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So will die MHH Vergewaltigungen verhindern

Therapie für Männer mit Gewaltfantasien So will die MHH Vergewaltigungen verhindern

Die Medizinische Hochschule Hannover bietet anonym und kostenlos Beratung und Therapie für Männer mit sexuellen Gewaltfantasien an. So sollen im besten Fall Übergriffe verhindert werden. Die Ambulanz arbeitet kostenlos und auf Wunsch anonym. 

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Quelle: dpa

Hannover. Bevor es zu einer Vergewaltigung kommt, wollen Fachleute der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) an mögliche Täter herankommen - und im besten Fall Übergriffe verhindern. „Wir wollen diesen Männern ein Angebot machen, damit sie ihre Impulse besser kontrollieren und die gesunden Anteile ihrer Sexualität stärken. Das ist tatsächlich Neuland“, betont Prof. Uwe Hartmann, Leiter des MHH-Arbeitsbereichs Klinische Psychologie und Sexualmedizin.

Die Mitarbeiter der neuen Ambulanz für Menschen mit sexuellen Gewaltfantasien bieten Betroffenen eine ausführliche Diagnostik und eine Psychotherapie, bei Bedarf unterstützt durch Medikamente. Zielgruppe sind Männer, die exzessiv Pornografie konsumieren, sexuelle Gewaltfantasien hegen oder bereits sexuell übergriffig geworden sind, aber nicht entdeckt wurden.

Ursachen kaum erforscht

Bisher sind die Ursachen für sexuelle Gewalt noch wenig erforscht. Um die Mechanismen besser zu verstehen, wollen die Forscher ihre Arbeit mit den Patienten auf freiwilliger Basis wissenschaftlich auswerten. „Wie wird Sex im Gehirn verarbeitet? Warum wird jemand zum Täter und ein anderer mit ähnlichen Fantasien nicht? Das sind Fragen, die uns interessieren“, erklärt Prof. Tillmann Krüger, Oberarzt in der MHH-Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie. Daran knüpft sich die Frage, wie sich die Wirksamkeit von Therapien verbessern lässt.

Hartmann geht bisher grob von drei unterschiedlichen Gruppen potenzieller Täter aus. Durchsetzungskräftigen Machtmenschen, beziehungsgestörten Personen, denen es schwerfällt, auf andere zuzugehen, und Männern mit sadistischen Fantasien, die immer heftiger und drängender werden. „Manche haben wir zufällig in Behandlung wegen einer Persönlichkeitsstörung oder Sucht, wegen der sie Schwierigkeiten haben, ihre Impulse zu kontrollieren“, berichtet Krüger.

Selten in Therapie

Gezielt suchen diese Männer selten eine Therapie auf, auch weil die Abrechnung per Krankenkasse ungewollt ihre Neigung ans Licht bringen könnte. Und wenn sie sich doch selbst melden, fühlten Psychotherapeuten sich meist überfordert, sagt Hartmann. Die Ambulanz arbeitet deshalb kostenlos und auf Wunsch anonym. Die Idee zu dem Angebot kam den Ärzten, weil sich bei ihrem Präventionsprojekt „Kein Täter werden“ für Pädophile auch Männer melden, deren Gewaltfantasien auf erwachsene Frauen zielen. Das niedersächsische Sozialministerium fördert das Projekt mit 450.000 Euro für drei Jahre.

Menschen, die unter ihren sexuellen Impulsen leiden, können sich ab sofort unter Telefon (05 11) 5 32-67 46 montags von 8 bis 11 Uhr, mittwochs von 15 bis 17 Uhr und freitags von 15 bis 17 Uhr ( Hier die Webseite mit den Sprechzeiten) oder per Mail unter protect-me@mh-hannover.de an der MHH melden.

Viele Vergewaltigungen werden nicht angezeigt

Im Jahr 2015 wurden bundesweit rund 7000 Vergewaltigungen angezeigt. Experten gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Übergriffe wesentlich höher liegt. Rund 95 Prozent der Taten bleiben im Dunkeln, so die Schätzungen. Opfer sind mit großer Mehrheit Frauen, Täter fast immer Männer. Das Dunkelfeld ist wahrscheinlich auch deshalb so groß, weil die Täter sexueller Übergriffe meist aus dem persönlichen Umfeld der Frauen kommen. Bei den angezeigten Taten sind rund ein Viertel der Täter die Ehepartner, 40 Prozent Bekannte, 5 Prozent Partner. 20 Prozent sind Unbekannte, bei rund 10 Prozent ist das Verhältnis von Täter und Opfer ungeklärt. „Wir wissen, dass Frauen ihr Leben lang unter einer Vergewaltigung leiden“, sagt Sozialministerin Cornelia Rundt. Das Land finanziere mit rund 7 Millionen Euro eine Vielzahl von Projekten zum Opferschutz. „Aber das Beste wäre, wenn Taten verhindert werden können. Deshalb ist uns das neue Projekt an der MHH sehr wichtig.“

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