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So starten Erstsemester ins Unileben

Hochschule Hannover So starten Erstsemester ins Unileben

2000 Erstsemester beginnen in der nächsten Woche an der Hochschule Hannover ihr Studium. 300 davon bereiten sich im Study Camp schon einmal auf das Studentenleben vor. 

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Hochschule Hannover: Das Semester beginnt, wie war das Camp und was kann man hier studieren? 

Quelle: Katrin Kutter

Hannover. Zwei Wochen lang war Eingewöhnung an der Hochschule Hannover. „Ab Montag geht es richtig los, endlich“, sagt Maike Lübbe (27). Lernen, lange stillsitzen, zuhören und Notizen machen musste die junge Frau aus Hildesheim erst mal wieder üben. Sechs Jahre hat sie als medizinische Fachangestellte in einer Arztpraxis gearbeitet, jetzt will sie medizinisches Informationsmanagement studieren.

Tipps für Erstsemster

In der Knallvorlesung sitzen, auf der „Rinderparty“ tanzen und natürlich limmern: ZiSH hat 50 Pflichttermine gesammelt – in einer Bucketlist zum Abhaken.

300 Teilnehmer aus 19 Nationen

Das Study Camp, in dem Erstsemester und Austauschstudenten - auf Deutsch und Englisch - auf das Hochschulleben vorbereitet wurden, kam ihr da gerade Recht. Es gab Campusführungen, Kurse zu Zeit- und Selbstorganisation, MS Office, Körpersprache. Es gab Schreibwerkstätten, Seminare zu Stressbewältigung, deutscher Kultur, Präsentationen, Wahrnehmen und Zeichen, und abends konnten die knapp 300 Teilnehmer aus 19 Nationen sich bei Karaoke, Bowling oder Kioskshopping besser kennenlernen. 113 Camp-Teilnehmer kommen aus der Fakultät III (Medien, Information und Design), 55 aus der Fakultät II (Maschinenbau und Bioverfahrenstechnik) und 48 aus dem Bereich Wirtschaft und Informatik. Zhu Dele (21) sagt, er habe beim Camp noch mal „richtig intensiv Deutsch gelernt“. Der Austauschstudent aus dem chinesischen Hangzhou kann sich immerhin schon perfekt vorstellen auf Deutsch: „Ich heiße Zhu Dele und wohne jetzt in Hannover.“ Er möchte einen Einblick in die deutsche Kultur und Gesellschaft bekommen, fügt er auf Englisch hinzu. Der Ausflug zum Besucherbergwerk Klosterstollen in Barsinghausen hat ihn in der vergangenen Woche sichtlich beeindruckt: „Ich war noch nie unter der Erde.“

Nataru Nobusue, Austauschstudent aus Hannovers japanischer Partnerstadt Hiroshima, erzählt, dass er nach seinem Jahr in Hannover erst mal den Abschluss in seiner Heimat machen will, aber dann würde er gern wiederkommen.

Die HsH-Standorte

Fünf Fakultäten, vier Standorte: Die Hochschule Hannover verteilt sich auf vier Standorte im Stadtgebiet. In Linden finden sich die Fakultäten I (Elektro- und Informationstechnik) ,II (Maschinenbau) und IV (Wirtschaft und Informatik), in Kleefeld am Nackenberg, wo früher die Evangelische Fachhochschule war, ist die Fakultät V (Diakonie, Gesundheit und Soziales) untergebracht. An der Expo-Plaza kann man Information, Medien und Design (Fakultät III) studieren. Klein, aber fein ist Ahlem (Bioverfahrenstechnik).Rund 2000 Erstsemester beginnen in der nächsten Woche ihr Studium an der Hochschule Hannover. Sie verteilen sich auf mehr als 60 Studiengänge an vier Standorten im Stadtgebiet. Insgesamt gibt es an der Hochschule schon 10 000 Studierende, damit hat sich die Zahl der an der HsH Eingeschriebenen in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Die Fachhochschulen werben mit Praxisbezug, Nähe zu Wirtschaft und individueller Betreuung. „Man kann hier mit jeder Frage kommen“, sagt Alice Kling (26). Auch sie zieht es nach mehrjähriger Berufstätigkeit an die Hochschule. Sie hatte als Heilerziehungspflegerin in einem integrativen Kindergarten in Bothfeld gearbeitet. Jetzt will sie Soziale Arbeit studieren: „Das lag nah.“

Ob 17 Jahre und frisch von der Schule oder zehn Jahre älter mit abgeschlossener Ausbildung und praktischer Berufserfahrung - die Studienanfänger an der HsH ist sind so vielfältig wie das akademische Angebot. Neu ist in diesem Semester der Bacherlor-Studiengang „Szenografie - Kostüm - Experimentelle Gestaltung“. Damit kehrt Kunst als Studienfach zurück nach Hannover. Interdisziplinarität, aber auch Spezialisierung und Internationalität seien die Kennzeichen des neuen Angebots, teilt die Hochschule mit. Auch das Study Camp ist durchgängig zweisprachig. Die Berater von der Krankenkasse oder Kirche geben auch auf Englisch Auskunft, und auch auf den Gängen und beim Plaudern auf dem Rasen hört man diverse Sprachen.

Individualität soll nicht verloren gehen

Interdisziplinarität ist nach Ansicht von HsH-Präsident Josef von Helden eine Möglichkeit, in einer auf mehrere Standorte verteilte Hochschule ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu schaffen. Zusammenhalt hat die Hochschule nach Jahren der Querelen um die Besoldung ihrer Professoren auch bitter nötig. Der Streit ist seit mehr als einem Jahr endgültig beigelegt. Das neue Präsidium unter von Helden hat die HsH nicht nur intern befriedet, sondern ihr auch neuen Schwung gegeben. Das Fachhochschulentwicklungsprogramm des Landes und die Abschaffung der Studiengebühren haben dazu ihr Übriges getan. Wer mehr Studenten hat, bekommt jetzt auch mehr Geld vom Land. Nur die Individualität, die soll dabei nicht verlorengehen.

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