist.“ Die Bahn nutzt die günstige Lage: Zum Raumkonzept des Neubaus gehört eine Etage voller Konferenzräume, in der sich Bahnmanager aus dem Bundesgebiet künftig treffen können. „Hannover ist eine Eisenbahnerstadt, seit die Stadt 1843 Sitz der Königlichen Eisenbahndirektion wurde, und Hannover wird weiterhin Eisenbahnerstadt sein“, sagt Bischoping. Aktuell werde der Standort sogar aufgewertet. Die Gütertochter DB Cargo verschlankt ihre bisher neun Einsatzbereiche in drei Korridore: West, Mitte und Ost. Städte wie Hamburg verlieren die Zuständigkeit, von der neuen Norddeutschland-Zentrale in Hannover aus wird künftig der Korridor Mitte gemanagt, vom Seehafen- bis zum Hinterlandverkehr in Süddeutschland.

Ausbau in der Lindemannallee

Mehr als 6000 Mitarbeiter hat die Bahn in Hannover, davon 2100 Bürobeschäftigte, verteilt auf acht Standorte. Überwiegend arbeiten sie in der Joachimstraße (Mitte) und der Lindemannallee (Bult), wo die Netzsparte angesiedelt ist. Der erst 2009 fertiggestellte Bürostandort Lindemannallee erhält derzeit einen zusätzlichen Gebäuderiegel, um mehr Mitarbeiter aufzunehmen; die Fläche wird gerade vorbereitet. Was mit dem Standort Joachimstraße passiert, ist unklar. Die Bahn ist dort nur Mieterin. Das Bürogebäude aus den Sechzigerjahren gilt als Sanierungsfall, auch ein Abriss ist möglich.

64 Millionen kostet der Neubau

Wenn die 950 Bahn-Mitarbeiter die neue Zentrale am Fuße des alten Fernsehturms beziehen, sollen sie dort helle, luftige Büros erwarten, verspricht Architekt Reiner Hascher. Er geißelte, dass Neubauten viel zu oft nur noch „renditeorientierte Häuser aus Pappmaché mit vorgehängten Polystyrolfassaden“ seien: „Damit macht man keinen Stadtbau, sondern schafft nur Entsorgungsprobleme für künftige Generationen.“ Sein Neubau mit einer kürzlich noch mal geänderten Erdgeschosszone, mit schlanken Wandelementen („Lisenen“) und einem großen, überglasten Innenhof orientiere sich an dem für Hannover typischen Backsteinexpressionismus, namentlich nannte Hascher das Anzeiger-Hochhaus von Fritz Höger und den Klinkerbau von Hans Poelzig an der Vinnhorster Beneckeallee.

Die Essener Projektentwickler Kölbl Kruse lassen den Neubau für 64 Millionen Euro von der Firma Hochtief-Infrastructure errichten. Man sehe das Projekt als „Visitenkarte in Hannover“ und habe durchaus noch mehr vor, sagten Marcus Kruse und Stephan Kölbl gut gelaunt. Auch Oberbürgermeister Stefan Schostok zeigte sich erfreut: Der einst „morbide Bereich hinterm Bahnhof“ wandele sich mit neuem ZOB und neu gestalteter Sparkassenverwaltung zusehends.

Nur 750 Arbeitsplätze

950 Mitarbeiter teilen sich insgesamt 750 Arbeitsplätze – so will die Bahn Geld bei der Gebäudeeinrichtung und -unterhaltung sparen. Die Mitarbeiter haben keinen festen Arbeitsplatz, sondern können sich an verschiedenen Plätzen einloggen. Das Konzept ist nicht neu, die Bahn setzt es allerdings in einer abgeschwächten Form um. „Es sucht sich aber nicht jeder Mitarbeiter täglich einen neuen Arbeitsplatz“, sagt Bahn-Manager Ulrich Bischoping.

Wer aber zwei Wochen Urlaub mache, räume den Platz. „Jeder hat einen Rollcontainer und kann sich nach dem Urlaub einen neuen Platz suchen.“ Gearbeitet werde ohnehin in Großraumbüros (heute nennt man sie Open-Space-Konzepte). Untersuchungen hätten ergeben, dass in der Regel jeder vierte Mitarbeiter nicht anwesend sei wegen ?Urlaub, Krankheit oder Reisen – Letzteres gehört bei der Bahn zum Alltag.

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