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So teuer ist der Schulstart

Neue Studie So teuer ist der Schulstart

Ist das alles wirklich nötig? Der Schulbedarf bringt nach Ansicht der Diakonie viele Eltern an ihre finanziellen Grenzen. Ärmere Kinder haben so gleich schlechtere Chancen.   Diese Kosten müssen Eltern stemmen.

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Schule ist für jedes fünfte Kind zu teuer.

Quelle: Schaarschmidt.

Hannover. Eltern müssen im Schnitt für ihre Kinder in den Klassen eins bis zehn pro Jahr jeweils 214 Euro für den Schulbedarf ausgeben.Das ist das Ergebnis einer empirischen Studie, die in Kooperation des Diakonischen Werks evangelischer Kirchen in Niedersachsen, der Landeskirche Hannover und des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland entstanden ist.  Nicht eingerechnet sind dabei die Leihgebühren für die Schulbücher, die zwischen 60 und 80 Euro liegen, und die Extrakosten für Ranzen, Turnbeutel oder Sportschuhe.

Besonders teuer seien die Übergänge, sagte Diakonie-Vorstandssprecher Christoph Künkel, also der Wechsel vom Kindergarten in die Grundschule oder nach der vierte Klasse auf Gesamt-, Real-, Oberschule oder aufs Gymnasium. Das Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes, das an bedürftige Familien ausgezahlt wird, reiche hinten und vorne nicht, statt 100 Euro seien mindestens 153 Euro nötig. Deshalb startet die Diakonie unter www.gerechter-schulbedarf.de eine Onlinepetition für höhere Sätze. Rund 50 000 Unterschriften sind bundesweit dafür notwendig. Die Unterstützung von Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) hat die Diakonie schon sicher, obwohl die Petition noch gar nicht freigeschaltet worden ist.

Jedes fünfte Kind in Niedersachsen sei von Armut bedroht, sagte die Ministerin. In den Schulen fehle dafür vielfach noch das Bewusstsein, dass der Anteil bedürftiger Familien stetig wachse. Immer noch gebe es Lehrer, die auf Anschaffung bestimmter Markenartikel bestünden. Bei der Studie hatten knapp 60 Prozent der Lehrer in einer Onlinebefragung angegeben, dass sie bei Tuschkästen eine klare Markenempfehlung gäben.

Dies bestätigen Elternvertreter aus Hannover. „Oft wird gar nicht berücksichtigt, dass es auch Familien mit mehreren Kindern gibt“, sagte etwa die stellvertretende Vorsitzende des Regionselternrates, Ramona Schäfer. Nicht nur der grafikfähige Taschenrechner, sondern auch das digitale Wörterbuch, das rund 140 Euro kostet, könne Eltern von Siebtklässlern schnell an den Rande ihrer finanziellen Belastbarkeit bringen. „Für den Rücken der Kinder ist das gut, wenn sie nicht zwei schwere Wörterbücher schleppen müssen, für den Geldbeutel der Eltern ist es eine Herausforderung.“ Es müsse auch nicht unbedingt ein ganz neuer Atlas gekauft werden, nur weil sich bei einem Land die Grenzen verschoben hätten, findet ein anderer Elternvertreter. Bernd Feierabend vom Stadtelternrat hat an den Schulen schon eine höhere Sensibilität für das Thema Kosten wahrgenommen.

Rundt und Künkel kritisierten das bürokratische Verfahren beim Bundes- und Teilhabepaket. Gerade bildungsschwache Familien oder Migranten würden die Hilfe gar nicht in Anspruch nehmen, weil sie die Formulare nicht ausfüllen könnten. Stefan Bredehöft, Vorsitzender des Landeselternrates, sagte, viele Familien könnten Sonderangebote von Discountern gar nicht nutzen, weil das Geld zu spät ausgezahlt werde.

Die Region hat jetzt an alle 11.000 Erstklässler in Hannover und im Umland Postmappen mit Informationen zum Bundes- und Teilhabepaket verteilt. So sollen laut Sozialdezernent Erwin Jordan Hemmschwellen abgebaut und die Antragsstellung erleichtert werden.

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