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Aus der Stadt So spektakulär ist die Lichtinstallation im Großen Garten
Hannover Aus der Stadt So spektakulär ist die Lichtinstallation im Großen Garten
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18:04 05.05.2017
Von Stefan Arndt
Quelle: Franson
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Mit der Kunst ist es so eine Sache: Was ist sie schon ohne Zuschauer? Darum macht Intendant Ingo Metzmacher Ernst mit seinem Vorhaben, die Kunstfestspiele Herrenhausen weiter für die Stadt zu öffnen. „Ich glaube fest, dass besondere künstlerische Ereignisse alle Menschen angehen“, hat Metzmacher bei der Vorstellung des Programms der diesjährigen Ausgabe gesagt, „wir müssen sie nur erreichen.“ Deshalb verlässt das Festival immer wieder die abgeschlossene Gartenwelt, die es im Namen trägt, und nutzt etablierte Spielorte in der Stadt.

Nach der Eröffnung im Pavillon am Freitagabend machen die Kunstfestspiele an diesem Sonntag im Capitol Station: Dirigent André de Ridder organisiert dort einen Brückenschlag zwischen Rappern wie Käptn Peng und neuer klassischer Musik. Mit Projekten wie diesen hoffen die Festivalmacher, dem Anspruch von Oberbürgermeister Stefan Schostok gerecht zu werden: Die Kunstfestspiele seien „exklusiv, aber nicht ausgrenzend“, hatte der bei seiner Bilanz der letzten Festspielausgabe gesagt.

Zentrale Spielorte bleiben aber die Galerie und die Orangerie in Herrenhausen sowie das Spiegelzelt als Festivalzentrum – allerdings will Metzmacher die bekannten Räume „neu erlebbar“ machen. Deshalb gibt es hier weniger Konzerte als zuletzt – dafür aber Installationen, Theaterstücke und Tanzperformances.

Filmemacherin Corinna Belz will mit dem Komponisten Marcus Schmickler Details aus Bildern von Gerhard Richter beleben (6. Mai), der Choreograf Emanuel Gat widmet einen Abend dem Pianisten Glenn Gould (20. Mai) und die Gruppe machina eX bringt eine Art gespieltes Computerspiel auf die Bühne (8. bis 10. Mai). Es gibt Konzerte mit sämtlichen Präludien und Fugen von Dimitri Schostakowitsch mit dem Pianisten Alexander Melnikov (11. Mai) und alle Bach-Cello-Suiten mit Jean-Guihen Queyras (19. Mai). Außerdem präsentiert der Gambist Jordi Savall ein Konzert mit Musik aus dem 15. und 16. Jahrhundert (14. Mai). Finale ist am 21. Mai im Transporterwerk von VW Nutzfahrzeugen in Stöcken mit Heiner Goebbels „Surrogate Cities“.     

Erhellend: Victoria Coelns Lichtkunstinstallationen in Herrenhausen

„Wenn Licht und Materie aufeinandertreffen, wird die Welt sichtbar“, sagt Victoria Coeln, macht eine Kunstpause und fordert dann ihr Publikum auf: „Nutzen sie also das Licht als Erkenntnismittel – und erleben sie neue Sehrelationen!“ Das lassen sich die Leute im Kunstfestzelt nicht zweimal sagen und strömen in den Großen Garten, wo die Lichtkünstlerin mehr als ein Dutzend lichtstarke Scheinwerfer aufgebaut hat. Weil davor jeweils Glasscheiben mit Bruchkanten, Ritzen oder Schliffen installiert sind, wird das Licht in seine Spektralfarben aufgesplittert – und der Garten davor gerät vom Kies bis zu den Baumkronen in buntes Licht. „Painting the Night“ heißt das Lichtkunstwerk, das im Rahmen der Kunstfestspiele und von „Made in Germany“ gezeigt wird.

Um zu erleben, wie die Standbilder im Gartenparterre, die Pavillons und nicht zuletzt das Denkmal von Kurfürstin Sophie in derart aufgefächertem Licht erscheinen, streifen am Eröffnungsabend zahlreiche Besucher bis spätabends durch den Großen Garten. Und weil sie dabei beständigem Nieselregen trotzen müssen, erhellen die Scheinwerfer auch immer wieder die Regenschirme der abendlichen Flaneure.

Nicht wenige lockt das erhellende Ereignis vielleicht auch, weil sie Victoria Coelns Lichtinstallationen schon kennen. Immerhin hat die östereichische Künstlerin nicht nur den Herrenhäuser Garten, sondern auch den Wiener Stephansdom, die Kirche Santa Maria von Burgos in Spanien oder die Antikenstätten von Ephesos in der Türkei schon in ihre Spektralfarben getaucht.

    

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