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Aus der Stadt So spektakulär ist die neue Show "Metropolitan"
Hannover Aus der Stadt So spektakulär ist die neue Show "Metropolitan"
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22:03 31.08.2017
Akrobatik im TW 2000: Die Artisten turnen auf der GOP-Bühne durch den halbierten Üstra-Silberpfeil.  Quelle: Uwe Dillenberg
Hannover

Wer Bahn fährt, kennt das: Skurrile Typen in öffentlichen Verkehrsmitteln, von den einen ignoriert, von den anderen beobachtet, mal mit Skepsis, mal mit Neugier, wie bei Kindern, die im U-Bahn-Tunnel sonst nichts zu gucken haben. Diesen Tunnelblick kann man sich jetzt oberirdisch gönnen, im GOP wird das Stück „Metropolitan“ zwei Monate lang unterwegs sein.

Bei der Show Metropolitan tanzen die Darsteller in einem Waggon der hannoverschen Stadtbahn.

Zum Dreifachgeburtstag - 125 Jahre Üstra, 30 Jahre Feuerwerk der Turnkunst, 25 Jahre GOP - hat sich das Team um GOP-Kreativdirektor Werner Buss und Regisseur Knut Gminder eine besondere Mixshow ausgedacht. Sie spielt in einem längs halbierten Straßenbahnwaggon der Baureihe TW 2000, den die Hannoveraner als Silberpfeil kennen.

Show kommt west­sidestoryesk daher

Dass es keine reine Varieté-Show ist, sondern oft an „Linie 1“ erinnert und gelegentlich west­sidestoryesk daherkommt, liegt auch an Heidi Aguilar, die seit 1987 das Feuerwerk der Turnkunst inszeniert. Sie hat die Choreografie ausgearbeitet und zudem elf junge Leute aus ihrer Riege mitgebracht. Da wird an Haltestangen und an -riemen geturnt, mal elegant, mal spektakulär. Das ist wunderschön anzusehen, weil Kraft und Eleganz Hand in Hand gehen. Und da liegen GOP-Artistik und Hochleistungssport einmal mehr sehr dicht beieinander. Die 26-jährige Felicitas Aguilar, Tochter der Choreografin, kommt aus der rhythmischen Sportgymnastik und ist heute immer wieder ein fester Bestandteil in GOP-Inszenierungen. Und so tanzen und turnen Jannis Rosendorff, Lena Koblitz, Kira Lefebre, Michelle Gitina, Phillip Mulamba, Van Tien Nguyen, das Duo Piti mit Pierre Büchner und Timo Gödeke sowie Robert Tartakovskij durch den TW 2000. Draußen zieht die Stadt vorbei, auf einer riesigen Videowand erscheinen die Haltestellen Schwarzer Bär oder Altenbekener Damm. Auch die Ansagen sind für Bahnfahrer alte Bekannte. Öffentliche Verkehrsmittel sind identitätsstiftender, als man dachte.

Info

Bis zum 31. Oktober im GOP, Georg­straße 36. Tickets unter (05 11) 30 18 67 10 oder auf www.variete.de.

Für die GOP-geprägten Parts sorgen dann Kontorsionistin Aleksandra Dogotari; Anna Weirich, die eine Haltestange zum Pole Dance nutzt, oder auch Francesca Mari, die kopfüber mit Bällen jongliert. Aus einer alten italienischen Zirkusdynastie kommen Dario und Michael Togni, die sich gegenseitig auf den Füßen jonglieren.

Tunnelblick nach Show

Und dann gibt es noch einen ganz besonderen Fahrgast, den man unbedingt noch einmal in einer Bahn wiedertreffen möchte: Klaus Loch ist ein Clown ohne rote Nase. Ein Zollstock wird bei ihm zum Hund; ein herzförmiger Luftballon zu einem felsenschweren Störfaktor. Das ist herzergreifend, eine wunderschöne Luft- und Lachnummer.

Wer nach knapp zwei Stunden aus dieser Bahn steigt, hat definitiv einen Tunnelblick. Und wird vielleicht auf dem Nachhauseweg skurrilen Typen begegnen - und lächeln.

Von Heike Schmidt

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