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Sogar die Kavaliershäuser öffnen beim Tag des offenen Denkmals

Seltene Einblicke Sogar die Kavaliershäuser öffnen beim Tag des offenen Denkmals

Beim Tag des offenen Denkmals gibt es an diesem Sonntag Einblicke in hannoversche Burgruinen, Wassertürme und sogar Privatgebäude wie die Kavaliershäuser im Georgengarten, die bisher noch nie geöffnet waren.

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Premiere: Die Kavaliershäuser, besser bekannt als „Peters-Villen“, geben Einblick.

Quelle: Michael Thomas

Hannover. Jahrelang waren die „Peters-Villen“ Streitobjekt der Stadtpolitik – zwei Laves-Villen im Georgengarten, die der einstige IG-Metall-Chef Jürgen Peters mit Freunden angeblich viel zu billig von der städtischen GBH gekauft hatte. Inzwischen weiß man, dass die Sanierungskosten der Baudenkmäler so derartig hoch waren, dass Peters am Ende kein Schnäppchen gemacht hätte. Doch er hatte ohnehin irgendwann die Nase voll von den ständigen Debatten und die Villen schließlich weiterverkauft. Jetzt kann die hannoversche Bevölkerung sich erstmals selbst ein Bild von den restaurierten Gebäuden machen, denn die neuen Eigentümer haben sich entschieden, am Tag des offenen Denkmals Einblicke in die ehemaligen Pferdeställe des Wangenheim-Palais zu gewähren.

Der Tag des offenen Denkmals – das war in den vergangenen Jahren meist ein Besuch in der (wunderschönen) Hindenburgschleuse, garniert mit Einblicken in die (sonst nie geöffnete) Predigerhalle auf dem jüdischen Friedhof (der auch diesmal geöffnet ist) und dazu einem Führungsprogramm in Kirchen. Doch diesmal gibt es zusätzlich zum Programm der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die den Tag bundesweit veranstaltet, ein von der städtischen Denkmalbehörde und der örtlichen Baudenkmalstiftung aufgelegtes Sonderprogramm. Und das hat es in sich.

Kavaliershäuser: Gezeigt wird die ehemalige Pferdestallung, Jägerstraße 16, also der rechte Gebäudeteil. Das Haus (Planung von Laves) mit kunstvoll ausgeformten Hallenbögen war Anfang des 20. Jahrhunderts wenig gefühlvoll zu Wohnraum umgebaut worden, was die denkmalgerechte Sanierung erheblich erschwerte. Jetzt ist das Gebäude von 14 bis 18 Uhr zu besichtigen, Führungen gibt es nach Bedarf.

  Burgruine: Die 1860 in romantisch-verfallener Neugotik angelegte Ruine an der Ecke In der Strangriede/Herrenhäuser Kirchweg ist von 14 bis 17 Uhr geöffnet, Führungen gibt es um 15 Uhr und um 16 Uhr. Das wunderschöne Gebäude war bis 2004 von der Gastronomenfamilie Stern bewohnt, stand dann jahrelang leer und wurde schließlich im Auftrag eines Universitätsprofessors als Wohnhaus komplett saniert.

Wasserturm: Zur Erbauungszeit 1911 war der Trinkwasserspeicher an der Vahrenwalder Straße 267 der größte Wasserturm Europas. Erbaut wurde er vom hannoverschen Villenarchitekten Hermann Schaedtler. Derzeit steht der trutzige Bau leer, der Eigentümer sucht Nutzungen. Denkbar ist etwa eine Tauchschule – denn im Inneren ist die riesige runde Stahlkugel – der Wassertank fasst 4100 Kubikmeter – noch erhalten. Der Turm ist nur zu Führungen um 11, 14 und 17 Uhr geöffnet.

Villen im Zooviertel: Die Villa Seligmann, zuletzt städtische Musikschule, jetzt im Umbau zum Europäischen Zentrum jüdischer Musik, ist im (fast fertiggestellten) Umbaustadium zu besichtigen (Hohenzollernstraße 39, Führungen 10, 11, 15 und 16 Uhr). Und auch die Villa Waldersee (Hohenzollernstraße 40, Führungen um 11, 13 und 15 Uhr) ist zu besichtigen.

  Wohnhaus Mohrmann: Nach Kriegszerstörungen und Notreparaturen wird jetzt das prunkvolle Doppelwohnhaus des einstigen Stadtbaurats Karl Mohrmann gefühlvoll restauriert: Seine Enkel lassen den Turm mit den Zinnen wieder aufbauen, auch der Pfeilergiebel kehrt zurück. Mohrmann war Nachfolger von Conrad Wilhelm Hase, dessen „Hannoversche Architekturschule“ Planer in ganz Norddeutschland prägte. Das Gebäude im Herrenhäuser Kirchweg 11 ist von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Bismarckschule: Der repräsentative Schulbau am Maschsee mit der weithin sichtbaren Planetariumskuppel gilt als Vorzeigebau der Schularchitektur im späten Jugendstil. Das Gebäude (An der Bismarckschule 5) ist von 10 bis 18 Uhr geöffnet, Führungen gibt es um 11, 13 und 15 Uhr, dort hat auch die Baudenkmalstiftung ihren Infostand.

Zahlreiche weitere Gebäude öffnen am Sonntag, darunter der wunderschön restaurierte Kali-Chemie-Hörsaal der Universität (Callinstraße 3–9), der Döhrener Turm (11 bis 20 Uhr), die Alte Predigthalle auf dem jüdischen Friedhof (An der Strangriede 55, 11 bis 18.15 Uhr), das Kloster Marienwerder (11 bis 17 Uhr) sowie die Christus-, Bethlehem-, Garten- und Matthäuskirche.

Details zu allen Angeboten gibt es im Internet unter www.tag-des-offenen-denkmals.de.

Den Flyer mit besonderen hannoverschen Angeboten können Sie sich hier herunterladen.

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