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Aus der Stadt So will die Polizei 50.000 Menschen vor der Bombe warnen
Hannover Aus der Stadt So will die Polizei 50.000 Menschen vor der Bombe warnen
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00:15 22.04.2017
Von Michael Zgoll
Die Lautsprecherdurchsagen der Polizei sind in der Vergangenheit offenbar nicht bei allen Betroffenen angekommen. Quelle: Natalie Becker
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Hannover

Bombenentschärfungen und Evakuierungen beschäftigen die Bürger Hannovers immer wieder. Am 7. Mai sind wahrscheinlich gut 50.000 von ihnen rund um Vahrenwald von der Räumung mehrerer Sprengkörper betroffen. In der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Döhren-Wülfel nun meldete sich ein Seelhorster mit einer Anmerkung zu Wort, bei der die Politiker nicht so recht wussten, ob sie lachen oder weinen sollten. Hans-Werner Stecher wohnt im Mergenthaler Weg, rund 100 Meter von der Stelle entfernt, wo in der Nacht vom 6. auf den 7. März eine 250-Kilo-Fliegerbombe englischer Herkunft entschärft wurde. 7800 Menschen rund um den Fundort in der Eupener Straße mussten ihre Wohnungen und Häuser verlassen - doch Stecher bekam nichts davon mit, ebenso wenig wie andere Anlieger auch.

Neue Lautsprecher sollen helfen

Die Frage des Seelhorsters lautete denn auch: „Warum bin ich nicht geräumt worden?“ Die Feuerwehr bestätigte auf Anfrage der HAZ, ähnliche Hinweise bekommen zu haben. Man arbeite aber daran, die Information der Bevölkerung schon zu der für den 7. Mai geplanten großen Evakuierung in Vahrenwald und den umliegenden Stadtteilen zu verbessern. Dann sollen zwei mobile Lautsprecher, die mit Magneten an Feuerwehrautos angeflanscht werden, für Räumungsdurchsagen bereitstehen - mit jeweils 126 dB Schalldruck.

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Wie Hans-Werner Stecher dem Bezirksrat erklärte, habe er in der Nacht zwar kurzzeitig Blaulicht durch die Fenster wahrgenommen, sich aber nichts weiter dabei gedacht. Eine Lautsprecherdurchsage hätten weder er noch seine Frau gehört, beide hätten den Abend friedlich vor dem Fernseher und die Nacht im heimischen Bett verbracht. „Immerhin haben Sie sich die Hotelkosten erspart“, kommentierte dies ein Zuhörer.

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Offenbar war der Rentner nicht der Einzige, der nicht rechtzeitig von der Evakuierung erfuhr. Auch etliche Bezirksratspolitiker berichteten, dass sie wie andere Anwohner aus Seelhorst, Döhren und Waldheim nur durch Zufall Informationen zur Bombenräumung bekommen hätten. „Bei mir hat am Abend ein Nachbar angerufen“, berichtete Gerd Sommerkamp von der CDU. Und Bezirksbürgermeisterin Antje Kellner (SPD) erzählte, dass sie die Evakuierung nur deshalb nicht verpasst habe, weil sie kurz zuvor einen Blick auf das HAZ.de geworfen hatte. „Aber müssten über einen solchen Einsatz nicht auch Menschen informiert werden, die keinen Internetzugang haben?“, fragte Hans-Werner Stecher.

Sirene kündigt Durchsage an

Feuerwehrsprecher Michael Hintz verweist darauf, dass die Information der Bevölkerung über soziale Medien oder Info-Portale wie Katwarn schon gut funktioniere. Selbstverständlich müsse man aber auch die Menschen erreichen, die die neuen Kommunikationstechniken nicht nutzten - was nicht ganz leicht sei. In Seelhorst sei erschwerend hinzugekommen, dass es sich um einen Akutbombenfund mit relativ kurzen Vorwarnzeiten gehandelt habe, anders als in Vahrenwald.

Die Fahrzeuge mit den zwei Lautsprecher-Pilotanlagen, die im Mai zum Einsatz kommen, sollen etwa alle 300 Meter stoppen; auch werden die Anlieger durch einen Sirenenton auf die nachfolgende Räumungsdurchsage aufmerksam gemacht. Wie Hintz erläutert, sei die Vahrenwalder Evakuierung nicht nur wegen der hohen Zahl der Betroffenen eine Herausforderung, sondern auch wegen des relativ hohen Altersdurchschnitts im betroffenen Gebiet. Jede Haustür systematisch abzuklappern und zu prüfen, ob noch jemand zu Hause ist, sei organisatorisch nicht zu leisten. Die Polizei klingele nur dann, wenn sie kurz vor einer Bombenentschärfung konkrete Hinweise erhalte, dass noch Menschen in ihren Wohnungen ausharren.

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